Versammlung des BUND
„Kommunen sind in der Pflicht“

Warendorf -

Das Vorstandsquartett der BUND-Kreisgruppe bleibt im Amt. Einstimmig bestätigten die Mitglieder Hiltrud Brüggemann, Reinhard Sommer, André Radojewski und Harry Wagner.

Sonntag, 11.03.2018, 08:03 Uhr

Die BUND-Kreisgruppe spricht sich deutlich gegen Glyphosat aus. Foto: Christopher Irmler

Im Verlauf skizzierte Karl-Heinz Elling vom Arbeitskreis Emsinsel die Entwicklungen rund um das Areal am Emssee. Durch den Verkauf der Brinkhaus-Immobilie liege die Initiative nun beim Investor. „Die Stadt kann eigentlich nur noch durch genehmigen oder verweigern eingreifen“, bedauerte Elling.

Schwerpunkt des Abends war der Vortrag „Glyphosat und Co. – pestizidfreie Kommunen voranbringen“ von Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW. „Das große Ziel ist, die biologische Vielfalt zu erhalten.“ Die Folgen des Einsatzes von Neonikotinoiden, hocheffizienten Nervengiften zur Bekämpfung von Schädlingen in der Landwirtschaft, seien exemplarisch bei Honig- und Wildbienen nachgewiesen worden. Es gehe nicht nur um die unmittelbaren Folgen, betonte Bilke. Auch der Mensch sei davon betroffen. So enthielten 13 von 22 getesteten Honigen, darunter auch Biohonige, Neonikotinoide. Ein Pharmariese habe daraufhin die Erhöhung der Grenzwerte durchgesetzt. Ein weiterer Schwerpunkt war der Themenkomplex Glyphosat. Das weltweit meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel wird von der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend eingestuft, andere Studien sehen dies als nicht ausreichend belegt an. „Für uns gilt der Vorsorgeansatz. Wir sind keine Versuchskaninchen.“ Neben der Landwirtschaft nutze vor allen Dingen die Deutsche Bahn das Mittel, um die Gleisanlagen unkrautfrei zu halten. „Es ginge auch ohne Glyphosat, aber das wäre kostenaufwendiger.“ In der Landwirtschaft seien breite Fruchtfolgen und mechanische Bodenbearbeitung vielversprechende Ansätze.

Bilke sieht die Kommunen in der Pflicht, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden. Neben dem Verzicht auf Pestizide sollten sie am Straßenrand bewusst auf Blühpflanzen setzen. Zudem besäßen die Kommunen große landwirtschaftlich nutzbare Flächen. In Pachtverträgen sollten entsprechende Klauseln aufgenommen werden. „Wir können nicht von Warendorf aus die EU-Politik verändern. Aber wir haben hier vor Ort Spielräume. Und die können wir nutzen.“

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