Letzte Ratssitzung des Jahres Eine Idee fürs leere Ladenlokal

Drensteinfurt -

Um die Themen Innenstadt, Gasbohren und Eurobahn drehte sich die letzte Ratssitzung des Jahres am Montagabend in der Alten Post.

Von Nicole Evering
Während des Weihnachtsmarktes hatten Drensteinfurter Bürger das Ladenlokal an der Wagenfeldstraße 63 genutzt, um Selbstgemachtes zu verkaufen. Jetzt sollen Einzelhändler aus der Umgebung die Räume temporär nutzen können.
Während des Weihnachtsmarktes hatten Drensteinfurter Bürger das Ladenlokal an der Wagenfeldstraße 63 genutzt, um Selbstgemachtes zu verkaufen. Jetzt sollen Einzelhändler aus der Umgebung die Räume temporär nutzen können. Foto: Dietmar Jeschke

Erst verbaler Schlagabtausch, dann gemütlicher Jahresausklang bei leckerem Essen: Diese Bandbreite hatte die Sitzung des Stadtrates am Montagabend zu bieten. Neben den – teils kritischen – Haushaltsreden der vier Fraktionen (die WN berichteten) gab es noch andere Entscheidungen und Bekanntgaben.

► Die Stadt hat zum ersten Mal ein leerstehendes Ladenlokal (zuletzt „Druckservice Bauer“) für zwölf Monate gepachtet, um zu verhindern, dass die Räume an der Wagenfeldstraße anders als für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Der Rat hatte die Verwaltung Mitte Oktober mit der Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes beauftragt. Nun wurde eine erste Idee präsentiert.

„In Abstimmung mit dem Citymanagement, dem Büro Frauns und der Wirtschaftsförderung soll versucht werden, Einzelhändlern aus der Umgebung temporär die Nutzung des Ladenlokals zur ‚Markterkundung‘ zu ermöglichen“, teilte Bürgermeister Carsten Grawunder dem Rat mit. Dabei sollen jeweils für die Dauer von drei Monaten vorrangig Branchen nach Drensteinfurt geholt werden, die es bisher nicht gibt, etwa Herren-Bekleidung. Angesprochen werden sollen inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte aus Hiltrup, Ascheberg, Hamm oder Ahlen, so der Bürgermeister weiter. „Falls für einen der Zeiträume kein passender Einzelhandel gefunden wird, kann das Ladenlokal auch vom örtlichen Handel für Aktionen genutzt werden.“ Vorrangiges Ziel sei es aber, Einzelhandel anzusiedeln und einen langfristigen Mieter für die Räume zu finden.

► Mit einem Antrag wollten die Grünen einen Vergünstigungsausweis zur Nutzung von VHS und Musikschule für Menschen mit geringem Einkommen erwirken. „Die Teilnahme an einem VHS-Kursus, der von September bis Dezember dauert, kostet 90 Euro“, schilderte Waltraud Angenendt. „Das ist von Hartz IV nicht zu bezahlen. Aber wir wollen doch, dass jeder an Bildung und Kultur teilhaben kann.“ Einen solchen Ausweis gebe es bereits in der Nachbarstadt Ahlen.

Kulturamtsleiter Gregor Stiefel hatte sich dazu schlau gemacht und berichtete, dass der Vergünstigungsausweis dort für kinderreiche Familien ausgestellt wird. „Das Angebot ist in Ahlen im vergangenen Jahr nur fünf Mal genutzt worden.“ Für die Grünen kein Argument. „Bevor es die Bahn gab, ist auch niemand Bahn gefahren“, meinte Raphaela Blümer.

Der Bürgermeister machte einen Vorschlag zur Güte: „Wir wollen uns mit dem Thema Anfang des kommenden Jahres intensiver beschäftigen. Das Geld könnte man dann eventuell auch außerplanmäßig bereitstellen.“ Im nächsten Ausschuss für Schule, Sport und Kultur am 25. Januar könnte das Thema dann also auf der Tagesordnung stehen.

► Die Erlaubnis der Firma Hamm-Gas zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen für das Feld „Hellweg“ ist bis November 2020 verlängert worden. Das hat die Bezirksregierung Arnsberg mit Schreiben vom 14. November mitgeteilt. Da das Feld Drensteinfurt im südlichen Teil an der Stadtgrenze zu Ahlen streift, durfte die Verwaltung eine Stellungnahme abgeben. Aber „die dargelegten Anregungen, Bedenken und Forderungen“ hätten nicht ausgereicht, so Bürgermeister Grawunder, „um die Verlängerung zu versagen“. Die erteilte Aufsuchungserlaubnis gestattet dem Unternehmen keine Bohrungen, hierfür sind gesonderte Anträge notwendig.

► Die Beschwerden über überfüllte Züge bei der Eurobahn haben auch die Stadtspitze erreicht. „Ich habe den zuständigen Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) schriftlich aufgefordert, hier kurzfristig Abhilfe zu schaffen“, gab der Bürgermeister bekannt. Ein Vertreter des ZVM sei für die nächste Ratssitzung am 5. Februar eingeladen, um in dieser Angelegenheit persönlich Stellung zu beziehen.

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