Marienkirche Der Stammplatz ist geblieben

Borghorst -

Es ist ein Umzug auf Zeit. Pfarrer Markus Dördelmann spricht von einer „Zeit des Aushaltens“. Während der Umbauphase der Marienkirche müssen die Gemeindemitglieder von St. Marien in die Nikomedeskirche gehen. Das klappt soweit gut. Dennoch wird es bald eine neue Gottesdienstordnung geben. Mit der Marienkirche hat das aber nichts zu tun.

Von Vera Szybalski
So sieht die Marienkirche aktuell aus. Im Sommer soll der Umbau fertig sein und die Gemeinde zurückkehren.
So sieht die Marienkirche aktuell aus. Im Sommer soll der Umbau fertig sein und die Gemeinde zurückkehren. Foto: ar

Als Pfarrer Markus Dördelmann die Nikomedeskirche zum Gottesdienst betritt, muss er schmunzeln. Es ist der erste für die Gemeindemitglieder von St. Marien und er blickt in vertraute Gesichter. Alle sitzen ungefähr auf dem Platz, auf dem sie in der Marienkirche auch immer gesessen haben. Trotz des (zeitlich begrenzten) Umzugs in die Nikomedeskirche haben alle ihren Stammplatz gefunden.

„Die Leute kommen“, sagt Dördelmann. „Die treuen Gottesdienstbesucher in der Marienkirche sind jetzt auch in der Nikomedeskirche. Es sind sogar noch ein paar neue Gesichter von St. Nikomedes hinzugekommen, weil denen die Uhrzeit des Gottesdienstes besser passt.“

Zu Weihnachten sind die Kirchen sowieso voll. Das war in diesem Jahr nicht anders. Auch wenn es Änderungen im gewohnten Plan gab. Da die Marienkirche nicht zur Verfügung stand, entfiel das Krippenspiel. Dafür gab es die „offene Kinderkirche“ in der Nikomedeskirche. Und die hatte regen Zulauf. „400 Leute, das kennen wir. Das haben wir dieses Jahr aber deutlich getoppt, es waren 600, 700 Leute da“, freut sich Dördelmann, dass das Angebot so gut ankam.

Aber nicht nur der „Umzug“ der Wochenendmessen in die Nikomedeskirche hat sich als richtige Lösung erwiesen, auch der der Werktagsgottesdienste in das Don-Bosco-Heim. Dördelmann betrachtet die Monate bis zur Rückkehr in die umgebaute Marienkirche im Sommer als „Zeit des Aushaltens“. Einen wichtigen Teil zum gelungenen Übergang beigetragen, haben die Messdiener von St. Marien. Mehr als die Hälfte ist jetzt auch in der Nikomedeskirche aktiv. „Die haben ein super Beispiel gegeben“, verteilt Dördelmann „ein ganz dickes Kompliment“ an die jungen Gemeindemitglieder. „Sie haben auch dazu beigetragen, dass das Vertraute in die Nikomedeskirche mitgenommen wurde.“

Dennoch wird es in absehbarer Zeit eine Änderung im aktuellen Ablaufplan geben. Drei Sonntagsmessen in der Nikomedeskirche wird es nicht mehr lange geben. Da Pfarrer Gerhard Fliß die Gemeinde im Januar verlässt, gibt es in St. Nikomedes nur noch drei aktive Priester. Neben Pfarrer Dördelmann sind das Pater Paul und Pastor Philip. „Drei Sonntagsmessen sind zu viel. Das schaffen wir gar nicht, wenn wir eine 100-Prozent-Stelle verlieren“, sagt Dördelmann, der aber verspricht, dass in der neuen Gottesdienstordnung auch vor der Rückkehr in die Marienkirche „ein Gottesdienst für St. Marien eingeplant wird“.

Mit dem Umbau der Marienkirche hat die neue Gottesdienstordnung, die nicht nur für einen kurzen Zeitraum, sondern für die kommenden Jahre gelten soll, nichts zu tun. Dördelmann weiß auch, dass so eine Veränderung eine heikle Geschichte ist, weil sich viele Gläubige an einen bestimmten Rhythmus am Sonntag gewöhnt haben. Eine andere Lösung ist aber nicht in Sicht, denn: Einen Ersatz für Pfarrer Fliß gibt es nicht. Das habe der Personalchef des Bistums ihm so eindeutig mitgeteilt, sagt Dördelmann: „Die Personalsituation ist uns ja auch bekannt. Es gibt einfach keinen.“ Klar ist aber auch: In Stein gemeißelt ist es nicht, dass die Stelle von Pfarrer Fliß nicht wieder besetzt ist. Nur die Frage nach dem Wann bleibt offen.

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