50. Ausgabe des Werkstatt-Magazins Fürs Blattwerk bis nach Nürnberg

Kreis Warendorf -

Seit Anfang Dezember wird Matthias Bohlen immer wieder gefragt, wann „das Buch“ wohl wieder erscheint. „Das Buch“, damit ist das Mitarbeitermagazin „Blattwerk“ gemeint, das für die Beschäftigten aus dem Leben der Freckenhorster Werkstätten heute gar nicht mehrwegzudenken ist.

Von Ulrike Brevern
Die Redaktion von „Blattwerk“ mit Beispielen aus der Magazingeschichte: (vorne v. l.) Anke Büker, Christine Mainz, Christoph Terlutter, (2.Reihe v. l) Guido Samulewitsch, Pascal Hüsemann, Matthias Korthaus, Alexander Sacharow und Betreuer Matthias Bohle (hinten).
Die Redaktion von „Blattwerk“ mit Beispielen aus der Magazingeschichte: (vorne v. l.) Anke Büker, Christine Mainz, Christoph Terlutter, (2.Reihe v. l) Guido Samulewitsch, Pascal Hüsemann, Matthias Korthaus, Alexander Sacharow und Betreuer Matthias Bohle (hinten). Foto: Ulrike von Brevern

Zu den Weihnachtsferien erscheint nach einem knappen Vierteljahrhundert am Freitag die fünfzigste Ausgabe. Mit der Gestaltung hat sich die mittlerweile 14-köpfige Redaktion von Menschen mit Behinderung unter Betreuung von Bohlen besondere Mühe gegeben.

Einer der Zeitungsmacher ist Matthias Korthaus . Er hat schon an der Erich-Kästner-Schule für die Schülerzeitung gearbeitet und war glücklich, sein Talent in den Werkstätten weiter einsetzen zu können. Er behält nicht nur die Baustellen im Blick und hat die in der Blattgeschichte aufwendigste Reportagereise bis zu einer Fachmesse in Nürnberg unternommen. Er ist auch der Statistikexperte der Redaktion. Bei der ersten Ausgabe im Sommer 1993 gab es nur sechs Mitarbeiter, berichtet er. Farbig wird das Blatt seit der Sommerausgabe 2014 gedruckt.

Die jüngste und die ältestes Ausgabe zeigt Geschäftsführer Antonius Wolters.

Bereits seit der vierten Ausgabe ist Anke Büker dabei. Über eine spezielle Kopfsteuerung erfasst sie alle Artikel im Computer und leitet sie an die hauseigene Vorstufe weiter. Oft stoßen die Beschäftigten über Empfehlung ihrer Gruppenleiter zum Team, so wie Christoph Terlutter. „Ich wurde empfohlen, weil ich so brav war“, grinst der Spastiker, der sich im Gespräch schwer verständlich machen kann. Er sei aber im Kopf ganz klar, teilt er selbstbewusst mit, und er könne gut mit einem Notebook umgehen. Genauso engagiert ist auch Christine Mainz. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die lokalen Zeitungen zu durchforsten und so zur Themenfindung beizutragen.

„Blattwerk“ sei inzwischen zum wichtigsten Informationsmedium der Werkstätten geworden, lobt Geschäftsführer Antonius Wolters die Redaktion. Zweimal im Jahr versorgt das Magazin die rund 1500 Beschäftigten sowie die gut 320 Mitarbeiter und Betreuer an allen Standorten mit Nachrichten und Berichten aus dem Werkstattleben.

Wenn die Jubiläumsausgabe, für die sich die Redaktion statt dem angestammten Grün einen goldähnlichen Titel gewünscht hatte, verteilt ist, steht schon das nächste Jubiläum an. Mit der Sommerausgabe wird das Blattwerk 25. „Wir sind hier sehr kreativ, dazu fällt uns dann auch noch was Gutes ein“, ist Bohle von seiner Mannschaft überzeugt.

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