Nicola Baumann bei Winkelmann
Ahlens Raumfahrt-Mission

Ahlen -

In drei Jahren will Nicola Baumann als erste deutsche Frau ins Weltall starten. Am Mittwoch schaute sie bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen vorbei – einem der Sponsoren der Mission „Die Astronautin“.

Mittwoch, 13.09.2017, 19:09 Uhr

Nicola Baumann: Zwischenlandung bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen, flankiert von den Geschäftsführern Martin Michelswirth und Friedhelm Körner. In drei Jahren will sie ins All starten.
Nicola Baumann: Zwischenlandung bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen, flankiert von den Geschäftsführern Martin Michelswirth und Friedhelm Körner. In drei Jahren will sie ins All starten. Foto: Ulrich Gösmann

Den Windböen, die am Mittwochmittag um den Werkskomplex der Winkelmann-Tochter MSR Technology pfeifen, scheint die Luft auszugehen, als Wirbelwind Nicola Baumann einmal tief einatmet, um dann mit der schwerelosen Leichtigkeit der Worte durchzustarten – auf ihre Reise ins All! Ob sie in drei Jahren mit dabei ist, wenn die „Mission Astronautin“ mit der ersten deutschen Frau an Bord zur ISS startet? Typisch Baumann: „Sicher zu sein, wer mitfliegt, das ist erst dann sicher, wenn man wirklich in der Rakete sitzt.“ Sagt‘s – und lacht.

Nicola Baumann

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  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
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  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
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  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Winkelmann MSR Technology
  • Nicola Baumann bei der Winkelmann MSR Technology in Ahlen Foto: Winkelmann MSR Technology

Herzen schlagen bei Winkelmann MSR Technology an der Gersteinstraße 15 auf einer Wellenlänge, als der prominente Gast am Vormittag – scheinbar startklar in blauem Raumfahrtoverall – zur Werksbesichtigung antritt.

Die Wahl-Kölnerin und gebürtige Münchenerin, die bis Juli als eine von drei Frauen den „Eurofighter“ flog, hat sich bei der Bundeswehr abkommandieren lassen, um den Sternen mit wissenschaftlicher Neugier noch näher zu kommen. Für die kommerzielle, privat finanzierte Mission „Die Astronautin“ ist die 32-Jährige auf Sponsoren wie die Ahlener Winkelmänner angewiesen.

Wie der Kontakt zustande kam? „Indem wir angerufen haben“, sagt Geschäftsführer Martin Michelswirth. Wenn die erste deutsche Frau ins Weltall aufsteige, wollten natürlich auch die Ahlener mit dabei sein. „Das bedeutet uns sehr viel“, lässt Geschäftsführer Friedhelm Körner wissen. Schließlich schlage das Herz von Winkelmann MSR Technology (80 Mitarbeiter) für die Luft- und Raumfahrt.

Gerade erst seien Antriebsdüsen aus Ahlen mit Rocket Lab (Neuseeland) ins All gestartet und ein neues Werk in den USA (WFT Flowform Technology) eröffnet worden. Mit NASA, Space X und Galileo fallen weitere Namen, die Raumfahrtfreunde in den Ohren klingeln. Ob Düsen für Satelliten, Tankbauteile für die Ariane 5, Fahrwerkzylinder für die Boeing 777 – Ahlener Hochpräzisionstechnik im Drückwalzverfahren ist mit an Bord, wenn es in die Luft geht.

Sie produzieren hier für mein altes Leben und für mein neues.

Nicola Baumann

Von der lässt sich auch Nicola Baumann bei einem zweistündigen Werksrundgang begeistern. „Ja, super war‘s“, schießt es aus ihr, als sie im Konferenzraum Platz nimmt. „Sie produzieren hier für mein altes Leben und für mein neues.“ Eben für die Luft- und für die Raumfahrt. Der Ortstermin daher für sie eine Punktlandung.

Nicola Baumann auf Werksbesichtigung.

Nicola Baumann auf Werksbesichtigung. Foto: Winkelmann MSR Technology

Die Produktion eines Rohres für eine Rakete hat gerade fachlich fundierten Eindruck hinterlassen. Hände gestikulieren, Augen funkeln. Spannend sei es zu sehen gewesen, wie wenig Material bei diesem hoch spezialisierten Fertigungsverfahren verschwendet worden sei. Als gelernte Maschinenbau-Ingenieurin sei ihre Faszination schnell erklärt.

