Frühschoppen der Bürgerschützen Josef VI. wollte nur ein paar Bier trinken

Drensteinfurt -

Der neue König der Bürgerschützen, Josef Reher, gestand beim Frühschoppen, dass er am Samstagnachmittag habe eigentlich nur ein paar Bier trinken wollen.

Von Simon Beckmann
Ferdinand Reher (2.v.re.) wurde vom Vorsitzenden Theo Scharbaum (2.v.li.) für 50-jährige Vereinstreue ausgezeichnet.Günter Neuer hielt im Beisein des neuen Regentenpaares, Josef VI. und Brigitte Reher (re.), die Festrede.
Ferdinand Reher (2.v.re.) wurde vom Vorsitzenden Theo Scharbaum (2.v.li.) für 50-jährige Vereinstreue ausgezeichnet.Günter Neuer hielt im Beisein des neuen Regentenpaares, Josef VI. und Brigitte Reher (re.), die Festrede. Foto: -sibe-

„Miteinander leben, miteinander feiern.“ Das Motto des Bürgerschützenvereins „St. Johannes“ stand beim traditionellen Frühschoppen am Sonntagmorgen, bei dem viele Ehrengäste – darunter auch der Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum – sowie Vertreter ortsansässiger Vereine und Institute dem neuen Regentenpaar Josef VI. und Brigitte Reher ihre Glückwünsche überbrachten, besonders im Fokus. Nicht nur der Vorsitzende Theo Scharbaum bezog sich auf den Leitspruch, auch Ehrenmitglied Günter Neuer knüpfte in seiner Rede in einem sehr gut gefüllten Festzelt an diese vier prägnanten Worte an.

„Was macht unser Stewwert zu einem Ort, in dem man gerne miteinander lebt, und was macht unseren Verein zu einem Verein, mit dem man gerne feiert?“, fragte der Festredner. „Unser Ort hat sicherlich eine gute Ausstrahlung, und das liegt nicht nur an dem schönen Platz an der Werse und an dem hier im Schlosspark, sondern vielmehr an den Bewohnern, die dem Ort seine Seele verleihen.“ Eine so lebendige, nach vorne schauende Gemeinschaft sei nichts Selbstverständliches und auch nicht überall zu finden. „Ein schöner Ort wie unser Drensteinfurt ist daher auch nichts Alltägliches. Das ist ein Schatz. Und auf Schätze muss man bekanntlich gut aufpassen, sonst gehen sie verloren“, betonte Neuer.

Ebenso ging er auf vier „Säulen“, für die das Schützenwesen steht, ein. Der erste Punkt sei das Feiern: Neben kühlem Bier und toller Marschmusik seien das vor allem die Freundschaften, die viele Menschen durch die Schützenvereine miteinander verbinden würden. „Als zweites Glaube und Gebet. Wenn aus unserer Kirche weiterhin etwas Gutes kommen soll, sind wir dafür alle zuständig. Wir müssen sie mit Leben füllen und uns zu ihr bekennen“, hob der Festredner hervor. Ebenso sollte man nicht vergessen, wo der Bürgerschützenverein seinen Ursprung habe, und dass die mit Blumen geschmückten Gewehre und die Säbel der Chargierten daran erinnerten. Als vierten Punkt ging er auf die Wurzeln und Tradition ein: „Das gibt einer Gemeinschaft Halt und Kontinuität. Wir schützen, hegen und pflegen unsere nachweislich 425-jährige Geschichte und unsere Traditionen. Dieses Geschichtsbewusstsein bildet ein Fundament für die Zukunft und einen reichen Schatz an Erfahrungen, an dem unsere Nachfolger aufbauen können.“ Am Ende erhielt der Festredner tosenden Applaus und stehende Ovationen für seine eindrucksvolle Rede.

Zuvor hatte Theo Scharbaum auf das diesjährige Schützenfest, insbesondere das Vogelschießen, zurückgeblickt. „Josef, du bist unser 141. König und setzt somit diese tolle Tradition fort. Wir wünschen dir und deiner Frau ein wunderbares Jahr“, gratulierte der Vorsitzende dem neuen Regenten und überreichte im Anschluss den Königs- und Königinnenorden. Danach hatte Josef Reher selbst das Wort. Er sei nun seit 48 Jahren Mitglied im Verein und habe bereits vor 25 Jahren versucht, den Vogel abzuschießen – damals ohne Erfolg. „Dieses Jahr wollte ich eigentlich nur ein paar Bier trinken und schauen, wie es läuft. Aber wie das nun mal ist, ist es anders gekommen“, verkündete der Regent schmunzelnd.

Ehrungen gehörten ebenso zum Frühschoppen: Für 50 Jahre Vereinstreue erhielten Ferdinand Reher sowie in Abwesenheit Erich Suntrop und Max Künnemann eine Auszeichnung. Thomas Kröger wurde die Siegertrophäe des Pokalschießens aller ehemaligen Könige überreicht. Zudem erhielt Pascal Engels den Pokal für die meisten Ringe beim „Schießen der Fahnenabordnung“ und die diesjährigen Insignienschützen bekamen einen Orden. Der Spielmannzug „Grün-Weiß“, der zusammen mit dem Kolping-Blasorchester Rinkerode für eine hervorragende musikalische Unterstützung beim Frühschoppen sorgte, führte ebenfalls Ehrungen durch.

Abschließend richtete Theo Scharbaum seinen Blick schon mal auf das kommende Jahr: Dann steht nämlich das 425-jährige Vereinsjubiläum an. Das soll mit einer Vielzahl an Veranstaltungen – den Start macht ein mittelalterlicher Markt am 9. und 10. Juni – innerhalb einer gesamten Woche gefeiert werden. Das „klassische“ Schützenfest werde vom 15. bis zum 17. Juni stattfinden.

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