Projekt Wegerandstreifen Zahlen sind noch unter Verschluss

Steinfurt -

Die Zahl muss erheblich sein. So erheblich, dass sie noch einmal im stillen Kämmerlein nachgerechnet werden muss, ob sie denn wohl stimmt.

Von Bernd Schäfer
Eigentlich sollte an den meisten Wirtschaftswegen ein mehrere Meter breiter Streifen der Natur überlassen sein. Das wird nicht immer beachtet.
Eigentlich sollte an den meisten Wirtschaftswegen ein mehrere Meter breiter Streifen der Natur überlassen sein. Das wird nicht immer beachtet. Foto: Bernd Schäfer

Der Punkt „Überackerung kommunaler Flächen“ stand am Dienstagabend auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Klimaschutz – zu dem Stefan Albers , der Fachdienstleiter Stadtplanung und Bauordnung, allerdings nicht viel sagen konnte: „Der Kreis und die Landwirtschaftlichen Ortsverbände haben darum gebeten, die Zahlen noch nicht freizugeben.“

Hauptsächlich geht es dabei um die Abstände zwischen öffentlichen Wegen und landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen hatte die Kreisverwaltung vor einiger Zeit beauftragt, einmal anhand von Geodaten zu überprüfen, welche Flächen Landwirte und Gemeinden jeweils für sich beanspruchen. In dem „Wegerandstreifen wiedergewinnen“ genannten Projekt haben sich offenbar einige Überlappungen ergeben.

Und die sind so sensibel, dass sie in der Kreisausschusssitzung nur mündlich vorgetragen und nicht im Protokoll festgehalten wurden. „Entweder passt es bei uns nicht oder bei den Landwirten“, konnte Albers im Ausschuss noch nicht genau sagen, wo die Fehler liegen. Und auch nicht, um welche Größenordnung es sich genau handelt.

Nur so viel: „Wir sind hier im Hektarbereich.“ Die Flächen neben den Feldwegen sind zum einen ein wichtiger Umweltschutzfaktor: Sie dienen Pflanzen und Tieren als Schutz und Rückzugsort. Aber sie haben auch einen nicht unbedeutenden wirtschaftlichen Nutzen: Die Gemeinde kann diese Bereiche als Ausgleichsflächen für Neubauprojekte anrechnen lassen – und damit vermeiden, neue Flächen ankaufen zu müssen.

Zunächst muss jetzt anhand der Geodaten geklärt werden, welche Flächen überhaupt wem gehören. Aber auch das ist offenbar nicht so einfach: „Wir haben noch nicht alle Daten“, sagt Stefan Albers von der Stadt Steinfurt. „Wir haben alle Datensätze an die Gemeinden gegeben“, sagt Heiner Bücker, der Leiter des Umwelt- und Planungsamts beim Kreis.

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