Ausschuss diskutiert Optimierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für das bestehende Netz Nahwärme: Insel ist wieder in Sicht

Saerbeck -

Eine „Insellösung für einen Ausbau der Nahwärmeversorgung“ wird aktuell zwischen Verwaltung und Politik diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei wohl Optimierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für das bestehende Netz, das sich von der Gläsernen Heizzentrale bis zur St.-Georg-Kirche und zum Falke-Treff als angeschlossene Gebäude erstreckt. Diese Information förderte in der Sitzung des Planungsausschusses allerdings erst ein Geschäftsordnungsantrag von Mechthild Lüggert (UWG) zutage.

Von Alfred Riese
Die Pelletbrenner  der Gläserne Heizzentrale tun nichts, ohne dass es auf dem Computermonitor an Ludger Greilings Arbeitsplatz erscheint.
Die Pelletbrenner  der Gläserne Heizzentrale tun nichts, ohne dass es auf dem Computermonitor an Ludger Greilings Arbeitsplatz erscheint. Foto: prf

Die Sprecherin der Unabhängigen Wähler scheiterte zwar mit ihren Vorstoß, einen Tagesordnungspunkt aus der nicht-öffentlichen Sitzung doch öffentlich zu besprechen. Aber das Stichwort „Nahwärmeversorgung“ stand im Raum, als sie argumentierte, über dieses Thema „haben wir immer öffentlich beraten“. Lüggerts erklärte, hier gelte der Grundsatz der Öffentlichkeit. Das wies Bürgermeister Wilfried Roos zurück. Es gehe um zwei konkurrierende Angebote, die als „Vertragsangelegenheiten“ zu behandeln seien. Für die weitere Diskussion über Lüggerts Antrag wurde die Öffentlichkeit für eine runde Viertelstunde ausgeschlossen. Es folgte die knappe Mitteilung des Ausschussvorsitzenden Florian Bücker (CDU): „Punkt neun bleibt nicht-öffentlich.“

Teilweise allerdings nur, nachdem die Zeitung am Donnerstag nachbohrte. Dabei bestätigte Bürgermeister Wilfried Roos, dass der Ausgangspunkt der Überlegungen das bestehende Nahwärmenetz ist. Eben dieses hat Klaus Russel-Wells, früherer Klimakommune-Praktikant, untersucht und mit elf anderen Netzen verglichen. Ergebnisse seiner Master-Arbeit an der FH Steinfurt präsentierte er eingangs der Sitzung am Mittwoch. „Die Gemeinde macht sich Gedanken, wie Erkenntnisse aus dieser Arbeit als Grundlage für eine Entwicklung des Netzes umgesetzt werden können“, erklärte Roos. Zwei Firmen bzw. Einrichtungen hätten dazu nichtöffentliche – absichtlich getrennt voneinander – unterschiedliche Ansätze vorgetragen. Interne Zahlen und geistiges Know-How seien schützenswert, verteidigte Roos dieses Vorgehen.

Russel-Wells Präsentation enthielt auch den Vorschlag, Wärmeverluste im Netz zu vermeiden, indem sommertags ein zusätzliches Blockheizkraftwerk am aktuellen Endpunkt Falke-Treff die Sportler-Duschen auf kürzerem Weg mit warmen Wasser versorgt. Wer ein solches BHKW bauen und betreiben könnte und ob mit der zusätzlichen Wärmeleistung weitere Gebäude versorgt werden sollen, bleibt zunächst offen.

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