Haushaltsbefragung nach Hunden läuft seit Anfang des Monats
„Es geht um Steuergerechtigkeit“

Steinfurt -

Andreas Meyer hört es immer wieder. „Wenn ich schon Hundesteuer zahle, muss ich mich auch nicht um die Beseitigung der Haufen kümmern.“ Das ist natürlich falsch, stellt der stellvertretende Kämmereileiter klar. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Steuern seien dazu da, Aufgaben für die Allgemeinheit zu erfüllen. Steinfurts Hundehalter tragen dazu jährlich mit rund 260 000 Euro bei. Dass die Tendenz steigend ist, hat weniger damit zu tun, dass sich immer mehr Bürger einen Hund anschaffen. Es sind eher die Kontrolleure, die noch bis zu den Sommerferien an jeder Haustür nachfragen, ob zur Familie vielleicht ein steuerpflichtiger Vierbeiner zählt. . .

Donnerstag, 21.06.2018, 22:00 Uhr

Ein Hund kostet in Steinfurt 96 Euro pro Jahr. Trotzdem muss sich jeder Halter um die Beseitigung der Hinterlassenschaften selber kümmern. Eine Befragung alles Haushalte soll Steuergerechtigkeit herstellen. Foto: Ludger Warnke

Schon nach der Ankündigung der Stadtverwaltung, demnächst diese Hausbesuche zu starten, standen schlagartig 150 neue Hunde auf der Steuerliste, durch die Anfang des Monats gestarteten Befragungen sind bislang noch einmal 50 dazugekommen. Andreas Meyer schätzt, dass bis zum Ende der Aktion „300 bis 400 Tiere“ dazukommen können. Vor der Bestandsaufnahme waren rund 2800 Bellos im Bestand. Die erste Befragung vor 15 Jahren hat übrigens 600 zusätzliche Abgabenzahler gebracht.

„Für uns steht die Steuergerechtigkeit im Vordergrund. Es kann nicht sein, dass einige zahlen und andere nicht“, nennt der Kämmerei-Mitarbeiter den Hauptgrund für die Haustürbesuche. Dass die Stadt dadurch weitere Einnahmen generieren kann, ist der angenehme Nebeneffekt.

Erst einmal muss die Stadt aber zahlen. Sie hat ein Unternehmen mit der Bestandsaufnahme beauftragt. Das arbeitet auf Provisionsbasis, wird also für jeden zusätzlichen Vierbeiner entlohnt. Darum kann Meyer auch noch nicht sagen, wie teuer der Auftrag für die Stadtkasse wird. Nur so viel: „Erfahrungsgemäß hat sich die Ausgabe in weniger als einem Jahr amortisiert.“

Die Mitarbeiter des Unternehmens arbeiten mit moderner Technik. Die Ergebnisse werden schon vor Ort mittels tragbarem Computer elektronisch erfasst und wöchentlich an die Kämmerei übermittelt, die dann die neuen „Kunden“ schon direkt ins System einpflegen kann. Größeren Ärger mit Befragten hat es nach dem Kenntnisstand von Andreas Meyer bislang nicht gegeben. „Die Mitarbeiter haben auch strikte Vorgaben.“ So dürften sie das Haus nicht betreten, Minderjährige würden prinzipiell nicht befragt.

Andreas Meyer betont, dass die Steuersätze in Steinfurt noch relativ moderat seien. So sind für einen normalen „Fiffi“ 96 Euro pro Jahr fällig. Für zwei wird es noch teurer. Jedes Tier kostet 108 Euro. Wer sich allerdings einen sogenannten gefährlichen Hund leistet, der muss nach der gültigen Hundesteuersatzung mit 576 Euro schon ganz schön tief ins Portemonnaie greifen.

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