Renate Waltermann „Sitzen alle in einem Boot“

Borghorst -

„Was Natur- und Tierschutz angeht, sitzen wir doch alle in einem Boot.“ Renate Waltermann hat an diesem Samstagmorgen auf dem Hof Ostendorf 10 die Regenjacke fest zugeköpft und die Gummistiefel an. Der Hof in der Borghorster Bauerschaft steht für das gemeinsame Projekt von Gnadenhof und Lehmdorf des Naturschutzbunds (Nabu) Steinfurt.

Von Martin Fahlbusch
Renate Waltermann passt auf, dass keines der Tiere auf ihrem Hof zu kurz kommt. Das schafft sie natürlich nicht alleine – ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen ihre Bemühungen um das Tierwohl.
Renate Waltermann passt auf, dass keines der Tiere auf ihrem Hof zu kurz kommt. Das schafft sie natürlich nicht alleine – ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen ihre Bemühungen um das Tierwohl. Foto: Martin Fahlbusch

Beides gehört für die ausgebildete Krankenschwester, Mutter und engagierte Umweltfrau ganz eng zusammen. Der Hof atmet einerseits Ruhe, anderseits ist hier trotz des nicht gerade einladenden sturmgepeitschten Nieselregens eine Menge los.

Nach einem Ausritt werden Pferde gepflegt und die beiden Esel Benny und Nelly wohnen in einer Art Wohngemeinschaft mit kranken und besonders pflegebedürftigen Meerschweinchen zusammen, von denen eines den schönen Namen Sternchen trägt.

In einer Voliere nebenan sitzt eine fast blinde Amsel auf einem Ast und freut sich sicher über die sorgsame Pflege. „Draußen kommt die einfach nicht mehr zurecht. Wir sehen zu, dass sie Futter und Wasser bekommt und vielleicht gelingt es, für sie einen Artgenossen zu finden“, erzählt Renate Waltermann beim kleinen Rundgang. Das ist in der Abteilung Pflegeschafe schon gelungen. Das blinde Kamerunschaf wohnt eigentlich mit anderen wolligen Kollegen zusammen. Lediglich zum Fressen muss die Eintracht aufgehoben werden. „Sonst würde es nie satt – wegen der Fresslust der anderen“, schmunzelt die Tierfreundin.

Natürlich war Max Lohmeyer einer derjenigen, die Waltermann schon in den 1990er Jahren für den Tierschutz gewonnen hat. „Ich denke, wir alle müssen begreifen, dass es hier um Lebewesen geht.“ Und dass man, wenn man Umwelt und ökologisches Gleichgewicht intakt halten will, mit anderen – zum Beispiel Landwirten – kooperieren muss. Sie freut sich, dass der Nabu Steinfurt für diese Bereiche mit Ruth Schroer und Monika Hölscher fachlich versierte Mitstreiter aufweisen kann, die von vielen Ehrenamtlichen unterstützt werden – wie beispielsweise Franz Kröger und Wilfried Herking, die heute den Garten im Lehmdorf pflegen.

„Katzen haben wir, zugelaufene und abgegebene, die unbedingt kastriert werden müssen. Wir pflegen Igel, päppeln sie auf und wildern sie wieder aus“, berichtet Waltermann. Sie hat den Hof vor rund zehn Jahren mit ihrem Mann erstanden, umgebaut und teilverpachtet. „Wir sind auf Spenden angewiesen.“ Dafür organisiert das Paar Veranstaltungen wie den Adventsbasar am 25. November auf dem Hof.

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