Hans gibt nicht auf!
Von zu großen Weihnachtsbäumen und einem reumütigen Ehemann

Ochtrup -

An Weihnachten passieren oftmals die witzigsten Geschichten. Und diese hat sich tatsächlich genauso in der Töpferstadt abgespielt.

Samstag, 23.12.2017, 07:12 Uhr

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Hans hatte in diesem Jahr wenig Glück mit seiner Baumauswahl. Deshalb gibt es im kommenden Jahr einen Kunstbaum, hat seine Frau beschlossen.
Wer die Wahl hat, hat die Qual: Hans hatte in diesem Jahr wenig Glück mit seiner Baumauswahl. Deshalb gibt es im kommenden Jahr einen Kunstbaum, hat seine Frau beschlossen. Foto: dpa

Hildegard hatte direkt Bedenken, als Hans einige Tage vor Weihnachten mit einem riesigen Ömmes von Weihnachtsbaum in der Tür stand. „Aber das hält der Baumständer doch nie“, lautete ihre Prognose. Doch bei solch wichtigen Fragen des Lebens gilt die Meinung des schwachen Geschlechts bekanntlich wenig. Wenn ein Mann einen Baum auswählt, dann wird das schon seine Richtigkeit haben. Schluss, Aus, Ende!

Also, hinein mit dem Riesen ins Ochtruper Wohnzimmer. Und, wer hätte es vermutet? Der Weihnachtsbaum kam tatsächlich zum Stehen. Wunderbar! Hans war glücklich und Hildegard durfte mit dem Schmücken beginnen. Sämtliche Kugeln und auch die Lichterkette fanden ihren Platz. „Guck dir doch mal an, wie schön der Baum steht!“, musste sie sich nun in den folgenden Tagen immer wieder von ihrem Göttergatten anhören. Fast schon wollte die Dame des Hauses ihre erste Einschätzung zurücknehmen, als der Baumriese zwei Tage vor Weihnachten – wohlbemerkt ohne Zutun Hildegards, sie war zwar im Wohnzimmer, aber Meter entfernt – plötzlich umfiel. Was war das Geschimpfe groß. Hildegard hatte es schließlich von vorneherein gewusst und Hans, der war sich natürlich sicher, dass seine Frau etwas mit dem Baumsturz zu tun haben musste. Wie auch immer: Der Baum lag quer im Wohnzimmer und sein Schmuck war arg lädiert.

Auf das Gezeter folgte der Wiederaufbau. Und diesmal ging Hans auf Nummer sicher: Der Baum wurde nicht nur vollständig in seinem Ständer ausgerichtet, sondern bekam zudem eine Paketschnursicherung inklusive Nagel in der Wand. „Guck doch nur, wie schön der Baum jetzt wieder steht“, bekam die leicht genervte Hildegard zu hören. Doch die Freude sollte nur von kurzer Dauer sein.

Immerhin: Hildegard hatte ein Alibi. War sie doch diesmal nicht am Tatort im Wohnzimmer. Dem armen Baumriesen half das jedoch auch nicht. Erneut landete er bäuchlings auf den Fliesen und zertrümmerte einen weiteren Schwung der schönen Kugeln. Es sollten nicht die letzten gewesen sein . . .

Eines kann man Hans in diesem Zusammenhang nicht nachsagen, und das ist mangelndes Durchhaltevermögen. Hans gab nicht auf! Erneut wurde der Baum aufgerichtet, der Nagel in die Wand geschlagen.

Aber, man ahnt es schon, es hatte nicht sollen sein. Der wunderschöne und riesengroße Weihnachtsbaum der beiden Ochtruper machte sich tatsächlich noch ein drittes Mal im Wohnzimmer lang.

Sollten Sie an dieser Stelle, den Impuls empfinden, vor Lachen loszuprusten: Nur keine Hemmungen! Bedenken Sie aber: Für Hildegard war das Ganze – zumindest in dieser Situation – überhaupt nicht mehr lustig und auch Hans hatte langsam die Faxen dicke.

Kurzerhand setzte das Ehepaar den gefallenen Kameraden vor die Tür. Doch was nun? Weihnachten ohne Baum? Kommt gar nicht in die Tüte! Da ist Hildegard eisern. Kurzerhand griff Hans schließlich durch und sägte den armen Riesenbaum in zwei handlichere Hälften: „Oberhausen“ durfte zurück ins Wohnzimmer. Das verbliebene Drittel Weihnachtskugeln reichte hierfür noch gerade aus und aus dem „Untergeschoss“ gestaltete Hildegard kreativ wie sie eben ist, zwei wunderschöne Sträuße für die Vase. Weihnachten gerade noch mal so gerettet.

Ach so, Hans hat übrigens ziemlich kleinlaut eingeräumt, dass seine Göttergattin von Anfang an Recht hatte. Die Hinterlassenschaften der Baumstürze beseitigte er anstandslos mit Schaufel und Handfeger sowie der gebotenen Gründlichkeit. Und nächstes Jahr, das hat Hildegard bereits verkündet, da gibt es einen Kunstbaum. Schluss, Aus, Ende!

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