Bildhauergruppe
Faszination fürs Dreidimensionale

Ahlen -

Eigentlich wollte Klaus Eckhoff nur einen Kurs geben: Bildhauerei an vier Wochenenden. Das war im Jahr 2006. Doch die Teilnehmer wollten mehr. Und so läuft das Angebot im Kunst-Museum inzwischen regelmäßig.

Samstag, 30.12.2017, 05:12 Uhr

Mit Begeisterung dabei: Hermann Mense, Armin Künne, Irma Jasperneite, Michael Brockmann, Klaus Eckhoff, Alois Brinkkötter, Kerstin Eifler, Andrea Brockmann, Silke Taddag-Ruhland, Wilma Schmied und Alois Krätzig (v. l.).
Mit Begeisterung dabei: Hermann Mense, Armin Künne, Irma Jasperneite, Michael Brockmann, Klaus Eckhoff, Alois Brinkkötter, Kerstin Eifler, Andrea Brockmann, Silke Taddag-Ruhland, Wilma Schmied und Alois Krätzig (v. l.). Foto: Ralf Steinhorst

Mal eben zum Stift oder Pinsel greifen und ein Bild auf Papier oder Leinwand malen kann mit verhältnismäßig wenig Aufwand fast überall umgesetzt werden. Beim Bildhauen ist das aufwendiger. Vor elf Jahren fand sich eine Gruppe, die sich regelmäßig zu diesem Hobby trifft.

Im Jahr 2006 hatte das Kunstmuseum Ahlen unter der Leitung von Künstler Klaus Eckhoff den Kurs „Bildhauerei in Sandstein“ über vier Wochenenden angeboten. „Das hat uns so gut gefallen, dass wir enttäuscht gewesen wären, wenn es nicht weitergegangen wäre“, blickt Armin Künne zurück. Zehn Mitglieder hatte der Kurs damals, gearbeitet wurde unter dem Apfelbaum im Museumsgarten. Doch wohin sollte die Gruppe umziehen? Schließlich wird beim Bildhauern mit Kompressor, Bohrmaschinen, Schlagwerkzeugen und Schleifern hantiert. Da kann es auch mal richtig laut und staubig werden.

Glücklicherweise gehörte Alois Brinkkötter , Leiter der Fritz-Winter-Gesamtschule, schon damals der Gruppe an und hatte einen großen Werkraum im Untergeschoss der Schule parat: „Da kann man auch mal Dreck machen.“ Zudem ist er so abgelegen, dass der Krach nicht stört. Seitdem trifft sich die Gruppe, die inzwischen 13 Mitglieder zählt, samstags alle zwei Wochen von 10 bis 14 Uhr, außer in den Ferien. Das Besondere: Einige der Hobbybildhauer wohnen inzwischen nicht mehr in Ahlen, sondern in Münster oder Hamm, sind ihrem Hobby und ihren Kunst-Gefährten aber treu geblieben.

Wobei die Gruppe offen ist, wer will, kann mitmachen. Durch Zufall dazugekommen ist beispielsweise Irma Jasperneite im Jahr 2009: „Ich war neugierig, habe reingeschnuppert und bin geblieben.“ Für Armin Künne war eine Brabender Ausstellung mit Bildhauerarbeiten das Schlüsselerlebnis, weil er dort gesehen hat, was man aus dieser Kunst herausholen kann. Was Hermann Mense präzisiert: „Die Faszination ist, dreidimensional, nicht zweidimensional zu arbeiten.“ Auch der Tätigkeitsprozess selbst ist faszinierend. „Das ist wie ein Kurzurlaub“, ist er begeistert, weil der Prozess des Entstehens für ihn wichtiger ist als das Ergebnis.

Bildhauergruppe im Kunst-Museum

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  • Regelmäßig treffen sich die kreativen Kunstköpfe. Regelmäßig treffen sich die kreativen Kunstköpfe. Foto: Ralf Steinhorst
  • Regelmäßig treffen sich die kreativen Kunstköpfe. Foto: Ralf Steinhorst
  • Regelmäßig treffen sich die kreativen Kunstköpfe. Foto: Ralf Steinhorst
  • Regelmäßig treffen sich die kreativen Kunstköpfe. Foto: Ralf Steinhorst
  • Regelmäßig treffen sich die kreativen Kunstköpfe. Foto: Ralf Steinhorst
  • Regelmäßig treffen sich die kreativen Kunstköpfe. Foto: Ralf Steinhoist
  • Regelmäßig treffen sich die kreativen Kunstköpfe. Foto: Ralf Steinhorst

Denn da muss manchmal schon mal umgedacht werden, wenn ein Stück abbricht, das eigentlich Teil der Skulptur bleiben sollte. „Man braucht eine hohe Anpassungsfähigkeit und Frustrationsgrenze“, lächelt Alois Brinkkötter das aber weg. Nicht nur das. Man fährt auch zusammen los, um Werkzeug im Baumarkt und Werkstoffe aus einem Steinmetzbetrieb in Havixbeck einzukaufen. Im Jahr stellt jeder etwa zwei bis drei Skulpturen her, die manchmal auch ausgestellt werden. Wie auf einem eigenen Stand auf der Promenade bei den Münsteraner „Skulptur Projekten“ in diesem Jahr, für den sich viele Menschen interessiert haben.

Das erzeugt Nachfrage, aber da winken die Hobbykünstler ab. Denn in den Werken hängt so viel Herzblut, dass sie eher in den eigenen vier Wänden ihren Platz finden. Und so ist Kursleiter Klaus Eckhoff dann auch begeistert von seinen Schülern: „Es ist eine harmonische Gruppe, man unterhält sich und gibt sich gegenseitig Tipps“.

Ich war neugierig, habe reingeschnuppert und bin geblieben.

Irma Jasperneite
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