Friseursalon Beckgerd schließt
Immer mit Blick auf die Aloysiuskapelle

Borghorst -

Sie ist in dem Friseursalon buchstäblich groß geworden – und darum fällt es ihr auch so schwer, das Geschäft zum Jahresende zu schließen. Als Ingrid Beckgerd geboren wurde, gab es den Salon ihres Vaters schon drei Jahre. „Er hat ihn 1950 eröffnet“, erzählt die Friseurmeisterin. Seit sie sich erinnern kann, blickt Ingrid Beckgerd auf die Aloysiuskapelle. Das wird auch nach der Schließung des Salons so bleiben. Die Wohnung der Familie befindet sich unter der selben Hausnummer: Kapellenstraße 36.

Donnerstag, 28.12.2017, 17:12 Uhr

Für Vater Walter Erdmann gab es gar keine Diskussionen, als es für Tochter Ingrid Zeit für eine Lehre wurde. Da halfen auch die gut gemeinten Worte ihrer Klassenlehrerin nichts, die die Schulabgängerin eigentlich in einem anderen Beruf sah. „Mein Vater war so sauer, der hätte sie fast aus dem Laden gejagt“, lacht die 64-Jährige. So trat die Tochter ihre Lehre im Burgsteinfurter Salon Elfers an, wechselte später in den väterlichen Betrieb und machte 1979 vor der Handwerkskammer Münster selbst die Meisterprüfung. Vor 25 Jahren übernahm sie das Geschäft dann von Vater Walter.

„An die 30 Auszubildende haben bei mir eine Lehre gemacht“, blickt Ingrid Beckgerd zurück. Jungen Menschen den Friseurberuf nahe zu bringen, das hat Ingrid Beckgerd immer besonders viel Spaß gemacht.

Nach so vielen Jahren die Türen zu schließen – das hat viele schlaflose Nächte bereitet. Letztendlich waren es gesundheitlich Gründe, die Ingrid Beckgerd keine Wahl ließen.

„Besonders leid tut es mir für die vielen älteren Stammkunden“, betont die Geschäftsinhaberin. Aber auch den Angestellten zu sagen, dass zum Jahreswechsel Schluss sei, das sei ihr sehr schwer gefallen.

Die meisten Kunden kommen natürlich aus der näheren oder weiteren Nachbarschaft. „Wie das früher eben so war.“ Es gibt aber auch Borghorster, die ihren Heimatbesuch immer mit einer Sitzung bei Ingrid Beckgerd verbinden.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5385889?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Schnelle Reaktion ist überlebenswichtig
Westfalens erster Pedelec-Simulator ist in Münster im Einsatz (v.l.): Christoph Becker (Verkehrswacht), Frank Dusny (Brillux), Polizeipräsident Hajo Kuhlisch und Oberbürgermeister Markus Lewe.
Nachrichten-Ticker