Betrugsserie in Steinfurt angekommen
Falsche Polizisten fragen am Telefon nach Geld

Steinfurt -

Ob schon ein Steinfurter auf diese Masche reingefallen ist, kann Johannes Tiltmann von der Kreispolizei nicht sagen. Der Behördensprecher warnt aber eindringlich davor, auf den Trickbetrug per Telefon reinzufallen. Besonders hinterhältig: In diesem Fall geben sich die Anrufer, die sich am liebsten Senioren als Opfer aussuchen, als Polizisten aus. In den vergangenen Tagen waren die Betrüger im Raum Steinfurt besonders aktiv.

Mittwoch, 14.03.2018, 16:03 Uhr

Telefonbetrüger treiben aktuell in Steinfurt ihr Unwesen. Foto: dpa

Johannes Tiltmann kennt das Strickmuster nur zu genau: „Meistens behaupten die falschen Polizisten am Telefon, sie hätten bei der Festnahme von Einbrechern Hinweise entdeckt, nach denen der Angerufene Opfer eines Einbruchs werden soll.“ Das sollen zum Beispiel Karten sein, in denen sein Haus markiert wurde.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erkundigten sich die Anrufer nach Wertgegenständen im Haus. Geld oder Schmuck. Ob sie sicher untergebracht seien? Wenn nicht, bietet der falsche Polizist an, einen Kollegen vorbeizuschicken, der die Dinge gegen Quittung abholt und „in Verwahrung“ nimmt. An der Haustür würden sich die falschen Ordnungshüter oft mit selbst gebastelten Dienstausweisen legitimieren. Johannes Tiltmann: „Gibt das Opfer dann die Wertgegenstände heraus, sind sie weg. Meistens für immer.“ Generell würde die Polizei niemals fragen, wo der Bürger seine Wertsachen untergebracht habe. „Das geht uns nichts an“, betont der Polizeisprecher.

Tiltmann weiß: „Die Anrufe kommen oft von extrem gut geschulten Personen aus richtigen Callcentern, die meistens im Ausland liegen.“ Gebetsmühlenartig warnt er: „Legen Sie sofort auf, wenn Sie solche Anrufer am Telefon haben und melden sich bei der Polizei.“ Besonders perfide: Oftmals erscheint bei den Angerufenen eine aus dem Umkreis bekannte Nummer im Telefondisplay. „Manchmal sogar die 110“, so der Polizeisprecher. „Wir würden aber nie unter der Notfallnummer anrufen.“ Dieses Vortäuschen gelingt den Tätern durch das sogenannten ID-Spoofing, bei dem sie die Zahlencodes über einen Computer generieren.

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