Neuinszenierung des Musicals „The sound of Pearl“ Zauber der Leuchtperlen

Ahlen -

Der Zauber der leuchtenden Perlen wirkte. Frenetisch spendeten die weit über 700 Zuschauer, die die beiden Aufführungen des neu bearbeiteten Musicals „The Sound of the Pearl“ am Sonntag in der Ahlener Stadthalle erlebten, den überwiegend jungen Akteuren Beifall, die in zweieinhalb Stunden die Sehnsucht nach Frieden besungen, gespielt und getanzt hatten.

Von Dierk Hartleb
Von Hand zu Hand wanderten die leuchtenden Perlen, die Pendo aus dem Schoss der Muschel Mama Kola, seiner Mutter, holte und verteilte. Muscheln und Korallen beobachteten hinter dem transparenten Vorgang das friedliche Geschehen.
Von Hand zu Hand wanderten die leuchtenden Perlen, die Pendo aus dem Schoss der Muschel Mama Kola, seiner Mutter, holte und verteilte. Muscheln und Korallen beobachteten hinter dem transparenten Vorgang das friedliche Geschehen. Foto: Dierk Hartleb

Die Friedensbotschaft hatten Veronika te Reh (Libretto) und Dr. Wolfgang König (Komposition) in der Neubearbeitung des Musicals, das 2005 in Deutschland, Indien und Tansania uraufgeführt worden war, mit dem Bau einer Mauer, die die Mill Millas und Sports & Dots um ihr Hoheitsgebiet errichten, ergänzt. Dabei war der Anlass für den drohenden Krieg eher nichtig und beruhte zudem auf falschen Verdächtigungen: Denn nicht die jeweils andere Seite hatte die Erntevorräte geplündert, sondern der Rabenvater Kunguru hatte den Mais und die Bohnen gestibitzt, über die die Geschwister der Königin und des Königs wachen sollten. Aber nicht der Aufschrei der Kinder gegen ihre kriegslüsternen Eltern verhinderte die Auseinandersetzung, sondern ein mysteriöser Mann namens Mabuta. Als er zum Schluss seine Perücke lüftete, kam hinter der Maskerade der tansanische Pantomime und Tänzer Nkwabi Nghangasamala aus Bagamoyo zum Vorschein, der den Star des Musicals Pendo auf die Schultern nahm. Der ist das Lieblingskind der Muschel Mama Kola, die die Mutter der Menschheit verkörpert.

„Es ist toll, was die Kinder hier zeigen“, schwärmte Komponist König. Die Begeisterung der Zuschauer sei der verdiente Lohn für die wochenlange harte Probenarbeit. Und auch Veronika te Reh war überglücklich und bedankte sich bei allen Mitwirkenden auf der Bühne, vor und hinter den Kulissen.

„Auch die kleinsten Details müssen stimmen“, sagte te Reh und meinte damit Maske, Schmuck und die Ausstaffierung der kleinen und großen Akteure der Crossover-Chöre durch die Mitglieder der Montagswerkstatt. Die großartige Kostüme waren bestens abgestimmt mit dem Bühnenbild, das Felix Manchon für die Neuinszenierung wunderbar aufgefrischt hatte.

Musikschulleiter Holger Blüdern bemühte in seinem Grußwort Albert Einstein mit den Worten: „Es ist leichter, ein Atom zu spalten als ein Vorurteil.“ Das Musical zeigte, dass sich die Mühe lohnt.

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