Saerbecks Unternehmen
„Schön zu sehen, was rauskommt“

Saerbeck -

Wer von der B 219 kommt, hat den Firmensitz an der Hahnstraße 5 bestimmt schon mal wahrgenommen: Vor dem weißen Gebäude wehen zwei Fahnen – auf der einen der Schriftzug der Firma, WorksLine, auf der anderen steht Siemens. Doch was dort passiert, wissen wohl die Wenigsten.

Mittwoch, 03.01.2018, 07:01 Uhr

Martin Springer ist seit dem 7. Dezember Prokurist von WorksLine. Sein Vater Peter Springer hat das Unternehmen 1997 zusammen mit Dr. Manfred Heß gegründet.
Martin Springer ist seit dem 7. Dezember Prokurist von WorksLine. Sein Vater Peter Springer hat das Unternehmen 1997 zusammen mit Dr. Manfred Heß gegründet. Foto: Jan-Philipp Jenke

Dabei hat der ein oder andere sicher schon ein Produkt in den Händen gehalten, das mit dem hiesigen Know-how hergestellt wurde, vielleicht ein Glas der Firma Ritzenhoff. Gläser und Design konnten mit der Software, die das Saerbecker Unternehmen vertreibt, entworfen und hergestellt werden. Denn der Produzent für Trink- und Designer-Gläser ist einer der größeren Kunden von WorksLine.

Das Unternehmen bezieht von Siemens PLM die Konstruktionssoftware SolidEdge, NX und weitere Add-on Produkte, welche vertrieben aber auch geschult werden. Der Einsatzbereich erstreckt sich vom Maschinen- und Anlagenbau bis hin zur Robotik. Neben Ritzenhoff gehören Zulieferer für Mercedes-Benz/Daimler zum Kundenstamm, die mit der Software Autoteile konstruieren. Auch Kunden wie die Maschinenfabrik FRÖMAG, die mit Hilfe der Software Nutenzieh- und Stoßmaschinen sowie Räummaschinen für höchste Anforderungen entwickelt, produziert und vertreibt, gehören zu deren Kunden. „Es ist schön zu sehen, wenn man diese Software anbietet und Kunden darin schult, was dabei tolles herauskommt“, betont Martin Springer , Prokurist von WorksLine.

Außerdem ist das Saerbecker Unternehmen Dienstleister: Die Mitarbeiter der Kunden werden in die Konstruktionssoftware eingewiesen und geschult, zudem übernimmt WorksLine die Installation und Betreuung. Im Firmensitz an der Hahnstraße befinden sich vier Schulungsräume, ausgestattet mit moderner Hard- und Software. „Unsere Dozenten sind unsere Mitarbeiter mit langjährigem Know-how“, so Springer. Ein Basis-Kurs hat maximal bis zu sechs Teilnehmer, da die Software sehr komplex sei. So werde die Qualität gewährleistet. Es gibt aber auch Individualschulungen, entweder bei WorksLine oder vor Ort beim Kunden im gewohnten Arbeitsumfeld. Der Kundenstamm reicht bis ins Sauerland hinein, bis nach Brandenburg, Thüringen und Dresden, im südlichen Raum bis nach Konstanz sowie nördlich bis nach Hamburg.

Darüber hinaus bietet WorksLine eine Datenbanksoftware – die PDM Software kommt aus Italien – an, mit der CAD-Daten im System abgelegt und durch Integration in der Software schnell wieder abrufbar sind. „Damit können beim Kunden Prozessketten optimiert und Arbeitsschritte vereinfacht werden“, sagt Springer.

Bei WorksLine sind zurzeit 32 Mitarbeiter tätig – von der Verwaltung über den Vertrieb bis hin zur Technik. „Wir haben Schwierigkeiten passend ausgebildetes Personal zu finden, da die Software sehr spezifisch ist“, erklärt Springer: „Daher bilden wir selbst Leute, die von der Hochschule kommen, in der Software aus.“ Als Ausbildungsberufe bietet WorksLine zudem Kauffrau/mann für Bürokommunikation und im technischen Bereich eine Ausbildung zum technischen Produktdesigner an.

Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Martin Springers Vater Peter Springer hat es 1997 zusammen mit Dr. Manfred Heß gegründet. Zunächst war der Firmensitz am FMO, 1999 wechselte der Standort nach Saerbeck. „Was Greven konnte, konnte Saerbeck genau so gut oder vielleicht sogar besser“, sagt Martin Springer, der seit 2009 im Unternehmen ist, seit dem 7. Dezember als Prokurist. Für den Standort Saerbeck spreche die gute Infrastruktur mit Anbindung in alle Himmelsrichtungen sowie dem Flughafen in der Nähe. Dennoch hat Springer auch Wünsche für die Zukunft: „Den Ausbau der Internetgeschwindigkeit. Ein wichtiger Standortfaktor für uns.“

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