Tourismus in Steinfurt
„Noch Luft nach oben“

Steinfurt -

Die Steinfurt Marketing und Touristik hat zu Weihnachten zwei Geschenkpakete auf dem Tisch: In dem einen steckt ein Fremdenverkehrskonzept für das Steinfurter Land. Das Zweite packt der Steinfurter Rat. Es nennt sich Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept und soll unter anderem die Bemühungen um die Ausflügler in geordnete Bahnen lenken.

Dienstag, 26.12.2017, 22:12 Uhr

Das Bagno ist ein Pfund, mit dem Steinfurt wuchern kann. Die Natur, das Foto zeigt das Ausflugsziel beim Parkleuchten 2011, ist ein zentrales Alleinstellungsmerkmal.
Das Bagno ist ein Pfund, mit dem Steinfurt wuchern kann. Die Natur, das Foto zeigt das Ausflugsziel beim Parkleuchten 2011, ist ein zentrales Alleinstellungsmerkmal. Foto: Wilfried Gerharz

Weihnachten gehen Wünsche in Erfüllung. Marion Niebel muss noch ein bisschen länger warten, bis sie die beiden Pakete, die für jetzt auf dem Gabentisch lagen, auspacken darf. Die Geschäftsführerin der Steinfurter Marketing und Touristik (SMarT) weiß aber natürlich, was drin ist: In dem einen steckt ein Fremdenverkehrskonzept für das Steinfurter Land. Es soll zu 65 Prozent von der öffentlichen Hand gefördert werden, die Zustimmung des Bezirksregierung lag Heiligabend noch nicht unter dem Christbaum. Das zweite Paket packt der Steinfurter Rat. Es nennt sich Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept und soll unter anderem die Bemühungen um die Ausflügler in geordnete Bahnen lenken.

„Generell sieht es für Steinfurt ganz gut aus“, freut sich Marion Niebel über steigende Übernachtungszahlen, die zu 80 Prozent auf Radtouristen zurückzuführen sind. „Aber Luft nach oben gibt es immer.“ Zumal nach Einschätzung der Tourismus-Expertin die wachsende Beliebtheit der Kreisstadt auf einen deutschlandweiten Trend zurückzuführen ist, für den die Steinfurter selbst nichts können: „Die Menschen machen gerne Urlaub im eigenen Land.“

Für die künftige Entwicklung Steinfurts als Ausflugsziel hat Marion Niebel einen Wunsch: „Wir müssen das Thema Entschleunigung aufnehmen und weiter entwickeln.“ Einige Grundlagen dafür sind bereits vorhanden: „Mit dem Pfund Natur lässt sich wunderbar wuchern.“ So schöne Waldgebiete wie Buchenberg und Bagno habe nicht jede Stadt zu bieten. „Was aber noch völlig fehlt, sind Wellness-Angebote“, bemängelt Niebel. „Aber die kommen ja vielleicht, wenn irgendwann einmal das Hotel im Bagno fertiggestellt ist.“ Das ist nach Ansicht der SMarT-Geschäftsführerin unbedingt notwendig. „In Burgsteinfurt fehlen Betten. Hier gibt es keine Möglichkeit für Tagungen oder Ähnliches.“

Um den Tourismus generell nach vorne zu bringen, ist das oben beschriebene Konzept für das Steinfurter Land am dringendsten, sagt Marion Niebel. „Als einzelne Stadt können wir uns nicht durchsetzen. Die Menschen kommen nicht nach Steinfurt, sie kommen ins Münsterland.“ An dieser Stelle mit den übrigen acht Kommunen Neuenkirchen, Schöppingen, Altenberge, Nordwalde, Horstmar, Laer, Ochtrup und Metelen anzusetzen, sei weitaus erfolgversprechender. Die Aa-Vechte-Tour sei dabei nur ein verbindendes Element. Eine Broschüre mit Wanderwegen („Die kennt außerhalb der Städte keiner“), die Qualifizierung der Gastronomie oder die gemeinsame Vermarktung von größeren Veranstaltungen sind weitere Konzeptansätze. Für Steinfurt ist in dieser Hinsicht die Konzertgalerie im Bagno natürlich „ein ganz wichtiges Alleinstellungsmerkmal“.

Und wenn dann irgendwann einmal auch das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept in der Stadt umgesetzt ist, dann könnte auch Steinfurts vor Jahren unter vielen Mühen erworbener Titel „Erholungsort“ – endlich – vermarktet werden. „Zurzeit sieht es nicht überall in der Stadt nach Erholungsort aus“, bedauert Marion Niebel und holt erneut ihren Wunschzettel hervor: „Beschilderung im Bagno, öffentliche Toiletten, da hätte ich noch viele Wünsche.“

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