Gefälschte E-Mail
Dreiste Betrugsmasche

Ochtrup -

Der Unbekannte antwortete auf Nachfragen innerhalb von wenigen Minuten: Die Firma La Vida hat eine gefälschte Zahlungsaufforderung per E-Mail erhalten – und sie ist nicht das einzige Unternehmen in Ochtrup, das ins Visier von Betrügern geraten ist.

Donnerstag, 08.02.2018, 07:02 Uhr

Ein Betrüger schickte eine gefälschte Zahlungsaufforderung an La Vida – und reagierte auf Nachfragen innerhalb von wenigen Minuten.
Ein Betrüger schickte eine gefälschte Zahlungsaufforderung an La Vida – und reagierte auf Nachfragen innerhalb von wenigen Minuten. Foto: Colourbox

Und sie hatte recht. Hinter der – auf den ersten Blick täuschend echt wirkenden – E-Mail steckte keineswegs ihr Chef, sondern ein Betrüger. „Ich würde so etwas nie per Handy schreiben“, bestätigt Michael Heilen einen Tag später auch im WN-Gespräch. Er möchte nun andere Unternehmen vor dieser Masche warnen. Denn offenbar ist nicht nur La Vida in das Visier von Kriminellen geraten. Mindestens eine andere Firma aus Ochtrup hat in dieser Woche ebenfalls Post von Betrügern bekommen, erfuhr Heilen, als er bei der Polizei Anzeige erstattete.

Bevor er die Beamten informierte, wollte er jedoch noch mehr über die linke Tour des Unbekannten herausfinden. Heilen bat seine Assistentin, ganz arglos auf die E-Mail zu antworten. „Hallo Michael“, schrieb Marita Thien also zurück. „Wofür?“ Um 11.31 Uhr klickte sie auf „Senden“ – und hatte bereits fünf Minuten später eine Antwort im E-Mail-Eingang. Der Betrüger schickte die Kontoverbindung eines Unternehmens in Großbritannien, verwies noch darauf, im Verwendungszweck das Stichwort „Admin-Projekt“ anzugeben und forderte eine Zahlungsbestätigung.

Nun wollten es Thien und Heilen genauer wissen. Sie mailten zurück und baten um eine Rechnung, um dann „umgehend zu überweisen“. Und auch darauf erhielt das Ochtruper Unternehmen prompt eine Rückmeldung: „In einem langen Meeting. Ich werde Ihnen später die Rechnung schicken. Bitte machen Sie jetzt die Zahlung, es ist dringend.“

Dass die Täter in solchen Fällen Druck auf den Empfänger aufbauen, sei üblich, erläuterte Jochen Laschke, Pressesprecher der Polizei, auf WN-Nachfrage. „Dem muss man dann standhalten, da darf man sich nicht verunsichern lassen.“ Grundsätzlich sei es wichtig, bei Zahlungsaufforderungen per E-Mail – die mitunter nicht gleich als Fälschung zu erkennen seien – sehr genau zu prüfen, wer der Absender ist. „Auf keinen Fall voreilig das Geld überweisen“, warnte Laschke.

Tatsächlich habe in dieser Woche neben La Vida noch eine weitere Firma in Och­trup eine Betrugsmail erhalten, bestätigte der Polizeisprecher weiter. In diesem Fall sei das Geld beinahe schon weg gewesen – „die Zahlung konnte in letzter Minute gestoppt werden“.

Beide Unternehmen haben Anzeige gegen den oder die Betrüger bei der Polizei erstattet. „Das ist auf jeden Fall der richtige Schritt“, betonte Laschke. „Jedes Mosaiksteinchen, das wir bekommen, kann uns weiterhelfen.“ Allerdings sei es gar nicht so leicht, den Absender der Nachrichten zu ermitteln – selbst, wenn E-Mail-Adresse und Kontodaten vorliegen. „In der Regel sitzen die Täter im Ausland.“

Und sie gehen recht gewieft vor. Im Fall von La Vida muss der Unbekannte im Internet recherchiert haben, wie der Geschäftsführer des Unternehmens und seine Assistentin heißen – das ist allerdings leicht auf der Homepage der Firma nachzulesen. Nun manipulierte der Betrüger die Absenderadresse entsprechend und schickte die Mail ganz gezielt auf den Weg – an einen Betrieb, der mit großen Bauprojekten zu tun hat und in dem Überweisungen von solch hohen Beträgen durchaus vorkommen können. Diese Dreistigkeit versetzt Marita Thien und Michael Heilen durchaus in Staunen. Sie sind froh, der Masche nicht aufgesessen zu sein und hoffen nun, auch andere Betriebe – aber auch Privatleute – sensibilisieren zu können. Ihr Beispiel zeigt: Es lohnt sich, skeptisch zu sein und mindestens zwei Mal hinzuschauen. Auch, wenn die Mail im Postfach noch so plausibel erscheint . . .

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