Resi Föert überraschte Feuerwehrleute
„Es wird zu wenig Danke gesagt“

Ahlen -

Es war zwar nur ein verhältnismäßig kleiner Einsatz, aber für Resi Föert ein Grund, mehr als nur Danke zu sagen. Die Anwohnerin des Oestricher Wegs, bei es der vor einer Woche im Badezimmer brannte, überraschte die Feuerwehr jetzt mit Kuchen.

Dienstag, 02.01.2018, 21:01 Uhr

Beim Überraschungsbesuch der Feuerwehr-Hauptwache durfte Resi Föert (4.v.r.) auch das „Herzstück“, die Einsatzzentrale, besichtigen. Wachleiter Walter Wolf (l.) bedankte sich im Namen seiner Mannschaft für Kuchen und lobende Worte.
Beim Überraschungsbesuch der Feuerwehr-Hauptwache durfte Resi Föert (4.v.r.) auch das „Herzstück“, die Einsatzzentrale, besichtigen. Wachleiter Walter Wolf (l.) bedankte sich im Namen seiner Mannschaft für Kuchen und lobende Worte. Foto: Christian Wolff

Die gute Nachricht vorweg: Es wurde niemand verletzt und der Sachschaden hielt sich in Grenzen. Dennoch steht Resi Föert der Schreck noch immer ins Gesicht geschrieben, wenn sie darüber spricht, was ihr vor einer Woche geschah. Plötzlich stand ihr Badezimmerschrank in Flammen.

„Ich wollte mir gerade die Haare waschen“, berichtet sie im „AZ“-Gespräch. Die Lampen im sogenannten „Alli­bert“-Schrank sollten für besseres Licht sorgen. Doch schon kurze Zeit, nachdem die Hausfrau den Schalter betätigt hatte, roch es komisch. „Ich dachte erst, das käme von der Heizung.“ Doch schnell war klar: Irgendwo hatte es in dem Schränkchen einen elektrischen Schaden gegeben. Sekunden später schoss der Frau eine Stichflamme entgegen. „Mit einem Handtuch habe ich noch versucht, das Feuer zu ersticken“, sagt Resi Föert. „Aber das ging nicht mehr.“

Der Notruf, der am vorigen Mittwoch gegen 17 Uhr bei der Einsatzzentrale der Freiwilligen Feuerwehr einging, ließ sogar Schlimmeres befürchten: „Hausbrand“, hieß es da. Die Brandbekämpfer rückten umgehend zum Oest­richer Weg aus. Erleichterung herrschte auf beiden Seiten, als klar war, dass sich das Problem schnell beseitigen ließ. Der stechende Geruch, die Rußreste, der zerstörte Schrank und rund 2000 Euro Schaden – nebensächlich. Für Resi Föert war viel wichtiger, wie schnell ihr geholfen wurde.

„Ich habe die Feuerwehrleute und auch die netten Leute von der Polizei zwar schon vor Ort gelobt, aber ich wollte mich auch mit einem Geschenk erkenntlich zeigen“, so die Ahlenerin. „Ich habe mich wirklich gut aufgehoben und nicht alleingelassen gefühlt.“

Gesagt, getan. Jetzt war sie mit Kuchen bei der Hauptwache am Konrad-Adenauer-Ring zu Gast, um den Aktiven, die rund um die Uhr für die kleinen und großen Probleme der Ahlener Bürger bereitstehen, ihre Sympathie zu zeigen. Auch Wachleiter Walter Wolf stieß zur Überraschungsrunde hinzu und war sichtlich erfreut. „Es wird heutzutage zu wenig Danke gesagt“, merkt die gebürtige Beckumerin dabei an. Sie weiß, wovon sie spricht, schließlich ist die Frau selbst ehrenamtlich im medizinischen Dienst tätig.

Resi Föert im Gespräch mit Wachleiter Walter Wolf.

Resi Föert im Gespräch mit Wachleiter Walter Wolf. Foto: Christian Wolff

Einige Feuerwehrleute, die zum Zeitpunkt des Besuchs ihren Dienst verrichteten, erinnerten sich gut an den Einsatz. „Der Spiegelschrank hatte tatsächlich einen Kurzschluss“, erläutert Thomas Wittenbrink. „Wir haben die Kabel abgeklemmt und den Schrank nach draußen gebracht.“ Jens Schüsseler, der in seiner Funktion als Löschzugführer ebenfalls am Oestricher Weg war, hätte mit dieser symbolischen Geste angesichts des recht überschaubaren Einsatzes gar nicht gerechnet. „So etwas erleben wir selten. Das ist wirklich ein schöner Zug“, lobt er, während Resi Föert ergänzt: „Ich habe den Eindruck, viele dieser Leistungen werden als selbstverständlich angesehen. Aber das sind sie nicht.“ Gegenseitige Wertschätzung und Rücksichtnahme vermisse sie auch in anderen Situationen.

Zu diesem Punkt kann Schüsseler gleich noch eine Begebenheit desselben Einsatzes beisteuern: „Obwohl es sich unverkennbar um eine Maßnahme der Feuerwehr handelte, bei der es – trotz des schnellen Eingreifens – immer um Minuten geht, haben sich einige Verkehrsteilnehmer durch die Einsatzstelle gequetscht.“ Das habe auch der Polizei sehr missfallen.

„Wenn man sich vor Augen führt, dass jeder einmal Hilfe braucht und eigentlich froh sein müsste, wenn dann jemand da ist, halte ich das für unverständlich. Man kann mal einen Umweg in Kauf nehmen“, meint Resi Föert. Die Kameraden bedankten sich für so viel Anerkennung ihrer Arbeit, ließen sich den Kuchen schmecken und servierten der Dame im Gegenzug frischen Kaffee.

Ich habe den Eindruck, viele dieser Leistungen werden als selbstverständlich angesehen.

Resi Föert
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