Krippe in der St.-Marien-Kirche
Gewänder fielen Motten zum Opfer

Ahlen -

Mit dem 8. Dezember – im katholischen Kalender das Fest „Maria Verkündigung“ – beginnt jedes Jahr der Aufbau der Krippe in der St.-Marien-Kirche. Es ist eine Wandelkrippe, die sich bis in den Februar ständig verändert. Natürlich dürfen auch die Engel nicht fehlen. Und die brachten Heinz Reinhard auf die Spur der Geschichte.

Sonntag, 24.12.2017, 14:12 Uhr

Um die Geschichte der St.-Marien-Krippe haben sich Isolde Schnapka, Ralf Peters, Ralf Steinhorst und Heinz Reinhard (v.l.) gekümmert.
Um die Geschichte der St.-Marien-Krippe haben sich Isolde Schnapka, Ralf Peters, Ralf Steinhorst und Heinz Reinhard (v.l.) gekümmert. Foto: Peter Schniederjürgen

„Als ich in den 50er Jahren noch Schüler war, wurde in unserer Klasse für einen Engel der Krippe gesammelt“, erinnert sich der frühere Cafébetreiber. Später forschte er über die Historie der Krippen des neogotischen Gotteshauses. „Die Figuren stammen aus der Hand der für ihre gelungenen Darstellungen bekannten Bildhauerin Gertrud Büscher-Eilert aus Leer bei Horstmar“, hat Heinz Reinhard erfahren. Sie hatte damals den Auftrag, eine Gruppe in westfälischer Tracht darzustellen. Nun sind über die Jahrzehnte viele der ursprünglichen Kleider den Motten zum Opfer gefallen. „So wurden sie durch biblische ersetzt“, fügt die Sakristanin der Marienkirche, Isolde Schnapka, an. Lediglich die Gewänder der drei Könige sind noch historisch.

„Ein Detail ist geblieben“, zwinkert der Krippenforscher. „Die Fußbekleidung blieb dem Münsterland treu.“ So trägt Josef keine biblischen Sandalen sondern solide münsterländische „Holsken“ (platt Holzschuhe“).

Detail der Krippe.

Detail der Krippe. Foto: Peter Schniederjürgen

Die Füße, Hände und Köpfe der Figuren sind aus Holz, Körper und die Gliedmaßen dagegen aus gefüllten Stoffbezügen. „Die mussten auch schon mal im Fachbetrieb überholt werden“, weiß die Sakristanin. Denn die Figuren werden nicht einfach nur statisch versetzt. Durch die flexiblen Gliedmaßen kann auch die Haltung der Figuren verändert werden. So erscheint die Krippe an jedem Sonntag anders. Überhaupt gibt es dabei immer viel zu entdecken. Das Arrangement ist unglaublich detailreich. „Wer beim Schäfer den Hirtenstab genau betrachtet, sieht einen Haken und eine kleine Schaufel“ erklärt Reinhard. Solche Geräte sind noch heute im Einsatz und dienen dazu, Schafe mit gezielten Erdwürfen auf dem Weg zu halten.

Die Vorlage für die Künstlerin war die Weihnachtsgeschichte nach dem Evangelisten Lukas. Die Krippe enthielt außer der Heiligen Familie sechs Engel, zwei Kinder, je zwei sitzende und zwei stehende Hirten sowie zwei Hirtinnen, die drei Könige, einen Kamelführer mit Kamel, je einen Ochsen und einen Esel. Heut steht die große Krippe vor dem Altar. Früher wurde sie im südlichen Seitenschiff der Kirche aufgebaut.

Infoblätter zur Krippengeschichte liegen in der Kirche aus und dürfen gerne mitgenommen werden. Heinz Reinhard und Pastoralreferent Ralf Peters würden sich freuen, wenn noch weitere Informationen zur Krippe gegeben werden könnten. Wer etwas weiß, kann sich beim Pastoralreferenten unter Telefon 7 60 59 16 oder per E-Mail an peters-r@bistum-muenster.de melden.

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