Einfach machen, worauf du Lust hast!

Nicola Baumann

Sprung in einen neuen Lebensabschnitt, Beschleunigung von Tempo 2500 (Eurofighter) auf 28 000, wenn sie in drei Jahren steil abhebt: Wieder fällt wie so oft in ihren lebensfrohen Erzählungen und Erklärungen das Wort „spannend“, ein kleiner Teil des Aufbruchs zu sein. „Ich glaube, dass wir ganz am Anfang der Reise stehen“, philosophiert Nicola Baumann.

Von Abenteuerlust und Pioniergeist gepackt müsse es bei ihr gerade so sein, wie damals bei Christoph Kolumbus, zwei Monate bevor er in die weite unbekannte Welt aufgebrochen sei. Für sie – ihr Vorbild Neil Armstrong lässt grüßen – sei es ein großer Schritt, frei von Angst. Vielleicht könne sie ja ganz nebenbei auch noch junge Leute für Technik begeistern, für Forschung und Wissenschaft. Wovon auch Firmen wie Winkelmann profitieren könnten. Jugendlichen ruft sie ihre ganz persönliche Lebensempfehlung zu: „Einfach machen, worauf du Lust hast!“ 

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Nicola Baumann fliegt ins All

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  • Nicola Baumann will die erste deutsche Frau im All sein. Die Eurofighter-Pilotin der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln gewann den Wettbewerb „Die Astronautin“ und wird voraussichtlich im Jahre 2020 ins All fliegen.

    Nicola Baumann will die erste deutsche Frau im All sein. Die Eurofighter-Pilotin der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln gewann den Wettbewerb „Die Astronautin“ und wird voraussichtlich im Jahre 2020 ins All fliegen.

    Foto: Claudia Thaler
  • Das Fliegen war ihr praktisch in die Wiege gelegt: Die Mutter der 32-jährigen war sechsfache Meisterin im Drachenfliegen und so entschloss sie sich schon mit zwölf Pilotin zu werden.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann ist eine von drei Frauen bei der Bundeswehr, die den Eurofighter fliegen dürfen. Nebenbei hat sie Maschinenbau studiert - die perfekten Voraussetzungen also für eine Astronautin.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • Die gebürtige Müchenerin war nach eigenen Angaben mit ihren 1,60 Metern zu klein, um für die Lufthansa zu fliegen, also wurde sie Pilotin bei der Bundeswehr. „Das macht sowieso mehr Spaß“, findet sie.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • Das sind die sechs Finalistinnen des Wettbewerbs in Raumanzügen, unter ihnen auch die Gewinnerinnen Nicola Baumann (l) und Insa Thiele-Eich (r). Es hatten sich anfangs rund 400 Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen und Pilotinnen beworben.

    Foto: Ingo Wagner
  • Die beiden Gewinnerinnen Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann freuen sich auf das zweijährige Training in der Nähe von Moskau, das sie für ihre Kurzmission auf der ISS vorbereiten wird.

    Foto: Michael Kappeler
  • Die rund 400 Kilometer über der Erde fliegende ISS wird für kurze Zeit das Zuhause der Gewinnerinnen von „Die Astronautin“ sein.

    Foto: dpa/Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann will die erste deutsche Frau im All sein. Die Eurofighter-Pilotin der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln gewann den Wettbewerb „Die Astronautin“ und wird voraussichtlich im Jahre 2020 ins All fliegen. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann will die erste deutsche Frau im All sein. Die Eurofighter-Pilotin der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln gewann den Wettbewerb „Die Astronautin“ und wird voraussichtlich im Jahre 2020 ins All fliegen. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann will die erste deutsche Frau im All sein. Die Eurofighter-Pilotin der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln gewann den Wettbewerb „Die Astronautin“ und wird voraussichtlich im Jahre 2020 ins All fliegen. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicola Baumann will die erste deutsche Frau im All sein. Die Eurofighter-Pilotin der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln gewann den Wettbewerb „Die Astronautin“ und wird voraussichtlich im Jahre 2020 ins All fliegen. Foto: Ulrich Gösmann

 

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