Auszeichnung für Werner Schlüter Hervorragende Handwerksleistung

Rinkerode -

Steinmetz- und Bildhauer Werner Schlüter durfte sich über eine besondere Auszeichnung freuen. Bei der Verleihung des „Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege“ erhielt der Rinkerode einen Preis für

Von Karlheinz Mangels
Meister seiner Zunft: Steinmetz und Bildhauer Werner Schlüter hat bereits an der Restauration zahlreicher wichtiger historischer Bauwerke mitgearbeitet. Für seine Arbeiten an der Kommende Steinfurt wurde er mit dem Bundespreis geehrt.
Meister seiner Zunft: Steinmetz und Bildhauer Werner Schlüter hat bereits an der Restauration zahlreicher wichtiger historischer Bauwerke mitgearbeitet. Für seine Arbeiten an der Kommende Steinfurt wurde er mit dem Bundespreis geehrt. Foto: Mangels

Über eine hohe Auszeichnung freut sich der Steinmetz- und Bildhauerbetrieb von Werner Schlüter . Bei der Verleihung des „Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege“, der seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks vergeben wird, war auch die Firma aus Rinkerode als Preisträgerin dabei.

Im Rahmen einer Festveranstaltung in der Landeshauptstadt Düsseldorf wurden insgesamt neun Denkmaleigentümer und 37 Handwerksbetriebe der unterschiedlichen Gewerke ausgezeichnet. Aus der Hand von Ministerpräsident Armin Laschet erhielt Werner Schlüter für seine „hervorragende handwerkliche Leistungen zur Bewahrung von Denkmälern“ eine Ehrenurkunde. „Ich war schon ziemlich aufgeregt. Denn wie oft im Leben bekommt man von einem Ministerpräsidenten die Hand geschüttelt und wird auch noch beglückwünscht?“, schmunzelt Werner Schlüter.

Seine Firma erhielt die Auszeichnung für die Restaurierung des Torhauses der Kommende Steinfurt. Diese ehemalige Johanniteransiedlung war bereits im 12. Jahrhundert gegründet worden. Sie war früher eine der führenden Niederlassungen (Kommenden) des Johanniterordens in Westfalen. Die Johanniter wurden zur damaligen Zeit von den Edelherren zu Steinfurt unter ihren Schutz genommen und lebten auf deren Anwesen.

Offiziell aufgehoben wurde die Kommende der Johanniter im Jahr 1811. Die gesamte Anlage befindet sich seit 1816 im Eigentum des Fürsten zu Bentheim.

Das Torhaus der Kommende Steinfurt mit seinem Fachwerkgefüge stammt aus dem Jahr 1146 und wurde in den Jahren 1606 und 1830 massiv erweitert.

Vor der jetzt durchgeführten Restaurierung musste zunächst eine sorgfältige Bestandsdokumentation vorgenommen werden. „Das war unbedingt erforderlich, um einen größtmöglichen Erhalt der historischen Bausubstanz zu sichern“, erklärte Architekt Bernhard Bücker von der „Fürst zu Bentheimschen Domänenkammer“.

„Um dies zu gewährleisten, war es dann auch ganz wichtig, entsprechende Fachfirmen mit den Arbeiten zu betrauen. Und da ist natürlich Werner Schlüter mit seiner großen Erfahrung bei vielen anderen denkmalgeschützten Objekten genau der richtige Experte“, ergänzt die an der Baumaßnahme maßgeblich beteiligte Restauratorin Eva Möllenkamp.

Die Firma Schlüter hat in den vergangenen Jahren an vielen ähnlichen Objekten gearbeitet, wie etwa am Schloss Nordkirchen, an der Überwasserkirche in Münster oder zurzeit am Schloss Harkotten in Sassenberg-Füchtorf.

„Da es sich bei dem gesamten Anwesen der Kommende Steinfurt um ein Denkmal handelt, waren unsere Arbeiten am Torhaus von den Denkmalbehörden bis ins Kleinste vorgegeben“, so Werner Schlüter.

So heißt es zum Beispiel in den Vorgaben der Denkmalschützer: „Alle Giebelsteine der linken Giebelseite müssen vorsichtig abgenommen und auf dem Gerüst zwischengelagert werden. Es ist ein neuer Giebelstein aus Baumberger Kalksandstein mit den Maßen 1,10 mal 0,45 mal 0,12 Metern nach Originalvorlage zu fertigen.“

„Interessant war auch die Maßgabe, den neuen Stein in einem ,abgewitterten‘ Zustand zu erstellen, damit er sich in das Gesamtbild der übrigen Giebelsteine gut einfügt“, berichtet Werner Schlüter.

Nach den Vorgaben der Denkmalschützer musste das gesamte Bauvorhaben durch eine komplett diffusionsoffene Bauweise mittels Einbau natürlicher Baustoffe wie Kalk, Lehm und Holz sowie den Verzicht auf sperrende Baufolien oder Zementmörtel durchgeführt werden. „Ferner durften wir nicht irgendeinen Kalk verwenden, sondern nur hydraulischen Kalk“, berichtet Werner Schlüter.

Der Erfolg gab den beteiligten Firmen und auch der Denkmalbehörde jedoch Recht. Schon von weitem ist das nunmehr restaurierte Torhaus ein Blickfang für die vielen Besucher.

„Gerade die Firma Schlüter hat hier eine tolle Arbeit geleistet und das Ziel des Erhalts der historischen Bausubstanz umgesetzt. So konnte ein für die Stadt Steinfurt und das Ensemble der Kommende wichtiger Bau für lange Zeit wieder in seiner historischen Form instand gesetzt werden“, so der Architekt nach Abschluss der Arbeiten.

„Die vom Ministerpräsidenten ausgehändigte Ehrenurkunde hängt natürlich in unserem Büro in Rinkerode“, lächelt der Steinmetzmeister stolz und macht sich wieder an die Arbeit. „Wir sind schließlich ein kleiner Betrieb mit sechs Leuten. Da muss der Chef selbstverständlich an vorderster Front mitarbeiten.“ Und das tut er auch am Schloss Harkotten, wo eine ähnlich aufwendige Restauration wartet.

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