Behörden warnen: Virus auf Mensch übertragbar Fledermaustollwut in Westerkappeln nachgewiesen

Westerkappeln/Kreis Steinfurt -

Bei einer Anfang August in Westerkappeln aufgefundenen flugunfähigen Breitflügelfledermaus wurde das Virus der Fledermaustollwut nachgewiesen. Das hat das Kreisveterinäramt am Donnerstag mitgeteilt. Das Virus ist auf andere Säugetiere und auf den Menschen übertragbar, warnt die Behörde.

Bei einer Breitflügelfledermaus,  die Anfang August in Westerkappeln gefunden wurde, ist Virus der Fledermaustollwut nachgewiesen worden.
Bei einer Breitflügelfledermaus,  die Anfang August in Westerkappeln gefunden wurde, ist Virus der Fledermaustollwut nachgewiesen worden. Foto: -nn-

Daher rät das Veterinäramt Laien ausdrücklich davon ab, aufgefundene Fledermäuse anzufassen und stattdessen einen Experten zu informieren.

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit einer Fledermaus verletzt wird, sollte umgehend zur Wundversorgung einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen – auch wenn eine Impfung gegen Tollwut besteht. Das Virus könne durch den Biss oder den Speichel übertragen werden und bei tatsächlicher Infektion zum Tod führen. Mögliche Infizierungswege seien offene Wunden, Hautabschürfungen, Augen, Nase und Mund, erläutert das Kreisgesundheitsamt hin.

Fledermäuse sind normalerweise ungefährlich

Grundsätzlich gehe keine Gefahr von gesunden Fledermäusen aus. Sie zählten zu den streng geschützten Arten. Im Regelfall hätten die Tiere keinen Kontakt zum Menschen, weil sie sich tagsüber in ihren Schlafquartieren aufhalten und bei Eintritt der Dämmerung auf Insektenjagd begeben.

Bei am Boden liegenden flugunfähigen Tieren handele es sich meistens um verletzte oder erkrankte Tiere oder manchmal auch um noch flugunfähige Jungtiere, die aus ihrem Quartier gefallen sind. Menschen, die Fledermausquartiere in ihren Häusern oder ihrer näheren Umgebung feststellen, müssten sich nicht vor einer Infizierung durch den Kot fürchten. Vom Fledermauskot gehe keine Gefahr aus, versichert das Kreisgesundheitsamt.

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Das in Westerkappeln gefundene Jungtier sei zunächst von einer erfahrenen Fledermauspflegerin in Obhut genommen worden. Nachdem es tollwutverdächtige Symptome gezeigt habe, wurde es zur Untersuchung eingeschickt. Das aktuell infizierte Tier sei der sechste Fall dieses Jahres in Deutschland. Im vergangenen Jahr seien deutschlandweit 23 Fälle bekannt geworden. Die Fledermaustollwut trete vereinzelt immer wieder in Deutschland auf.

Ansprechpartner leiten weiterführende Untersuchungen ein

Tollwutverdächtige Symptome bei Fledermäusen seien Lähmungserscheinungen, Schluckbeschwerden, Orientierungsschwierigkeiten oder das Attackieren nahe gelegener Gegenstände. Treten diese Symptome auf, ist laut Mitteilung das Veterinäramt unter Telefon ✆  02551/692936 zu informieren. Die Behörde leite dann weiterführende Untersuchungen ein.

Wer flugunfähige Fledermäuse findet, kann sich an die Fledermaus-Hotline des NABU wenden, ✆ 030/284984-500. Ansprechpartner im Kreis Steinfurt sind auf der Internetseite www.kreis-steinfurt.de über die Suche mit dem Stichwort „Artenschutz Fundtiere“ zu finden.

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