24 Stunden in Ochtrup
Es gibt immer was zu tun

Ochtrup -

Die Adventsserie „24 Stunden in Ochtrup“ findet ihren Abschluss bei einem Besuch in der Westfalen-Tankstelle. WN-Mitarbeiterin Irmgard Tappe hat dort um 23 Uhr vorbei- und Tankwartin Ulrike Pose-Kröger über die Schulter geschaut.

Sonntag, 24.12.2017, 06:12 Uhr

Nachtschicht? Für Tankstellenmitarbeiterin Ulrike Pose-Kröger kein Problem. Sie arbeitet gerne nachts.
Nachtschicht? Für Tankstellenmitarbeiterin Ulrike Pose-Kröger kein Problem. Sie arbeitet gerne nachts. Foto: Irmgard Tappe

„Nachtschichten“, findet Ulrike Pose-Kröger , „sind für mich die beste Arbeitszeit in diesem Job. Ich bin nämlich ein nachtaktiver Mensch.“ Um 22 Uhr hat die Mitarbeiterin der Westfalen-Tankstelle von Kollegin Karin Elster übernommen. Bis sechs Uhr morgens dauert ihr Dienst. Die Westfalen-Tankstelle an der Laurenzstraße hat täglich 24 Stunden geöffnet. „Wir schließen die Ladentür allerdings um 23 Uhr. Danach wird der Publikumsverkehr über eine Nachtklappe abgewickelt. Heute werde ich ausnahmsweise etwas länger offen lassen. Wir sind ja zu zweit“, sagt die Tankwartin.

Nachts sind die Preise höher

Draußen fährt gerade ein Auto vor, stoppt kurz, und bewegt sich langsam weiter. „Ah, das ist die Polizei. Wenn die Beamten nachts Streife fahren, kontrollieren sie immer, ob hier alles in Ordnung ist. Das ist auch gut so. Man fühlt sich sicher“, bemerkt Pose-Kröger.

Während der Nachtschicht gibt es immer längere Phasen, in denen niemand kommt. Aber Langeweile habe ich trotzdem nie.

Ulrike Pose-Kröger

Mit Kunden, die ihr Fahrzeug auftanken, hat die Ochtruperin zur nächtlichen Zeit jedoch kaum zu tun. Da kommt höchstens mal jemand auf der Durchfahrt, dem der Sprit auszugehen droht. Denn nachts ist der Treibstoff um einiges teurer als am Tag. „Viele Autofahrer glauben, dass wir Mitarbeiter die Spritpreise machen. Aber wir haben keinerlei Einfluss darauf“, betont Pose-Kröger.

Ab 23 Uhr werden die Kunden über eine sogenannte Nachtklappe bedient

Ab 23 Uhr werden die Kunden über eine sogenannte Nachtklappe bedient Foto: Irmgard Tappe

Die drei jungen Leute, die nun den Shop betreten, sind ohne Auto. Sie steuern gezielt das Getränkeregal an. Ein paar Energydrinks, ein paar Dosen Bier, ein kurzes Gespräch beim Bezahlen an der Kasse, dann machen sie sich fröhlich auf den Weg.

Viel los nachts am Wochenende

Auch ohne Kunden, die an den Zapfsäulen ihren Autotank füllen, ist es für die Mitarbeiterin bis dato keine stille Nacht. Schließlich ist Wochenende, und da suchen mehr Leute zu später Stunde die Tankstelle auf, als während der Woche. Wie der Mann, der eine Flasche Wodka kaufen möchte. Pose-Kröger zeigt ihm das Regal mit den Spirituosen. Der Mann bedient sich, zahlt und geht. Und schon kommen die Nächsten. Eine Frau und ein Mann. Sie kaufen eine Flasche Wein und zwei Tüten Kartoffelchips.

Die nächste halbe Stunde verläuft ruhig. „Während der Nachtschicht gibt es immer längere Phasen, in denen niemand kommt. Aber Langeweile habe ich trotzdem nie“, sagt Pose-Kröger und zählt auf, was es nebenbei für sie zu tun gibt: Regale und Kühlungen mit Ware auffüllen, zwischendurch Laden und Büro saugen und wischen.

Kaum einer tankt in der Nacht

Und ab drei Uhr bereitet sie in der Bistroecke die Kaffeemaschine und die Brötchen fürs Frühstück vor. Wenn sie um fünf Uhr morgens die Eingangstür öffnet, treffen bald die ersten Frühstückskunden ein. Während der Woche sind das oft Leute auf dem Weg zur Frühschicht. Am Wochenende manchmal Nachtschwärmer auf dem Weg nach Hause. Aber auch Taxifahrer kommen gern auf einen Kaffee ins Tankstellenbistro.

Inzwischen ist es kurz vor Mitternacht. Zeit für die Tagesabrechnung. Und Zeit, die Eingangstür abzuschließend und die Nachtklappe zu öffnen. Der nächste Kunde möchte eine Tafel Schokolade. Vollmilch-Nuss. Die passt gut durch die Klappe. Getankt hat niemand während dieser letzten Stunde des Tages.

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