Bildervortrag „Ansichtssache“ Das Beste zum Schluss

Burgsteinfurt -

Der Bildervortrag „Ansichtssache“ mit Günther Hilgemann fand bei den Heimatfreunden eine große Resonanz. Die 50 Stühle in der Niedermühle waren nicht ausreichend, um allen interessierten Besuchern einen Sitzplatz anbieten zu können. Mit der Veranstaltung schloss der Heimatverein seine diesjährige Vortragsreihe.

Mit seiner Gegenüberstellung  früherer und heutiger Stadtansichten stieß Günther Hilgemann (stehend, im Hintergrund) auf großes Interesse.
Mit seiner Gegenüberstellung  früherer und heutiger Stadtansichten stieß Günther Hilgemann (stehend, im Hintergrund) auf großes Interesse. Foto: Heimatverein

„Eine Stadt hat viele Gesichter und jeder seiner Bewohner betrachtet sie durch seine ureigenste persönliche Brille“, waren die Eingangsworte Hilgemanns zu seiner Bilderschau. Für ihn war es wichtig, deutlich zu machen, dass die Veränderungen im Stadtbild auch als solche erkannt werden, heißt es im Bericht der Heimatfreunde. Dazu zeigte und kommentierte er mehr als 120 Bilderpaare, die er in alten und neuen Ansichten, aus der gleichen Perspektive aufgenommen, gegenüber stellte.

Dabei fand er immer wieder auf den alten Fotos Anhaltspunkte, um die jeweilige Jahreszahl bestimmen zu können. So orientierte er sich um 1900 an den ersten in der Altstadt 1897 installierten 16 Bogenlampen oder auch an den verschiedenen Denkmalobjekten wie der Medaille des Feldmarschalls Blücher, der im Herbst 1795 im Hotel zum Elefanten sein Standquartier hatte.

Anlässlich des 100. Geburtstag von Kaiser Wilhelm I wurde ihm zu Ehren 1897 ein Denkmal auf dem Marktplatz in Burgsteinfurt aufgestellt. Leider ist die Bronzefigur im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen und später auch der Sockel abgebaut worden. Er steht heute vor dem Stadtmuseum.

Auch das Denkmal des Grafen Arnold IV., dem Gründer der Hohen Schule, fand in Hilgemanns Vortrag Würdigung. Es wurde von ehemaligen Arnoldinern um 1903 gestiftet und steht gegenüber der Vorburg im früheren Schlossgarten. Auch die Büste von Bismarck am Eingang zum Bagno stammt aus dieser Zeit. Burgsteinfurt hatte damals etwa 5000 Einwohner.

Durch die Bombenangriffe im März 1945 sind viele denkmalgeschützte Wohngebäude aus der historischen Altstadt unwiederbringlich verloren gegangen, so auch einige Villen der Steinfurter Industriebarone und auch sonstige denkmalgeschützte Häuser wie das von dem „Rentner Kappesser“, das an der Ecke Leerer Straße/Bismarckstraße stand.

Der Vortrag zeigte eindrucksvoll den städtebaulichen Wandel auf und sorgte bei den Besuchern für zahlreiche Aha-Effekte.

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