Malprojekt in der Grundschule Auf der Spur des eigenen „Ichs“

Rinkerode -

In der Rinkeroder Grundschule findet derzeit ein besonderes Malprojekt statt. Die Teilnehmer der AG bringen dabei Selbstporträts der etwas anderen Art aufs Papier.

Von Birte Moritz
Diplom-Grafikdesignerin  Christiana Diallo-Morick (re.) leitete die Mal-AG. Schulleiterin Jutta Nienhaus und das Kollegium stellen einen Klassenraum zur Verfügun
Diplom-Grafikdesignerin  Christiana Diallo-Morick (re.) leitete die Mal-AG. Schulleiterin Jutta Nienhaus und das Kollegium stellen einen Klassenraum zur Verfügun Foto: -bim-

Viele bunte Gesichter blicken den Betrachter im Klassenraum an. Teils haben sie pinkfarbene Augen oder grüne Nasen. Drumherum sitzen Kinder mit Farbpinseln in der Hand und sind eifrig bei der Sache.

In der Rinkeroder Grundschule findet gerade die wöchentliche Mal-AG statt. „Neudeutsch würde man wahrscheinlich sagen, wir machen ‚Selfies‘ – aber analoge ‚Selfies‘“, sagt Leiterin Christiana Diallo-Morick lachend. Denn die Diplom-Grafikdesignerin hat das Thema „Selbstporträt“ für den Schüler-Kunstkursus ausgewählt. An acht Nachmittagen trifft sie sich mit den Grundschülern verschiedener Klassen, um gemeinsam kreativ zu sein.

Entstanden ist die seit Ende September laufende Veranstaltung auf Initiative des Rinkeroder Männergesangvereins, der im Zuge seines Projekts „Spirit. Spiel. Spinatkartoffeln“ die Finanzierung sicherstellte und dabei durch den Förderverein der Grundschule unterstützt wurde. Die Nachfrage war groß. Rund 40 Schüler wollten teilnehmen, doch nur für ein Viertel davon war der Kursus vorgesehen, daher wurde gelost. So sei ausreichend Platz zum Malen. Sie könne gut auf die einzelnen Kinder eingehen – und ein bisschen aufpassen, „dass die nicht-auswaschbare Acrylfarbe nur auf die Kunstwerke kommt“, erklärt die Rinkeroderin Diallo-Morick.

Der Kursus findet in einem Klassenraum statt, der zu Beginn jedes Treffens in ein Atelier verwandelt wird. So werden Schultische zusammengeschoben, und zum Schutz wird Folie ausgelegt. Und die Lehrer unterstützen das Projekt, indem sie die zum Trocknen ausgelegten Kunstwerke am nächsten Morgen einsammeln.

In unterschiedlichen Herangehensweisen beschäftigen sich die Schüler mit dem eigenen „Ich“. Bei einer davon hat die freischaffende Künstlerin von jedem einzelnen AG-Teilnehmer ein Porträt als Schwarz-Weiß-Foto erstellt und ausgedruckt. Die Konturen ihrer Gesichter haben die Kinder dann nachgezeichnet, mit Hilfe eines Projektors vergrößert und kolorieren sie nun. Dabei soll es jedoch nicht auf möglichst realistische Farbgebung ankommen. Und so lassen sich die Malbegeisterten schnell von ihrer Leiterin dazu ermuntern, in Anlehnung an den berühmten Pop-Art-Künstler Andy Warhol mal zu ganz anderen Farben zu greifen. Neon ist bei den Kindern besonders beliebt.

Passend zur Herbstzeit haben sich die jungen Künstler auch mit dem Schattenwurf als Ausdrucksmittel beschäftigt. „Allein schon der Prozess war spannend – zu entdecken, was da möglich ist“, sagt Diallo-Morick. So haben die Kinder auf dem sonnenbestrahlten Schulhof einen Radschlag vollführt oder gemeinsam eine Figur gebildet. Den Schatten davon hat die Grafikdesignerin wieder zunächst fotografisch festgehalten. Auch hier folgt ein farbenfroher Übertrag, diesmal auf Leinwand. Später werden die einzelnen Kunstwerke zu einem drei Meter langen Wandbild zusammenwachsen, welches dann die Pausenhalle zieren soll.

► Am Montag, 18. Dezember, wird um 8 Uhr im Zuge des Adventssingens der Grundschule das Wandbild präsentiert.

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