„Kneipenkrach am Donnerstach“
Ganz zwanglos wie unter Freunden

Saerbeck -

Die Premiere war ein voller Erfolg, jetzt soll die Sache wiederholt werden: Übermorgen ist wieder „Kneipenkrach am Donnerstach“ im „Markt 23“.

Dienstag, 02.01.2018, 09:01 Uhr

Gitarren, Bass, Akkordeon, Cajon, Ukulele und auch eine Mundharmonika lieferten die instrumentale Unterstützung beim ersten Mitmachkonzert im „Markt 23“.
Gitarren, Bass, Akkordeon, Cajon, Ukulele und auch eine Mundharmonika lieferten die instrumentale Unterstützung beim ersten Mitmachkonzert im „Markt 23“. Foto: Alfred Riese

Es ist so einfach: ein Raum, Menschen, Musik, Lieder. Und er hatte so durchschlagenden Erfolg, der erste „Kneipenkrach am Donnerstach“, das Mitmach-Konzert in der Bierbar „Markt 23“. Ende November kniff niemand in der Kneipe die Lippen zusammen. Man sang im Chor ganz zwanglos, wie unter Freunden und auch, wer nur zufällig da war. Wer das Debüt verpasst hat, aber gerne mal mitsingen möchte: Am Donnerstach, 4. Januar, ab 19.30 Uhr geht der „Kneipenkrach“ in die zweite Runde, dieses Mal mit dem Untertitel „Atemlos“, aber wieder dem Versprechen von Popsongs, Schlagern, Lieblingsliedern und Evergreens.

Neben „Markt 23“-Wirt Jürgen Steinberg steckt die Saerbeckerin Annette Winkeljann hinter diesen selbst gemachten Konzerten von Kneipenbesuchern für sich selbst. Für den Anfang hatte sie ein paar Instrumentalisten angesprochen, ein bisschen die Werbetrommel gerührt, für Textblätter gesorgt und das Nötige organisiert. Auf die Dauer setzt sie darauf, der der „Kneipenkrach“ ein Selbstläufer wird. Die erste Auflage lässt da wenig Zweifel aufkommen.

An die 50 Menschen mögen es gewesen sein, und alle augenscheinlich bester Stimmung. Das einzige Problem schien zu sein, die Textblätter irgendwie in einen ausreichend hellen Lichtfleck zu bekommen. Aber selbst das war nicht unbedingt nötig. Wenn Gitarre, Bass, Akkordeon, die Kisten-Percussion des Cajons, die Ukulele und als i-Tüpfelchen in der Instrumentierung auch noch die Mundharmonika spielten, kamen die Zeilen wie von selbst.

„Deutsches Liedgut aus den 1970ern plus Johnny Walker“, beschrieb ein Mitsänger ebenso augenzwinkernd wie zufrieden das Repertoire. Man kennt es, wenigstens irgendwie: Paul Kuhns „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ (ist allerdings von 1963) oder Reinhard Meys „Über den Wolken“. Je nach Lebensalter der Sängerinnen und Sänger ließen sich Erinnerungen an den eigenen oder elterlichen Plattenschrank erahnen und an die eine oder andere Party. „Das haben wir früher am Lagerfeuer gesungen“, freute sich einer bei Cat Stevens „Morning has broken“ (1971). Anderen ging es so bei Songs von Juliane Werding, Marius Müller Westernhagen oder dem Klassiker „What shall we do with the drunken sailor“ aus der Mundorgel. Und war das Lied gesungen, applaudierte der spontane Chor gerne sich selbst, egal ob ausgebildete Stimme oder ganz normaler Kneipengast im Sog der „alten Lieder“. Die quasi-professionelle „Blues Guerilla“-Frontstimme an der Theke meinte es gewiss nicht böse, als sie staunte: „Wow, eine ganze Oktave einfach ausgelassen.“ „Haben wir gut gemacht“, fand man einhellig, und rückte ein Stück weiter zusammen.

Nur einmal, da kam ein Solo vom Tisch der Instrumentalisten: „Amazing Grace“ auf der Mundharmonika, fast ehrfürchtig und nur leise mit gesummt – ein bisschen Gänsehaut von einem Instrument, das heutzutage eher selten zu hören ist. Da kann man nur hoffen, dass der Spieler am 4. Januar wieder dabei ist.

Der Wirt hinter der Theke war begeistert und auch selbst mitgerissen von dem, was sich da in seiner Kneipe abspielte – nicht nur wegen der Getränkebestellungen. Und für Organisatorin Annette Winkeljann war es „eine Freude zu sehen, dass die Leute gut gelaunt sind“. Waren sie - dabei sorgten sie hauptsächlich selbst dafür.

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