Helldorado
Teenies in Festivalstimmung

Ahlen -

Am ersten Helldorado-Abend im Jugendzentrum Ost ließen es zumeist junge (Hard-)Rockfans krachen.

Freitag, 29.12.2017, 09:12 Uhr

Rockig-poppige Songs präsentierte die Band „Annie‘s Style“ um Sängerin und Frontfrau Helen Stegemann. Die melodiösesten Kompositionen des Abends kamen beim jungen Publikum gut an.
Rockig-poppige Songs präsentierte die Band „Annie‘s Style“ um Sängerin und Frontfrau Helen Stegemann. Die melodiösesten Kompositionen des Abends kamen beim jungen Publikum gut an. Foto: Christian Feischen

„Helldorado“ heißt das alljährliche Weihnachtsrockfestival im Jugendzentrum Ost und das spielt mit seinem Titel auf die zuweilen „höllische“ Lautstärke an, die so manche Band auf der Bühne erzeugen kann. Dazu gehörte am Mittwochabend jedenfalls die Gruppe „Inside Of The Heartless“ aus Oelde, die bei ihrem Kurzauftritt Gitarrenrock der härtesten Gangart darbot. Die Texte der Songs waren bei Fabian Loths Hardcore-Scream-Gesang zum wuchtigen Schlagzeugspiel und den virtuos gespielten schnellen Gitarrenläufen nicht zu verstehen – was allerdings zum Genre dazugehört.

Zum bereits 15. Mal seit 2003 rockten zum Ausklang der Weihnachtszeit am Mittwoch die ersten fünf von zehn jungen Bandformationen an zwei Abenden in Ahlens Osten. Den Anfang machte dabei der Rapper „White“, der – genauso wie später „Slyser“ aus Ahlen – zum eingespielten Playback seine Texte mit sozialkritischen Anklängen darbot. Zu Beginn des Abends allerdings noch vor gerade mal 20 Zuhörern.

Spätestens, als dann das Quintett „Annie‘s Style“ aus Münster und Umgebung die Bühne betrat, füllte sich der Saal. Mit rockig-poppigen Songs präsentierte die Band um Sängerin und Frontfrau Helen Stegemann die melodiösesten Kompositionen des Abends. Keyboarder Julius Furth sorgte dabei für eingängige Piano-Riffs, während Gitarrist Simon Jöken den Bandsound um funkige Elemente bereicherte. Bei den temporeichen, rhythmischen Stücken klatschte das fast ausschließlich junge Publikum im Teenageralter zum Teil mit. Und auch die Ballade „Home“, bei der Helen Stegemanns souliger Gesang beeindruckte, kam offensichtlich an.

„Slyser“ alias Simon Lang verpackte anschließend schwierige Lebenssituationen in Rap-Texte, bei denen er Gefühle von Einsamkeit und Trennungsschmerz mit Reimen wie „Ich bin ratlos, Amors Pfeil betäubt uns bloß“ ohne Umschweife benannte: „Schlaflos“ oder „Du fehlst mir“ hießen die nachdenklicheren Songs des Ahleners. Beim ermutigenden „Der Sonne entgegen“ von seiner CD „Terra“ ging es vor allem darum, dass man Krisen überwinden kann, wenn man nur danach sucht, „was einen wieder raufzieht“. Das kam nicht zuletzt wegen der souveränen Performance „Slysers“ beim Publikum an.

Wie „Slyser“, der seit 2009 als Rapper unterwegs ist und sich in der Szene längst einen Namen gemacht hat, gehörten auch „Enojado“ zu den erfahrenen Musikern des Abends. Die Gitarristen Stephan Kieserling und Thomas Schnaube aus Hamm treten schon seit 17 Jahren als „Enojado“ auf. Seit gut einem Jahr bedient „Mojo Jazz Mob“-Drummer Till Junker aus Ahlen das Schlagzeug beim Trio, das am späten Abend mit kraftvoll gespieltem Independent-Hardrock und Songs wie „Coma“ oder „I Saw The Sun“ von seiner jüngsten CD bei den rund 80 „Helldorado“-Besuchern nach Pop und Rap mehr Rockfestival-Stimmung aufkommen ließ.

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