„Rewe“-Markt öffnete Heiligabend Männer kaufen auf letzten Drücker

Dolberg -

Anders als die meisten Geschäfte im Umland hatte der „Rewe“-Markt in Dolberg an Heiligabend geöffnet. Die „AZ“ war vor Ort und erlebte einen unerwarteten Kundenansturm.

Von Ralf Steinhorst
Als eines von wenigen Geschäften im Umland hatte der „Rewe“-Markt in Dolberg an Heiligabend geöffnet. Auch wenn Geschäftsführer Thomas Schürbüscher anfangs skeptisch war, so fiel sein Resümee am Ende positiv aus. Etliche auswärtige Kennzeichen fanden sich im Verlauf des ungewöhnlichen Verkaufstages auf dem Parkplatz.
Als eines von wenigen Geschäften im Umland hatte der „Rewe“-Markt in Dolberg an Heiligabend geöffnet. Auch wenn Geschäftsführer Thomas Schürbüscher anfangs skeptisch war, so fiel sein Resümee am Ende positiv aus. Etliche auswärtige Kennzeichen fanden sich im Verlauf des ungewöhnlichen Verkaufstages auf dem Parkplatz. Foto: Ralf Steinhorst

Noch etwas für die Festtafel am Heiligabend vergessen? Oder für die beiden Feiertage danach? Auf einem Sonntag! Dumm gelaufen, denn die Geschäfte haben geschlossen, könnte man meinen. Nicht so in Dolberg. Dort hat der „Rewe-Markt“ an Heiligabend für vier Stunden geöffnet – und zwar nicht nur für Notfälle.

„Ich hatte nicht damit gerechnet, dass schon kurz nach 10 Uhr so viel los ist“, blickt Geschäftsführer Thomas Schürbüscher über seinen Parkplatz. Seit wenigen Minuten erst haben die Türen für den Einkauf im „ Rewe “-Markt geöffnet. Er gibt zu, dass der Tag für ihn schwer einzuschätzen gewesen sei – obwohl er schon am ehemaligen Standort in Dolberg am letzten sonntäglichen Heiligen Abend im Jahr 2006 geöffnet hatte.

Wann der Gedanke gereift ist, auch an diesem Sonntag zu öffnen? Schon im Mai sei das gewesen, sagt Thomas Schürbüscher. Weil ihm bewusst gewesen sei, dass das Gesetz dazu die Möglichkeit gibt. Seine 47 Mitarbeiter hat er von Anfang an mit in das Gedankenspiel einbezogen und einen Lohnbonus für den Tag ausgelobt. Schließlich meldeten sich 25 Mitarbeiter freiwillig. Das waren dann sogar mehr als gebraucht wurden.

Der Verkaufstag hat allerdings Einschränkungen: Nur Lebens- und Genussmittel dürfen verkauft werden. Worauf ein ironisches Lächeln über Thomas Schürbüschers Gesicht huscht. Viel lieber hätte er schon um 8 Uhr geöffnet. Es sei schon komisch, dass die Bäckerei „Laib und Seele“ unter gleichem Dach nur von 8 bis 12 Uhr geöffnet haben dürfe, er aber von 10 bis 14 Uhr für seine Kunden da sein darf. „Bürokratie kann seltsame Wege einschlagen.“

Ein ungewohntes Bild ergibt sich aus dem Büro des Lebensmittelmarktes, durch dessen Fenster es einen guten Blick in den Verkaufsraum gibt. Es sind nämlich überwiegend männliche Kunden zu sehen. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass die Frauen ihre Männer losschicken, um noch vergessene Artikel einzukaufen“, sieht sich Thomas Schürbüscher bestätigt und blickt noch mal durch das Fenster: „Schon verrückt, wie viele Kunden den Laden betreten.“ Passend dazu kommt wenige Momente später, es ist mittlerweile 10.30 Uhr, Filialleiter Robin Hugendiek ins Büro: „Wir haben zu wenig Parkplätze. Drei Kunden haben mich schon gefragt, warum wir nicht bis 18 Uhr geöffnet haben.“

Ein Grund für den „Run“ findet sich auch an der Fleischtheke. Dort liegen zahlreiche Vorbestellungen zur Abholung bereit. Auch weil die Kühlmöglichkeit im Supermarkt komfortabler ist als im überfüllten Kühlschrank zu Hause. „Es ist schon einiges raus“, bestätigt Mitarbeiterin Susanne Both hinter der Theke, die nach 20 Minuten mit ihren Kolleginnen einmal durchschnaufen kann. Die erste Welle ist gelaufen.

Robin Hugendiek füllt derweil die ersten Süßigkeiten wieder auf. Auch Brot, Obst und Gemüse sind bevorzugt gefragt. „Uns fehlt Butterschmalz“, hat es Kunde Thomas Maschke noch mal kurz in den Supermarkt verschlagen, während seine Frau daheim den Festtag weiter vorbereitet. Einem Hilferuf seines Bruders in Rietberg folgte dagegen Maxim Borgstädt. Dem fehlte noch Kondensmilch. In Rietberg blieben die Markttüren nämlich geschlossen.

Wie es mit Silvester aussieht, das ja schließlich in diesem Jahr auch auf einen Sonntag fällt? „Da bleibt der Markt zu, da dürfen wir nicht“, erklärt Thomas Schürbüscher. Die gesetzliche Regelung verbiete es, insofern hat der Heilige Abend eine Ausnahmestellung. Dafür hat der Geschäftsführer den nächsten sonntäglichen Heiligen Abend bereits im Blick. Der ist im Jahr 2023.

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Wir haben zu wenig Parkplätze. Drei Kunden haben mich schon gefragt, warum wir nicht bis 18 Uhr geöffnet haben.

Robin Hugendiek

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