Jugendliche im Naturschutz aktiv
Ansteckender Tatendrang

Westerkappeln -

Friedhelm Scheels Tatendrang steckt offenbar an. Beim letzten Arbeitseinsatz in Wester­beck, dem in diesem Jahr letzten der Arbeitsgruppe (AG) Naturschutz der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL), packten 16 junge Helfer mit an.

Montag, 01.01.2018, 13:01 Uhr

Ausgerüstet mit Motorsäge und Schutzhelm: Henrike Feldkämper, Jessica Kortemeyer, Jule Janke, Theresa Giese und Anna Pillar (von links) von der AG Naturschutz. Foto: Katja Niemeyer

Motorenlärm, viele helfende Hände und ein Stück wilde Natur: Friedhelm Scheel, Westerkappelns wohl bekanntester Umweltschützer ist – mal wieder – in seinem Element an diesem Morgen. Gerade hat er die Motorsäge von Theresa Giese wieder startklar gemacht. Die 21-Jährige, stolze Besitzerin eines Motorsägen-Führerscheins, war mit der Maschine aus Versehen an einen Zaun geraten. Das Auswechseln der ramponierten Kette überließ sie gerne ihrem erfahrenen „Chef“ Scheel. „Jetzt kannst du wieder loslegen. Aufgetankt habe ich auch noch“, erklärt dieser kurz darauf fröhlich.

Sein Tatendrang steckt offenbar an. Bei dem Arbeitseinsatz in Wester­beck, dem in diesem Jahr letzten der Arbeitsgruppe (AG) Naturschutz der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL), packten 16 Helfer mit an. Stundenlang stutzten sie Kopfweiden und schnitten die Haselnusssträucher, Erlen und Weiden zurück, die über einen kleinen Teich wucherten. „Das ist   schlecht für die Kaulquappen. Die brauchen Licht und Wärme“, erläutert Scheel noch auf die Schnelle, bevor er sich wieder den Schutzhelm aufsetzt und seine Motorsäge anwirft. Der Rentner hat in seinem Leben schon unzählige Einsätze dieser Art mit Sägen, Spaten und Seilen organisiert.

  Foto: Katja Niemeyer

Nur einen Steinwurf vom aktuellen Einsatzort entfernt stehen ein paar Kopfweiden in einer Wallhecke. Die hat er zusammen mit Ehrenamtlichen vor mehr als 20 Jahren gepflanzt, damals noch als Arbeitsgruppe Natur der Grundschule am Bullerdiek. „Die Lehrerin der Schüler, die mir damals halfen, ist inzwischen im Ruhestand. Und die Schüler stehen längst im Berufsleben“, erinnert sich der Umweltschützer etwas wehmütig, um anschließend fast schon ungläubig hinzuzufügen: „Und ich rödle hier immer noch rum.“

Dabei wird er diesmal unter anderem unterstützt von fünf jungen Frauen, die der AG Naturschutz teilweise schon mehr als zehn Jahre angehören, mittlerweile aber in ganz Deutschland verstreut leben. Zu Weihnachten sind die Freundinnen auf Stippvisite in der „alten“ Heimat. „Es macht einfach Spaß, mit der Truppe etwas zu unternehmen“, findet die Landmaschinenbau-Studentin Jule Janke. Ihre Freundin Jessica Kortemeyer pflichtet ihr bei. „Die Arbeit draußen in der Natur ist ein toller Ausgleich“, betont die 20-Jährige, die ein duales Hotelmanagement-Studium in Freiburg absolviert. „Ja, das ist schon etwas anderes als gemütlich Kaffeetrinken“, sinniert Henrike Feldkämper, die nach dem Abitur am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Mettingen für ein Sonderpädagogik-Studium nach Dortmund gegangen ist.

  Foto: Katja Niemeyer

Für sein ehrenamtliches Engagement im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege, das mittlerweile 35 Jahre andauert, ist Friedhelm Scheel bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Zuletzt würdigte Landrat Dr. Klaus Effing die Arbeit des Westerkappelners als „Stillen Helfer“. Auch zahlreiche Preise heimste Scheel bereits ein. Und es werden immer mehr. So will die Gemeinde Wallenhorst ihm am 8. Februar den Klima- und Umweltschutzpreis überreichen.

Es ist der 30. Preis des Westerkappelners.

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