Drohnen
„Das ist kein Spielzeug“

Steinfurt -

Sie sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk, doch keineswegs ein Spielzeug, wie viele meinen: Multikopter. Auch in Steinfurt sieht und hört man die unbemannten, ferngesteuerten Fluggeräte immer öfter. Ein Einsatz ist an klare Regeln gebunden, die in 2017 verschärft wurden. Unsere Zeitung fragte beim Vorsitzenden des örtlichen Modellfliegerclubs nach.

Freitag, 29.12.2017, 16:12 Uhr

Kein Spielzeug, sondern hochwertige Technik: Für Drohnen-Einsätze gelten strenge Regeln. Foto: Meinkopter

Die „Vermisstenmeldung“ war nicht die erste im sozialen Netzwerk Facebook: Kurz nach Weihnachten fiel dort ein Post ins Auge, in dem die Freundin eines Borghorster Drohnenbesitzers fragte, ob es denn jemanden im Wohngebiet Oranienring gebe, der ein solches Fluggerät gefunden hätte. Der rot-schwarze („Er blinkt eventuell noch rot und grün“) Kopter sei außer Kontrolle geraten und trotz intensiver Suche unauffindbar. Zwar lässt der weitere Chatverlauf im besagten Post nicht den Rückschluss zu, dass die Drohne wieder zu ihrem Besitzer zurückgefunden hat. Wohl aber gibt es Stimmen, die den Einsatz derartiger Fluggeräte kritisieren. So klagt eine Facebooknutzerin darüber, dass sie sich durch eine Drohne belästigt fühlt, die „regelmäßig durch unseren Garten fliegt. Auf Fensterhöhe, finde ich nicht so schön.“

Andre Preuß schüttelt ob derartiger Vorfälle den Kopf. Der Vorsitzende des Steinfurter Modellfliegerclubs FMSC kennt sich aus mit unbemannten Flugobjekten. „Das Fliegenlassen von Multikoptern in Wohngebieten ist nur erlaubt, wenn alle Grundstückseigentümer ihre Erlaubnis dazu geben“, sagt Preuß. Dabei sei es unerheblich, ob der Kopter mit einer Kamera ausgerüstet ist oder nicht.

Der Flugmodellsportclub-Chef verweist auf die neue Drohnenverordnung, die im Herbst in Kraft getreten ist und die Regeln für Drohnenpiloten verschärft hat. Denn: Immer mehr Menschen nutzen sie, und je mehr Kopter in die Luft steigen, umso größer ist die Gefahr, dass es zu einem Unfall kommt. Auch zum diesjährigen Weihnachtsfest scheint bei vielen Technikbegeisterten ein solches Fluggerät unter dem Tannenbaum gelegen zu haben.

Das Problem dabei: „Die Neulinge beschäftigen sich vor dem ersten Start zu wenig mit dem Fluggerät“, weiß Preuß. Den Kopter einfach auspacken und loslegen sei keine gute Idee, man müsse die Technik auch beherrschen. Illegale Flieger bringen auch die organisierten Modellflieger in Verruf, daher ist der FMSC-Chef nicht allzu gut auf sie zu sprechen.

Preuß empfiehlt, sich mit der Gesetzeslage genau vertraut zu machen. So müssten Multikopter bereits bei einem Abfluggewicht von 250 Gramm mit einem feuerfesten Schild versehen werden, auf dem Name und Anschrift des Besitzers vermerkt ist. Ist die Drohne schwerer als zwei Kilogramm, muss ein Kenntnisnachweis über die Bestimmungen erbracht werden. So darf unter anderem nicht in Naturschutzgebieten, Sperrgebieten an Flughäfen oder über bebaute Gebiete geflogen werden. Auch Menschenansammlungen müssen gemieden werden.

Neu sei seit der Verschärfung der Regelungen auch das Verbot, mehr als 100 Meter mit dem Fluggerät aufzusteigen. Eine Ausnahme bilden nur die offiziell zugelassenen Modellflugplätze. Der des rund 80 Mitglieder starken FMSC befindet sich in der Altenberger Bauerschaft Westenfeld an der Grenze zu Borghorst. Dort können Fluginteressierte gerne vorbeischauen – ob Modellflieger oder Drohnenpiloten. „Aber bitte nur zu den offiziellen Flugzeiten“, berichtet Preuß von unschönen Vorfällen, bei denen Hobbyflieger das Gelände illegal für ihre Zwecke genutzt hatten.

Wer einmal in das Hobby hineinschnuppern möchte, für den bietet der Club eine Probemitgliedschaft an, berichtet Preuß. Integriert ist eine entsprechende Versicherung, die der Vereinsvorsitzende auch den unorganisierten Freizeitpiloten empfiehlt.

Eine umfassende Übersicht über die gesetzlichen Bestimmungen bieten die Internetseiten des Bundesverkehrsministeriums und des Deutschen Modellflieger-Verbands (DMFV).

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