„Broom Bezzums“ im Büz Virtuos-melodisches Violinenspiel

Ahlen -

Für „Fernweh“ war‘s auf der Terrasse des Ahlener Bürgerzentrums zu feucht. 100 Zuhörerer lauschten im Saal den Klängen von „Broom Bezzums“ – und kamen in Stimmung.

Von Christian Feischen
„Fernweh“ auch im Saal: Andrew Cadie an der Violine mit Gitarrist Mark Bloomer (v.l.) sind die „Broom Bezzums“. 100 Zuhörer lauschten ihnen – oder tanzten mit.
„Fernweh“ auch im Saal: Andrew Cadie an der Violine mit Gitarrist Mark Bloomer (v.l.) sind die „Broom Bezzums“. 100 Zuhörer lauschten ihnen – oder tanzten mit. Foto: Christian Feischen

Nein, eine „Punkband“ sind sie nun wirklich nicht, wie Multiinstrumentalist Andrew Cadie am Samstagabend im Saal des Bürgerzentrums zur Begrüßung des Publikums witzelte. Die irischen und schottischen, dabei zuweilen sehnsüchtig-melancholisch anmutenden Klänge der „Broom Bezzums“ passten indessen zum nahezu herbstlichen Wetter des Augustabends, an dem das „Fernweh“-Konzert mit dem aus England stammenden Duo nicht wie geplant auf der Terrasse an der ehemaligen Schuhfabrik stattfand. Bei kühlen Temperaturen und zwischenzeitlichen Regenschauern draußen gefiel die Musik der „Broom Bezzums“ den Besuchern auch drinnen im Saal sichtlich.

Dort demonstrierte das Duo, das schon dreimal mit dem deutschen Rock- und Poppreis ausgezeichnet wurde, wie vielseitig Folkmusik sein kann. Knapp 100 Zuhörer lauschten Andrew Cadie und Mark Bloomer , die weit über zwei Stunden lang auf der Büz-Bühne standen und für ihre Mischung aus traditionellen Liedern, Eigenkompositionen und Instrumentalstücken durchweg viel Applaus bekamen. Schon zu Anfang, beim Seemanns-Shanty „Keep Falling“, sangen die Konzertbesucher mit. Neben seinem meist virtuos-melodischen Violinenspiel setzte Andrew Cadie das Streichinstrument auch rhythmisch-perkussiv ein. Das verlieh in Abstimmung mit dem Gitarrenspiel von Mark Bloomer, der nebenbei eine elektronische Fußtrommel bediente, den temporeicheren Stücken gegen Ende des ersten und zweiten Konzertteils solchen Schwung, dass das Publikum spontan im Rhythmus mitklatschte und teils sogar mittanzte.

Die Mischung aus neuen Stücken ihrer jüngsten CD-Veröffentlichung „No Smaller Than The World“ und alten traditionellen Songs verlangte mitunter einen In­strumentenwechsel, bei dem Andrew Cadie auch mal zur „Small Pipe“, einem kleinen Dudelsack, griff und im in­strumentalen Zusammenspiel mit Gitarrist Mark Bloomer einen authentisch wirkenden Sound wie aus schottischen Highlands zu mittelalterlichen Zeiten kreierte.

Groß und Klein gingen mit. Foto: Christian Feischen

Ob alte irische Lieder wie „Tumble Her On“ oder neue Eigenkompositionen wie „High Germany“, das die etwas absurde Liebesgeschichte von Polly und Billy erzählt, der in Deutschland für den englischen König kämpfen soll: Die Folkmusik der „Broom Bezzums“ mit dem glasklar abgemischten Duettgesang von Andrew Cadie und Maark Bloomer kam bei deren erstem Auftritt in Ahlen bestens beim Publikum an. Bereits in der Konzertpause signierte Bloomer eifrig Tonträger der „Bezzums“, für die sich nicht wenige „Fernweh“-Besucher am Verkaufstisch hinten im Saal interessierten.

„Punk“ ist darauf freilich nicht zu hören. Aber das war ja auch nur einer jener Scherze, mit denen der aus dem nordenglischen Newcastle stammende Andrew Cadie in seinen mitunter launigen Ansagen zwischen den Songs immer wieder das Publikum zu unterhalten wusste. Der englische Humor und vor allem die Musik gefielen schließlich so gut, dass die „Broom Bezzums“ nicht ohne mehrere Zugaben und unter großem Beifall von der Bühne gehen durften.

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