Landjugend-Theater Härtetest für die Lachmuskulatur

Ochtrup -

Eine muntere Verwechslungskomödie präsentierte die Theatergruppe der KLJB mit dem Stück „Swieneree up`n Burnhoff“.

Von Norbert Hoppe
Herrliche Verwicklungen brachten die Schauspieler der KLJB auf die Bühnenbretter, sehr zum Gefallen ihrer Zuschauer.
Herrliche Verwicklungen brachten die Schauspieler der KLJB auf die Bühnenbretter, sehr zum Gefallen ihrer Zuschauer. Foto: Norbert Hoppe

Es war fast so, wie im Hamburger Ohnsorg-Theater: Über zwei Stunden Lachen und unbeschwerte Fröhlichkeit erfüllten den großen Saal im ehemaligen DRK-Zentrum. Die Katholische Landjugendbewegung ( KLJB ) führte zum ersten Mal das plattdeutsche Theaterstück „Swieneree up`n Burnhoff“ auf.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Studentin Lisa (Katharina Lünter) heuert auf dem etwas verlottertem Hof der Brüder Franz ( Heinz Feldmann ) und Gerd (Steffen Bätker) als Hauswirtschaftspraktikantin an und wird dabei gelegentlich von ihrer gar nicht so ländlichen Mutter (Marina Bätker) unterstützt. Lisa entdeckt, dass es auf dem Hof mit der Schweinemast nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, weil den Tieren das unerlaubte Wachstumshormon Ventipulmin verabreicht wird. Dass sie da einschreiten muss, ist für Lisa keine Frage, mit – so scheint es jedenfalls – dramatischen und nicht eingeplanten Folgen.

Zwischenzeitlich schaut die neugierige Nachbarin Martha Ahlert (Verena Demandt) vorbei, weil sie brennend daran interessiert ist, was auf dem Hof der beiden Brüder abläuft. Nachbarstochter Steffi (Marina Bültbrune) hat mehr als nur ein Auge auf den jüngeren der beiden Brüder geworfen. Zu allem Überfluss ist Pastor Hans Eilers (Benedikt Ostkotte), der an keinem Schnäpschen oder Bier vorbeikommt, in einen Autounfall mit den ausgebrochenen Schweinen des Hofes verwickelt.

Und ausgerechnet er muss Steffi eine Aufklärungsstunde verpassen, bei der kein Auge trocken bleibt. Wie oft die beiden Souffleusen (Nadine Sahle und Luisa Schliemann) tätig werden mussten, merkte im Zuschauerraum niemand: Aufgabe bestens gemeistert.

Viele Wochen hatte die Theatergruppe unter Leitung ihrer Regisseurin Gabriele Dankbar geprobt und immer wieder an den einzelnen Szenen gefeilt. Neben dem Spaß bei den Proben rückte Spielleiterin Gaby Dankbar ein Herzensanliegen in den Mittelpunkt: „Wir wollen die plattdeutsche Sprache in Ochtrup pflegen und erhalten“, betonte sie und wies darauf hin, dass die plattdeutschen Theaterstücke der KLJB seit 51 Jahren junge und ältere Menschen verbinden.

Die Darsteller zogen alle Register ihres schauspielerischen Könnens und bewiesen, dass auch Laien fähig sind, ein lustiges Theaterstück zur Freude aller Zuschauer auf die Bühne zu bringen. Das Ziel war erreicht: Das Publikum fühlte sich bestens unterhalten. „Datt was heel guet“, lautete die kurze aber treffende Kritik vieler Zuschauer. Lang anhaltender Applaus war der verdiente Dank an die Laiendarsteller, die sich schon auf die nächsten Aufführungen freuen.

Besonders genossen hat den Beifall Heinz Feldmann, der den älteren Bruder Franz verkörperte. Seit 50 Jahren wollte er immer gern bei den Theaterstücken mitwirken, nie hat es geklappt. Jetzt, im Alter von 67 Jahren, war er zum ersten Mal dabei. „Wir brauchten noch einen rüstigen 50-jährigen für diese Rolle und dafür war Heinz genau der richtige“, informierte der KLJB-Vorsitzende Johannes Issinghoff bei der Vorstellung des Ensembles am Beginn des Abends.

Der Dreiakter war ein Lustspiel. Klar, dass alles letztlich zu einem guten Ende kommt. Wie die Geschichte ausgeht, wird an dieser Stelle noch nicht verraten. Aber wer sich mal wieder köstlich amüsieren möchte, sollte das Theaterstück der Landjugend nicht verpassen.

Gelegenheit dazu ist am 7. Januar (Sonntag) um 15 Uhr sowie am 13. und 14. Januar (Samstag und Sonntag) jeweils um 19.30 Uhr im ehemaligen DRK-Zentrum an der Piusstraße. Karten zum Preis von sechs Euro sind im Vorverkauf im Raiffeisen-Markt oder an der Abendkasse erhältlich.

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