Arbeitsmarkt
Boom auf dem Arbeitsmarkt hält an

Westerkappeln/Lotte/Tecklenburger Land -

Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt in der Region Ibbenbüren hält weiter an. Der für Dezember saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit blieb in diesem Jahr aus.

Mittwoch, 03.01.2018, 19:01 Uhr

Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt in der Region Ibbenbüren hält weiter an. Der für Dezember saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit blieb in diesem Jahr aus. „Das hatten wir nicht erwartet“, betont Reinhard Greß , Leiter der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle Ibbenbüren. Von dieser „erfreulichen Entwicklung“ profitierten Menschen aus allen Altersgruppen.

In der Region waren zuletzt 3,1 Prozent der Menschen ohne Job. Eine Quote, die auch schon im November erreicht wurde und die den bisherigen Tiefstand markiert. Zum Vergleich: Im gesamten Kreis Steinfurt liegt die Arbeitslosigkeit bei 4 Prozent. In Westerkappeln waren im Dezember 196 Menschen als arbeitslos gemeldet (62 weniger als im Vorjahresmonat). In Lotte waren 354 Menschen ohne Job (minus 38).

Weil in vielen witterungsabhängigen Berufen in den Wintermonaten nicht gearbeitet werden kann, verzeichnet die Agentur in dieser Zeit für gewöhnlich einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Nicht so in diesem Dezember: Da waren im Bezirk Ibbenbüren insgesamt 1933 Menschen arbeitslos gemeldet – 264 weniger als im Vorjahresmonat. Das, so Greß, liege an der guten konjunkturellen Lage. Anders als früher, als vor allem Baufirmen ihre Mitarbeiter zum Winter entließen, würden Arbeitgeber heute angesichts des Fachkräftemangels eher versuchen, dies zu vermeiden. Greß: „Die Firmen haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre Stellen mit qualifizierten Kräften zu besetzen. Deshalb versuchen viele, ihre Mitarbeiter zu halten – auch wenn es einmal weniger zu tun gibt.“

Positiv stellt sich die Entwicklung auch für junge Menschen dar: So haben sich im Dezember lediglich 85 Unter-25-Jährige arbeitslos gemeldet, ein Jahr zuvor waren es noch 112 gewesen. Das entspricht einer Verringerung um rund 30 Prozent. Noch deutlicher ist der Rückgang im Hartz-IV-Bereich: 130 Unter-25-Jährige waren im Dezember beim Jobcenter gemeldet, 52 weniger (minus 40 Prozent) als im Vorjahresmonat.

Und auch ältere Menschen profitieren offenbar von dem Boom am Arbeitsmarkt. So sank die Arbeitslosigkeit in der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen gegenüber dem Vorjahr von 3,3 Prozent (Dezember 2016) auf 2,8 Prozent (Dezember 2017).

Auf die Frage, welche Branchen nicht betroffen sind vom Fachkräftemangels, weiß Greß nicht auf Anhieb eine Antwort. „Mehr oder weniger suchen alle händeringend gute Leute – vom Bäcker bis zur Fachkraft für Lagerlogistik“, sagt er schließlich. In einigen akademischen, insbesondere geisteswissenschaftlichen Berufen sei es möglicherweise schwierig, einen Job in der Region zu finden. Und auch einfache Bürokräfte müssten unter Umständen länger nach einer neuen Stelle suchen.

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