Treffen auf Gut Brückhausen: „Lazos de amistad“ gibt jungen Kolumbianern eine Chance auf Bildung Bänder der Freundschaft

Alverskirchen -

Das Logo ist ein Freundschaftsband in den Farben der kolumbianischen Flagge: „Ja, es sind echte Freundschaften entstanden“, sagt Alexander Sieler und fügt hinzu: „Und so soll es weitergehen.“ Der Gründer und Vorsitzende des Vereins „Lazos de amistad – Bänder der Freundschaft“ führte im Haus Brückhausen in Everswinkel durch den Abend. Die Gastgeber-Familie von Twickel sowie die Mitglieder des Vereins hatten zu einem Benefizempfang eingeladen, um über die Arbeit und die Situation in Kolumbien zu berichten.

Über die Arbeit des Vereins tauschten sich Schirmherr Prof. Thomas Sternberg, Vereinsgründer Alexander Sieler, Pater Gabriel Naranjo, Schirmherr Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und das Gastgeber-Ehepaar von Twickel (v.l.) aus.
Über die Arbeit des Vereins tauschten sich Schirmherr Prof. Thomas Sternberg, Vereinsgründer Alexander Sieler, Pater Gabriel Naranjo, Schirmherr Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und das Gastgeber-Ehepaar von Twickel (v.l.) aus. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin

Unter den Gästen waren die beiden Schirmherren des Abends, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Außerdem Dompropst Kurt Schulte sowie der frühere Oberbürgermeister der Stadt Münster, Jörg Twenhöven. Ehrengast war Pater Gabriel Naranjo aus Bogotá, der das Projekt in Kolumbien leitet.

Alexander Sieler kennt Lateinamerika, mehrere Aufenthalte haben ihn mit der Armut in den Ländern konfrontiert: „Kleine Hütten ohne Böden und mit Wellblechdächern, kaputte Fensterscheiben – die Menschen leben in ärmlichen Verhältnissen und mir war klar, dass ich ihnen helfen muss.“ Mit Vinzentinerpater Gabriel entwickelte er das Projekt, 2012 wurde „Lazos de amistad“ gegründet. Mit den 70 Vereinsmitgliedern, überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene, hat sich der 30-Jährige das Ziel gesetzt, sozial benachteiligten Jugendlichen eine Chance auf bessere Bildung zu ermöglichen. Denn nur 45 Prozent der Jugendlichen in Kolumbien erreichen einen Schulabschluss. Davon beginnen 65 Prozent ein universitäres Studium, das wiederum nur zwölf Prozent abschließen. „Bildung ist der Schlüssel für nachhaltige Entwicklung“, ist Sieler darum überzeugt.

Die jungen Erwachsenen, die gefördert werden, sind an einer Universität in Kolumbien eingeschrieben. Neben ihrem Studium gehen viele von ihnen regelmäßig arbeiten. Trotzdem können sie sich ihr Studium ohne weitere finanzielle Unterstützung nicht leisten. Unterstützt vom Verein werden diejenigen, die darüber hinaus bereit sind, sich sozial zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Im vergangenen Jahr führten sie beispielsweise in einem sozialen Brennpunktviertel in Bogotá über mehrere Wochen ein Projekt durch, das Obdachlosen half.

Den Geförderten ein Gesicht geben – das versuchte Pater Gabriel, indem er einige von ihnen vorstelle. „Da ist zum Beispiel Lina, die im Sommer mit unserer Unterstützung ihr Sportstudium abschließen konnte.“ Schon während ihres Studiums hatte sie Sportkurse an Schulen gegeben und so ihre sportliche Leidenschaft mit ihrem Beruf verbunden. „Wir haben ihr ein Fahrrad besorgt, mit dem sie schneller von ihrer Wohnung zur Universität fahren konnte“, gab Pater Gabriel ein Beispiel für die individuelle Förderung.

Die Schirmherren Sternberg und Zekorn bekräftigten das Engagement des Vereins: „Ich bin begeistert davon, dass junge Menschen unmittelbar tätig werden“, sagte Sternberg und ergänzte: „Das Thema Kolumbien ist sehr wichtig.“ Zekorn griff das Freundschaftsarmband auf: „Das Logo ist ein schönes Bild für das, was die Organisation macht: Verbindungen schaffen über die Grenzen der Kontinente hinweg.“

Weitere Infos zum Verein im Internet 

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