Britta Möllmann dokumentierte Fabrikbrache
Vom morbiden Charme verzaubert

Ahlen -

Verzaubert vom morbiden Charme des Verlassenen ist Britta Möllmann. Die gebürtige Ahlenerin, die heute in München lebt, dokumentierte die alte Stärkefabrik Hundhausen und zeigt die 20 schönsten Aufnahmen in Kürze in einer Ausstellung.

Donnerstag, 21.12.2017, 21:12 Uhr

Für den Exkurs in die eigene Vergangenheit hat Britta Möllmann extra Urlaub genommen. Von München reiste sie in ihre Geburtsstadt Ahlen, um die Stärkefabrik Hundhausen vor dem Abriss zu dokumentieren. 20 ihrer schönsten Aufnahmen präsentiert sie nun in einer Ausstellung.
Für den Exkurs in die eigene Vergangenheit hat Britta Möllmann extra Urlaub genommen. Von München reiste sie in ihre Geburtsstadt Ahlen, um die Stärkefabrik Hundhausen vor dem Abriss zu dokumentieren. 20 ihrer schönsten Aufnahmen präsentiert sie nun in einer Ausstellung. Foto: Britta Möllmann / Christian Wolff / Erich Reiswich

Britta Möllmann kommt gebürtig aus Ahlen und lebt heute in München. Mit großer Leidenschaft fotografiert sie seit Jahren verlassene Orte, aufgegebene Schmelztiegel aus Industrie, Kultur und Gesellschaft. „Lost Places“ nennt das die Fachwelt der gleichgesinnten Hobby-Dokumentarfotografen, die sich vornehmlich im Internet einer immer größeren Anhängerschaft erfreut.

„Als ich hörte, dass die alte Stärkefabrik Hundhausen abgerissen werden soll, lag es mir sehr am Herzen, diese Ruine in Bildern für die Ewigkeit festzuhalten“, erklärt Britta Möllmann gegenüber unserer Zeitung. „Als Kind bin ich dort oft auf dem Weg zu meinen Großeltern vorbeigeradelt. Und da mein Opa auch in dieser Fabrik gearbeitet hat, war eine dicke Portion Emotionalität dabei.“ Außerdem verbinde sie die Hundhausen-Silhouette, an der jeder Bahnreisende entlangkommt, ohnehin mit Ahlen.

Die Wahl-Münchnerin erzählte ihrem Bruder Volker Möllmann , Inhaber der „Feuerarena“, von dem Dokumentationsvorhaben und fragte ihn, was er davon halten würde, wenn die Bilder anschließend in seiner „Arena“ ausstellen würden. „Er war von der Idee begeistert und sagte mir zu, dass er mir eine Fläche zur Verfügung stellen würde“, so Britta Möllmann. „Danach setzte ich mich mit Herrn Neuhaus, dem neuen Eigentümer der Fabrik, in Verbindung. Ich berichtete ihm von meiner Idee. Auch ihn konnte ich dafür gewinnen.“ Allerdings musste sich die Fotografin beeilen: Nur zwei Wochen blieben ihr, bis die Bagger anrollten. „Da hieß es schnell handeln. „Also Urlaub genommen und ab nach Ahlen.“ Lebensgefährte Martin Leidenfrost, ebenfalls begeisterter „Lost-Places“-Fotograf, begleitete sie. „Ich betrete nämlich nur ungern alleine zerfallene Gebäude“, gibt Britta Möllmann ehrlich zu.

Blick ins Innere der alten Stärkefabrik.

Blick ins Innere der alten Stärkefabrik. Foto: Britta Möllmann

„Als wir das trostlose Gelände betraten, war ich sofort von dem morbiden Charme verzaubert. An den Wänden hatten sich Graffitikünstler verewigt. Die Natur hatte sich schon einen großen Teil zurückerobert.“ Das Bürogebäude betrat das Duo nur im vorderen Bereich, da sich der Holzfußboden unter den Füßen bewegte. „Einen Absturz wollten wir nicht riskieren.“ Nach sechs Stunden waren wundervolle Motive auf die Speicherkarte gebannt – und es ging ans Aussortieren. „Es war schwierig, die schönsten 20 Werke auszusuchen“, so Möllmann. Aber: „Es war eine wunderbare Reise in die Vergangenheit.“

Die Hundhausen-Ausstellung wird am Samstag, 6. Januar, um 16 Uhr in der „Feuerarena“ an der Walstedder Straße 100 eröffnet. Danach ist sie bis Samstag, 31. März, zu den regulären Öffnungszeiten (Montag und Dienstag von 10 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr, Sonntag von 14 bis 17 Uhr) zu sehen. Britta Möllmann verspricht: „Am Eröffnungstag bin ich auch selbst anwesend und würde mich freuen, viele Interessierte persönlich zu begrüßen.“

 

Da mein Opa in dieser Fabrik gearbeitet hat, war eine dicke Portion Emotionalität dabei.

Britta Möllmann
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