Michaele Schröder ist seit 40 Jahren im Schuldienst und hat viele Veränderungen erlebt
Mit Leib und Seele Lehrerin

Everswinkel -

Im Gespräch mit Michaele Schröder wird ganz schnell deutlich: Sie ist Grundschullehrerin mit Leib und Seele. Wenn sie über die Kinder in ihren Klassen spricht, leuchten ihre Augen, und sie macht auch keinen Hehl daraus, dass ihr alle Kinder über die vier Jahre Grundschulzeit sehr ans Herz gewachsen sind. Seit nunmehr 40 Jahren ist Michaele Schröder im Schuldienst und hat dafür kürzlich vom Regierungspräsidenten eine Dankesurkunde erhalten.

Freitag, 29.12.2017, 10:12 Uhr

Michaele Schröder ist Grundschullehrerin mit Leib und Seele. Sie freut sich aber auch über die derzeitigen Weihnachtsferien und die damit verbundene Zeit zum Entspannen. Ehrung jüngst in den Räumen  der Bezirksregierung: Grundschullehrerin Michaele Schröder (2.v.r.) mit Regierungspräsidentin Dorothee Feller (l.), Wolfgang Weber, Leiter der Schulabteilung (r.) sowie den anderen geehrten Lehrkräften.
Michaele Schröder ist Grundschullehrerin mit Leib und Seele. Sie freut sich aber auch über die derzeitigen Weihnachtsferien und die damit verbundene Zeit zum Entspannen. Ehrung jüngst in den Räumen  der Bezirksregierung: Grundschullehrerin Michaele Schröder (2.v.r.) mit Regierungspräsidentin Dorothee Feller (l.), Wolfgang Weber, Leiter der Schulabteilung (r.) sowie den anderen geehrten Lehrkräften. Foto: Günther Wehmeyer

Seit nunmehr 26 Jahren unterrichtet sie an der Everswinkeler Grundschule. Anlass genug, um zusammen mit ihr einen Blick auf die zurückliegende „Schulzeit“ zu werfen und über die Veränderungen im Schulalltag während dieses Zeitraums zu sprechen. Dass Michaele Schröder überhaupt Grundschullehrerin geworden ist, verdankt sie einem Zufall. „Nach meinem Abitur in Marl habe ich an der Pädagogischen Hochschule Deutsch, Biologie und Sport für das Lehramt an der Hauptschule studiert“, verrät die sympathische Pädagogin. „Da ich mit dieser Fächerkombination kein Referendariat an einer Hauptschule bekam, habe ich Sachunterricht dazu genommen und bin glücklicherweise in der Grundschule gelandet.“

Dies sei im Nachhinein eine wunderbare Fügung gewesen, „denn die Arbeit mit den ‚Kiddis‘ macht richtig Spaß“. Jedes Kind sei einzigartig und dessen Entwicklung zu beobachten, sei ein wunderschönes Erlebnis. Nach dem Referendariat in Sendenhorst verschlug es Michaele Schröder nach Werne. „Ich wollte unbedingt in der Nähe von Münster bleiben, weil ich dort viel Sport getrieben habe“, erzählt sie, aber ein näherer Ort sei damals noch nicht möglich gewesen. Im Sommer des Jahres 1991 konnte sie mit der Stelle in Everswinkel näher an Münster heranrücken.

Auf Veränderungen in der Arbeit an den Grundschulen angesprochen betont Michaele Schröder, dass sich vieles zum Positiven verändert habe. „Die Klassenstärke hat sich deutlich verringert, so können wir auf die Kinder besser eingehen“, nennt sie einen Punkt. Zudem würden jetzt an die Schulen ganz andere Ansprüche gestellt. „Schwächere Schüler sind damals nicht so gefördert worden, wie sie es verdient hätten. Heute versuchen wir, jedes Kind mitzunehmen und zu unterstützen.“ Aber auch die Schüler seien anders. „Sie sind heute offener und hinterfragen ganz viel.“ Gewandelt habe sich zudem die Altersstruktur im Kollegium. „An meinem 50. Geburtstag war ich das jüngste Mitglied im Kollegium“, erinnert sich die erfahrene Lehrerin. Der mehrjährige Einstellungsstopp sei dafür die Ursache gewesen. Ein Blick auf die Fotogalerie im Foyer der Schule zeigt, dass sich dies inzwischen erheblich verändert hat, denn dort sind heute fast nur junge Gesichter zu sehen.

Auch die Art des Unterrichts sei eine ganz andere geworden. „Zu Beginn meiner Dienstzeit war der Unterricht mehr lehrerzentriert, heute spielt die Mitarbeit der Schüler eine größere Rolle.“ Schule sei heute mehr als nur die Vermittlung von Wissen, denn das selbstständige Arbeiten und soziale Miteinander stünden mehr im Vordergrund. Beispielsweise würden bei den Projektwochen oft Stärken der Schüler sichtbar, die vorher gar nicht so erkannt worden wären.

Inzwischen hat Schröder mehr als sechs Klassen über einen Zeitraum von je vier Jahren begleitet. „Ich wohne zwar in Hiltrup, aber ich besuche viele Veranstaltungen in Everswinkel und freue mich immer darüber, wenn ich ehemalige Schüler von mir treffe.“ Auch Everswinkels Bürgermeister Sebastian Seidel hatte zu ihren Schülern gehört. „Es ist schön zu sehen, was aus den Kindern geworden ist“, sieht Michaele Schröder den besonderen Reiz ihres langen Wirkens im Vitus-Dorf.

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