Hochkarätige Dauerleihgaben Drei Neuzugänge im Museum

Ahlen -

Das Kunstmuseum Ahlen hat drei neue Dauerleihgaben, darunter ein Fritz Winter, aus der Stiftung Kunst des Landes und der Bundeskunstsammlung erhalten.

Von Dierk Hartleb
Dieses Gemälde des Franzosen André G. Heurtaux ist nicht nur wegen seiner klaren Formgebung bemerkenswert, sondern vor allem wegen des Entstehungsjahres 1947.
Dieses Gemälde des Franzosen André G. Heurtaux ist nicht nur wegen seiner klaren Formgebung bemerkenswert, sondern vor allem wegen des Entstehungsjahres 1947. Foto: Dierk Hartleb

Angekündigt waren die Bilder schon vor geraumer Zeit. Aber wie das mit Dauerleihgaben so ist: Gut Ding will Weile haben. Kurz vor Weihnachten konnte der Direktor des Kunstmuseums, Burkhard Leismann , dann doch Vollzug melden: Die Arbeiten „Netzwerk aus Segeltuch“ von Herbert Zangs und „Composition“ von André G. Heurtaux sind eingetroffen. Beide stammen aus der Sammlung der früheren WestLB, die 2012 aufgespalten wurde, und deren Bilder inzwischen in den Besitz der Stiftung Kunst des Landes NRW übergegangen ist.

„Wir freuen uns sehr über diese hochwertigen Dauerleihgaben“, betont Leismann. Die 1953 entstandene Arbeit des Krefelder Zangs würde sich gut mit Lichtobjekten Adolf Luthers vertragen, denn Zangs setzt bildnerisch um, was der andere Krefelder Luther in dreidimensionalen Formen beschreibt. Das Werk des Franzosen Heurtaux ist nicht nur wegen der Klarheit seiner konstruktiven Formensprache bemerkenswert, sondern vor allem wegen seines Entstehungsjahres 1947. Zu dem Zeitpunkt habe es zumindest in Deutschland wenig Vergleichbares gegeben, erklärt Leismann.

Über das dritte Gemälde freut sich der Museumsleiter, weil es sich dabei um ein Bild des Ahleners Fritz Winter handelt. Die „Große Komposition“ datiert aus dem Jahr 1938; die Dauerleihgabe entstammt der Kunstsammlung des Bundes in der Bundeskunsthalle Bonn. Alle drei Werke werden voraussichtlich in der Ausstellungsreihe „Sammlung plus“, die am 13. Mai 2018 eröffnet wird und deren zweiter Teil am 13. September endet, zu sehen sein.

Insgesamt verspricht das kommende Jahr hochspannend zu werden. Noch bevor das Museum sein Depot für die bereits erwähnte Ausstellung „Sammlung plus“ unter Beteiligung von Klaus Staudt (13. Mai bis 8. Juli) sowie Ines Braun und Iris Stephan (22 Juli bis 13. September) öffnet, heißt es ab 18. Fe­bruar „I‘m a chair“. Die Präsentation basiert auf dem Fundus der umfangreichen Suhlsammlung Löffler in Nürnberg. Im Vorfeld der musealen Neugründung der Sammlung kommt das Kunstmuseum in den Genuss, außergewöhnliche und selten gezeigte Exponate präsentieren zu können. Dabei sollen einzelne als besonders rar eingestufte Stühle im Fokus der Ausstellung stehen. Darüber hinaus soll auch der geplante Sammlungskatalog vorliegen, der die kulturgeschichtliche Bedeutung des Stuhls im Laufe der Geschichte exemplarisch thematisiert.

Begleitet wird die Präsentation mit Wandreliefs der in Sendenhorst lebenden international tätigen Künstlerin Silke Rehberg, deren Exponatsgruppe der sogenannten „Schläfer“ die Thematik des Sitzens begleitet. Parallel dazu zeigt die Sparte Bildende Kunst der Kulturgesellschaft in der Stadt-Galerie andere Aspekte des facettenhaften Werkes der Künstlerin.

„Brisante Träume“ werden ab 13. Oktober im Kunstmuseum geträumt, nachdem tags zuvor im Museum Marta in Herford der erste Teil der Ausstellung zur Kunst der Weltausstellungen eröffnet worden sein wird. „Die Künste spielten von Anfang an eine bedeutende Rolle bei der Vermittlung der nationalen Identität und wurden nicht selten eingesetzt, um Botschaften wirkungsvoll ins Szene zu setzen“, stellt Leismann fest. Die Ausstellung, die wie die Stuhl-Präsentation von Dr. Thomas Schriefers kuratiert wird, spannt zeitlich den Bogen von 1937 (Paris) bis 1970 (Osaka) und untersucht, in wie weit der Kunst bei fünf Weltausstellungen von den teilnehmenden Staaten eine politische Rolle zugewiesen worden ist.

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