Heiligabend auf der Polizeiwache Erfreulich: Einbruchszahlen rückläufig

Ahlen -

Zu denjenigen, die auch an Feiertagen rund um die Uhr Dienst schieben, gehören die Kräfte der Polizei. Heiligabend bekamen sie Besuch vom Landrat, der neben einem symbolischen Geschenk auch erfreuliche Zahlen mitbrachte.

Von Christian Wolff
Mit Weihnachtstüten bedachten Landrat Dr. Olaf Gericke (2.v.l.), Polizeirat Christoph Ingenohl (r.) und Polizeihauptkommissar Martin Entrup als Personalratsvertreter (3.v.l.) die Heiligabend-Schicht der Ahlener Wache mit Polizeihauptkommissarin Janin Knospe, Polizeikommissar Stefan Krampe, Polizeioberkommissar Volker Rump, Polizeioberkommissar Christian Drude, Wachleiter Uwe Alteheld, Polizeikommissar Martin Wilp (stehend v.l.) und Polizeioberkommissarin Katrin Lange (vorne).
Mit Weihnachtstüten bedachten Landrat Dr. Olaf Gericke (2.v.l.), Polizeirat Christoph Ingenohl (r.) und Polizeihauptkommissar Martin Entrup als Personalratsvertreter (3.v.l.) die Heiligabend-Schicht der Ahlener Wache mit Polizeihauptkommissarin Janin Knospe, Polizeikommissar Stefan Krampe, Polizeioberkommissar Volker Rump, Polizeioberkommissar Christian Drude, Wachleiter Uwe Alteheld, Polizeikommissar Martin Wilp (stehend v.l.) und Polizeioberkommissarin Katrin Lange (vorne). Foto: Christian Wolff

Nicht nur mit „süßen Tüten“ zum Weihnachtsfest wartete Dr. Olaf Gericke auf. Bei seinem traditionellen Heiligabend-Besuch auf der Polizeiwache am Südberg verkündete der Landrat auch gute Nachrichten: „Die Zahl der Straftaten liegt in diesem Jahr deutlich unter dem, was wir in den Vorjahren verzeichnet haben.“ 13 Prozent weniger – das sei schon beachtlich. Die Zahl der Wohnungseinbrüche habe sich sogar halbiert.

„Das war sonst immer ein großes Thema. Aber die Innere Sicherheit spielte bei den Verantwortlichen in Berlin und Düsseldorf zuletzt eine zunehmende Rolle“, sagte Gericke. Dass sich der bedenkliche Trend vor Ort inzwischen umgekehrt habe, sei „für das Sicherheitsgefühl der Bürger von enormer Bedeutung“. Mit einer fast 50-prozentigen Aufklärungsquote bescheinigte er den Beamten im Kreis eine gute Arbeit. „Insofern blicken wir aus polizeilicher Sicht positiv auf das Jahr zurück.“

Dass die Kollegen in Beelen parallel zur Weihnachtsrunde, die auch Polizeirat Christoph Ingenohl und Personalratsvertreter Martin Entrup absolvierten, ein Tötungsdelikt bearbeiten mussten, stimmte jedoch auch die Dienstgruppe in Ahlen nachdenklich. Dort war erst wenige Stunden zuvor ein 71-jähriger Mann tot in seinem Rollstuhl entdeckt worden, der offenbar durch stumpfe Gewalteinwirkung ums Leben kam. Auch in der Wersestadt habe es an Heiligabend schon einen Todesfall gegeben, ergänzte Wachleiter Uwe Alteheld. Doch im Ge­gensatz zum Beelener Fall habe es sich um einen natürlichen Tod gehandelt, wie er auch an vielen anderen Tagen eines Jahres vorkomme.

Viel bedenklicher bewertet Christoph Ingenohl hinge­gen die Verkehrstoten. 14 habe es bis zum 24 Dezember kreisweit gegeben. In Ahlen sorgten dabei ein Radfahrer, der auf dem Konrad-Adenauer-Ring von einem Pkw erfasst wurde (16. September) und ein Rollerfahrer, der im Hövenerort mit einem Pkw kollidierte (19. Februar), für Schlagzeilen. „Ansonsten hatten wir überwiegend Diebstahlsdelikte.“

Der Landrat erinnerte ebenso an den Fall, bei dem ein Ahlener seine Ehefrau in der Silvesternacht im Streit umbrachte, oder die Odyssee eines Ahlener Bundeswehrsoldaten, der seine Ex-Freundin in Beckum zunächst erdrosselt und dann deren Wohnung angezündet hatte. In der Nähe seines Wohnorts wurde der junge Mann schließlich nach einem Schusswechsel mit der Polizei schwer verletzt. In Kürze steht der wieder genesene Mann vor Gericht. „Die Kollegen haben da sehr besonnen reagiert“, lobte Dr. Olaf Gericke. Er habe sich die Aufzeichnung des Funkverkehrs angehört, um die ganze Dramatik dieses Einsatzes besser nachvollziehen zu können. „Ich kann verstehen, wenn die Einsatzkräfte Sorgen hatten, ob sie den Täter womöglich getötet haben.“

Die Wache am Südberg arbeitet aktuell in drei Schichten, Ruhezeiten gibt es für die Kräfte dabei nicht. Etwas Entlastung brachte es der Polizei in Ahlen, dass sie bei den lokalen Fußballereignissen nicht mehr die starke Präsenz zeigen müsse, wie es früher häufig der Fall war, ergänzte Wachleiter Alteheld. „Das ist immer ein unheimlicher Aufwand, der da betrieben werden muss“, so der Erste Polizeihauptkommissar. Dass für viele ältere Kollegen, die in letzter Zeit ausgeschieden sind, jüngere nachgerückt sind, stimmt die Ordnungshüter umso positiver. „Wir leben vom Engagement und der Motivation der jungen Kollegen, die im Rahmen der Nachbesetzung von Stellen zu uns gekommen sind“, so Alteheld.

Einsatztraining und Schulungen sowie Verbesserung der Ausrüstung und Vernetzung mit anderen Dienststellen liefen unvermindert weiter. „Die ganz große Entlastung kann natürlich erst kommen, wenn die Neueingestellten fertig ausgebildet sind“, wies Dr. Olaf Gericke auf die vom Land anvisierte langfristige Personalaufstockung hin. Durch Präsenz und Aktionen wie „Wachsamer Nachbar“ werde weiterhin versucht, Wirkung zu erzielen.

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Wir leben vom Engagement und der Motivation der jungen Kollegen.

Uwe Alteheld

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