Konzertkritik
Wer braucht noch die Blues Brothers?

Saerbeck -

Immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art: Wenn die Blues Guerillas irgendwo im Münsterland zuschlagen, dann kann man sich auf einen Abend mit feinster von Hand gemachter Musik und hohem Unterhaltungswert gefasst machen.

Samstag, 30.12.2017, 07:12 Uhr

Mit ihrem erdigen und ganz authentischen Blues aus den Sümpfen des Emsdeltas überzeugte die Band bei ihrem Konzert in Saerbeck.
Mit ihrem erdigen und ganz authentischen Blues aus den Sümpfen des Emsdeltas überzeugte die Band bei ihrem Konzert in Saerbeck. Foto: Axel Engels

Mit ihrem erdigen und ganz authentischen Blues aus den Sümpfen des Emsdeltas sind sie in der Blues-Szene eine feste Größe, ließen am Donnerstag das ehrwürdige „Markt 23“ in Saerbeck in seinen Grundfesten erzittern. In diesem Jahr war die Resonanz bei den Blues-Liebhabern sogar noch größer, sogar „Stehplätze“ waren an diesem Abend Mangelware.

Mit dem Saxofonisten Matthias König hatten sie diesmal einen ganz versierten Musiker in ihre Reihen aufgenommen, dessen ausdrucksstarkes Spiel bestens mit der rauchigen Stimme von Martin Huck harmonierte, und auch im Dialog mit dem Gitarristen Stephan Höltker wusste er ohne stundenlanges Proben seine ganzen Qualitäten einzubringen.

Die sympathischen Blues-Fanatiker um den Sänger Martin Huck starteten mit einem rasanten „Give me one reason“, frönten mit ihrem exquisiten Spiel dem guten alten Blues „The Blues is alright“ von Gary Moore, und spätestens bei Eric Clapton‘s „Lay down Sally“ war die Stimmung im „Markt 23“ nicht mehr zu steigern. Sie zeigten bei ihrem ganz eigenen Stil keinerlei Respekt vor den Größen aus Rock, Pop und Blues, suchten und fanden den Blues in jeder Sparte. Ob bei Bob Marleys „I shot the sheriff“ oder Johnny Guitar Watsons „You can stay but that noise goz 2 go“, immer trafen sie genau die Stimmung mit ihrer lebendigen und intensiven Spielweise. Ihre Mischung von „Proud Mary“ von CCR und Tina Turner „Nutbush“ mit dem funkigen Bass von Guido „Stringeay“ Schräder hätte den Originalinterpreten vielleicht so manches graue Haar bereitet, aber das Publikum nahm solch eigenen Kreationen begeistert auf.

Fürs Herz gab es mit den filigranen Saitenklängen von Tommes „Fastfinger“ Gommes und Stephan Höltker unterlegt mit „Wenn du weggehst“ von der Ruhrebietsband Stoppok sowie „Walk in my shadow“ von Joe Bonamassa die passenden Songs.

Beim ausgedehnten Medley ging es von allseits bekannten Songs wie „Riders on the storm“ über zum „Roadhouse Blues“, schlossen sich Songs wie „Movie star“ und „Love is in the air“ nahtlos an, und selbst Klassiker wie „Lady in black“ und „Country roads“ passten da bestens zusammen. Wenn dann noch Stevie Wonder unter dem punktgenauen Spiel von Schlagzeuger Sebastian „Genius“ Kwiotek mit seinem „Superstition“ im „Markt 23“ vorbeischaute, die Temptations ihr „Papa was a Rolling Stone“ beisteuerten, durften natürlich auch die Pilzköpfe aus Liverpool nicht fehlen. Denn ihr „Something“ erklang in einem wahrlich bluesigen Gewand, hier zeigten die Blues Guerillas ihr Gespür für den Blues in jedem Stil.

Wer braucht bei solch überfallartigem Musik-Event noch die legendären Blues Brothers, wenn es die Blues Guerillas direkt vor der Haustür gibt. Mit ihrem Streifzug durch die Songs von den Blues Brothers bis zu Bob Marley boten sie einen Abend, bei dem als einziger Wermutstropfen die Zeit viel zu schnell verging.

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