Bürgerinfo Radverkehr Schutzstreifen und Bügel

Ahlen -

Radfahrer dürfen sich freuen: Die Stadt plant mehrere Maßnahmen, um das Radeln in der Stadt noch attraktiver zu machen.

Von Ralf Steinhorst
Stellten das Konzept im Ratssaal vor: Markus Gantefort, Heino Hilbert, Henrik Sander, Angelika Schöning, Marion Kremer, Prof. Dr. Stefanie Bremer, Alexander Berger und Andreas Mentz.
Stellten das Konzept im Ratssaal vor: Markus Gantefort, Heino Hilbert, Henrik Sander, Angelika Schöning, Marion Kremer, Prof. Dr. Stefanie Bremer, Alexander Berger und Andreas Mentz. Foto: Ralf Steinhorst

Radfahren ist gesund und macht Spaß. In der Ahlener Innenstadt soll es in den nächsten Monaten noch mehr Spaß machen und deshalb gefördert werden. Erste Maßnahmen stehen schon in den kommenden Monaten an. In der Bürgerinformation am Dienstagabend im Ratssaal stellte die Stadtverwaltung vor, was als erstes umgesetzt werden soll.

„Es herrscht Optimierungsbedarf“, gestand Bürgermeister Dr. Alexander Berger vor den 25 Anwesenden, doch bis zum Ende des Jahres 2018 könne dieser mit 530 000 Euro Fördermitteln vom Land realisiert werden. Zahlreiche Hinweise der Bürger seien in das Konzept eingeflossen.

Stadtplanerin Angelika Schöning umriss zunächst den Sachstand und die bisherige Öffentlichkeitsarbeit unter dem Logo „PedAhlen“. „Jeder Verkehrsteilnehmer will den meisten Platz für sich beanspruchen – aber das geht einfach nicht“, machte sie deutlich, dass viele Lösungen auch nur im Kompromiss gefunden werden können – was der knappen Fläche geschuldet ist, wie eine Defizitanalyse zeigte. Allein schon die Tatsache, dass Radfahrer nicht gleich Radfahrer sei, mache es kompliziert: So gibt es unter anderem schnelle und langsame, die einen können deswegen auf der Straße fahren, die anderen sind besser auf dem Radweg untergebracht.

Die aktuellen Projekte stellte Marion Kremer von den Umweltbetrieben vor. Obenan stand der geplante Kreisverkehr am Gebrüder-Kerkmann-Platz, wo die Ampeln an der Industriestraße und Rottmannstraße wegfallen. Auf der Mittelzunge werden zwei Radfahrwege als Abkürzung eingerichtet, um den Radlern ein vollständiges Umrunden zu ersparen. Denn Radler lieben erfahrungsgemäß kurze Wege. Im Kreisverkehr und unter der Bahnunterführung stehen den Radfahrern ansonsten 1,50 Meter breite Schutzstreifen auf der Fahrbahn zur Verfügung. Ein weiteres Projekt ist der Zugang zum Stadtpark am Kunstmuseum, der zurzeit schon umgestaltet wird.

Eine Reihe weiterer Maßnahmen sollen ebenfalls kurzfristig umgesetzt werden. Das Thema Freigabe von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung griff Gerrit Hegemann von den Umweltbetrieben auf: „Wir geben dem Radfahrer die Möglichkeit, alternative Strecken zu fahren.“ Eine Markierung auf der Fahrbahn weise dann an einmündenden Straßen auf entgegenkommende Radfahrer hin. Wenn möglich, werden markierte Schutzstreifen auf der Straße eingerichtet – beispielsweise an Wallstraße, Nordenmauer und Ostenmauer. Auch am Holzweg wird eine Schutzzone eingerichtet.

An der Moltkestraße dürfen Fahrräder zukünftig auch auf einem Schutzstreifen in Gegenrichtung fahren, wobei es in Höhe der Sparkasse wegen der Enge zu Veränderungen beim Parken kommen wird. Die Parkplätze auf der rechten Seite in Fahrtrichtung werden durchgezogen, die auf der linken Seite entfernt.

Auch die Erreichbarkeit der Fußgängerzone soll verbessert werden, wobei der Marktplatz offiziell zur Fußgängerzone zählt. Trotzdem soll dort zukünftig das Fahren mit dem Rad in Schrittgeschwindigkeit erlaubt sein – außer zu Marktzeiten. Das gilt auch für den Wegebereich vom Markt zur Volksbank bis hin zum Fußgängerüberweg an der Kamp­straße.

Wohin mit dem Fahrrad in der Innenstadt? Dazu werden Radabstellanlagen erweitert, optimiert und neu gebaut. Insgesamt 60 weitere Bügel gibt es dann an der Ostenmauer im Bereich Kodi , an der Südstraße vor „Rund um Chic“, an der Weststraße im Bereich der Volksbank, an der Bahnhofstraße, am Alten Hof, am Eingang der Stadtbücherei, an der Bahnunterführung Moltke­straße / Holzweg, an der Hellstraße und auf dem Marienplatz.

Prof. Dr. Stefanie Bremer vom Hamburger Planungsbüro „Orange Edge“, das die Stadt bei der Erstellung des Konzepts berät, hatte als Moderatorin bei der anschließenden sachlichen Diskussion keine Mühe. „Das Konzept ist ein behutsamer und pragmatischer Ansatz“, empfand sie. Das Plenum sprach einige kritische Stellen an, so wurde ein rot eingefärbter Fahrstreifen am Ende der Wallstraße gewünscht, weil der wegen der Enge ohne Schutzstreifen auskommen muss. Das soll laut Gerrit Hegemann erst einmal nicht erfolgen, um sich für später noch Optionen offen zu halten.

Realitätsfremd erschien vielen Bürgern die Schrittgeschwindigkeit auf dem Marktplatz, weil die auf zwei Rädern kaum eingehalten werden könne. Stadtbaurat Andreas Mentz erklärte, es gehe hier auch mehr darum, rücksichtsvoll unterwegs zu sein: „Die Realität wird zeigen, ob es funktioniert.“

Auch wurden weitere neuralgische Stellen vom Plenum angesprochen. Hier musste Andreas Mentz erst einmal vertrösten, zunächst sollen die konkret angesprochenen Maßnahmen umgesetzt werden. Er versprach aber, mit den Bürgern im Dialog zu bleiben.

Die Präsentation zur Bürgerinformation kann im Internet unter www.ahlen.de oder www.pedahlen.de abgerufen werden.

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