Leidenschaft für Modellflugzeuge
Beipackzettel für Drohnen gefordert

Kreis Warendorf -

Je mehr Drohnen unterwegs sind, desto höher sind die Risiken, sagt die Bundesregierung. Seit Oktober gelten daher strengere Regeln. Grund genug für einen Besuch bei Dr. Walter Felling.

Dienstag, 02.01.2018, 10:01 Uhr

Nahe den Wolken: Große Modellflugzeuge können eine Höhe von 950 Metern erreichen.
Nahe den Wolken: Große Modellflugzeuge können eine Höhe von 950 Metern erreichen. Foto: Charly Paul

Der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bereich Modellbau im Deutschen Aeroclub wohnt in Sünninghausen.

Seit 1977 ist der Jurist begeisterter Modellflugpilot. In seinem Keller tummeln sich rund zwei Dutzend Modelle, die in der eigenen Werkstatt immer wieder flottgemacht werden. Erst steuerte er funkgesteuerte Modellautos. „Doch da fehlte mir die dritte Dimension.“ Mit den Seglers war es Liebe auf den ersten Blick: „Ich habe unzählige Bücher gefressen über Aerodynamik und Thermik.“

Modellfliegen fasziniert ihn wegen des „schönen Einklangs zwischen Mensch, Natur und Technik. Wenn ich eine Stunde fliegen kann, ist das für mich ein herrlicher Tag – egal, was danach passiert!“ So viele Glücksgefühle könne ihm kein Tennisspiel geben.

Vor dem Hintergrund der neuen Gesetzeslage ist es Dr. Felling wichtig zu betonen, dass zwischen dem Hobby Modellflug und den Drohnenpiloten, die häufig nicht aus dem Modellbau, sondern eher aus beruflichen Bereichen kommen, unterschieden wird. „Viele kaufen die Drohne im Baumarkt oder im Spielzeugladen und das dann ohne große Vorkenntnisse und wissen nicht, dass sie Luftverkehr betreiben, sobald sie die Drohnen starten lassen“, sagt Dr. Felling. Modellflugzeuge sind dagegen nur im Fachhandel erhältlich.

Ich schlage daher vor, dass es beim Kauf einer Drohne für jeden Kunden Beipackzettel mit allen wichtigen Informationen gibt – ähnlich wie beim Medikamentenkauf in der Apotheke.

Dr. Walter Felling

Zudem gebe es rechtliche Probleme, wenn die Drohnen für Film- und Tonaufnahmen genutzt werden, ohne dafür eine Genehmigung einzuholen, etwa bei den Persönlichkeitsrechten. „Etwa wenn man mal so eben über Nachbars Grundstück fliegt und Frau Nachbar sich zum Beispiel im Bikini im Garten sonnt.“ Auch wüssten einige Drohnen-Besitzer nicht, dass sie eine Pflichtversicherung für den Betrieb in der Luft benötigten. Viele seien auch zu wenig über gesetzliche Höhenbegrenzungen informiert.

„Ich schlage daher vor, dass es beim Kauf einer Drohne für jeden Kunden Beipackzettel mit allen wichtigen Informationen gibt – ähnlich wie beim Medikamentenkauf in der Apotheke“, sagt der Anwalt, den auch die Modellbauindustrie engagiert. Nur weil eine Drohne vergleichsweise leicht zu fliegen sei, hieße das im Umkehrschluss nicht, dass unerfahrene Piloten ihre Geräte im Griff hätten.

Der erfahrene Modellflugpilot fordert von den Drohnenpiloten das gleiche um- und weitsichtige Verantwortungsgefühl für Sicherheit wie von seinen Mitgliedern im Modellflug-Verein „Wanderfalken Diestedde“ (Felling ist seit 32 Jahren der Vorsitzende): „Auf unserm Flugplatz darf man nur dann fliegen, wenn man nachweisen kann, dass man sein Modell sicher beherrscht und sich mit der Luftfahrt auskennt. Anfänger brauchen beim Modellbau ein- bis eineinhalb Jahre, bis sie die Erlaubnis erhalten, allein zu fliegen. Das ist uns auch deshalb wichtig, um unsere Aufstiegserlaubnis von der Bezirksregierung Münster zu bekommen.

Neu ist seit dem 1. Oktober, dass alle Modellflugzeuge mit mehr als 250 Gramm Gewicht mit einer Plakette gekennzeichnet sein müssen, auf der Name und Adresse stehen. Piloten müssen einen Kenntnisnachweis erbringen. „Auch für Drohnen gilt jetzt die Kennzeichnungspflicht mit einer Plakette, wenn sie mehr als 250g Gewicht aufweisen.“ sagt Dr. Felling.                        

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