Ausschuss Planen und Bauen „Die Stadt nicht überall anknabbern“

Ochtrup -

Was genau ist Nachverdichtung? Ein Arbeitskreis hat erste Überlegungen dazu jetzt im Ausschuss Planern und bauen vorgestellt. Eines wurde deutlich: Das Thema ist komplex.

Von Anne Steven
Flächen in Ochtrup, die sich zur Nachverdichtung eignen, gibt es viele. Die Stadt will nun in einem Arbeitskreis Leitlinien für eine maßvolle Nachverdichtung erarbeiten.
Flächen in Ochtrup, die sich zur Nachverdichtung eignen, gibt es viele. Die Stadt will nun in einem Arbeitskreis Leitlinien für eine maßvolle Nachverdichtung erarbeiten. Foto: Anne Steven

Seit April dieses Jahres hat der Arbeitskreis Nachverdichtung bereits sechs Mal getagt. Sein Ziel ist die Entwicklung von Leitlinien für eine maßvolle Nachverdichtung im Stadtgebiet von Ochtrup. Am Dienstagabend stellte Bauamtsleiterin Karin Korte erste Ergebnisse dieses Arbeitskreises im Ausschuss für Planen und Bauen vor.

Das Gremium habe sich vorgenommen, aus fachlicher Sicht, also städtebaulicher Perspektive, an das Thema heranzugehen, so Korten. Es gehe darum, Leitlinien für eine maßvolle Nachverdichtung zu ermitteln. Ausgenommen seien in diesem Bereich zunächst sowohl die Ortsteile als auch die Innenstadt. Die Haupterschließungsstraßen der Stadt – wie etwa die Gronauer- oder die Brookstraße – vertrügen durchaus auch eine höhere Bebauung, stellte Korten heraus. Hierbei tendiere der Arbeitskreis zu einer zwei- bis dreigeschossigen erlaubten Bauweise. Eine Ausnahme bilden in diesem Zusammenhang die alten Weberhäuser an der Laurenzstraße.

Bei den Wohngebieten gebe es Unterschiede. In älteren, heterogenen Wohngebieten wie dem Weilautgebiet fänden sich alle möglichen Arten der Bebauung. Anders beispielsweise im nördlichen Stadtparkgebiet, wo die Bebauung sehr homogen sei. „Wir wollen die Stadt aber nicht überall anknabbern“, verbildlichte Korten die Idee, die Stadt nur phasenweise in Entwicklung zu bringen.

Vorrang hätten dabei ältere Wohngebiete, die oftmals größere Grundstückflächen aufwiesen – wie zum Beispiel das Weilautgebiet. Zurückstellen möchte der Arbeitskreis hingegen jüngere Gebiete mit eher kleineren Grundstück – wie das nördliche Stadtparkgebiet.

Wichtige Maßgaben in den Bebauungsplänen sind die erlaubte Anzahl der Geschosse sowie die Grund- und Geschossflächenzahl. Grundsätzlich möchte der Arbeitskreis eine Bauweise mit zwei Vollgeschossen in Wohngebieten zulassen. Die Traufenhöhe legte das Gremium auf 7,50 Meter, die Firsthöhe auf zwölf Meter fest.

Eine Bebauung im Hinterland müsse hingegen sensibler betrachtet werden, so Korten. Dort reiche eine zweigeschossige Bauweise sowie eine Traufenhöhe von fünf und eine Firsthöhe von zehn Metern aus. Keine Vorgaben will der Arbeitskreis mit Blick auf die Gestaltung der Bebauung machen. „Mehr Freiheit“ sei da das Stichwort, so Korten. In punkto Farbe, Material und Firstrichtung ist dabei nahezu alles erlaubt, was gefällt. Auch das Dach darf ein Sattel- oder Walmdach, aber auch ein Flachdach sein.

Die Reaktionen der Politiker und ihr Verhalten in den nachfolgenden Abstimmungen über diverse Bebauungsplanänderungen machte deutlich: Dieses Thema ist unglaublich kompliziert und deshalb noch lange nicht ausdiskutiert. Alle Beteiligten tun sich schwer, festzulegen, was „maßvolle Nachverdichtung“ heißt und wie man sie am besten angeht. Schon die Frage, wie künftig mit den erarbeiteten Leitlinien umgegangen werden soll, sorgte für Diskussionen im Ausschuss.

Die Erste Beigeordnete Birgit Stening machte in diesem Zusammenhang noch einmal deutlich, dass Leitlinien keine Beschlüsse über Bebauungspläne ersetzen könnten und auch keinesfalls rechtlich bindend seien. Es handele sich eher um eine Arbeitshilfe.

Zum Thema

Der Bauausschuss hat über diverse Bebauungsplanänderungen abgestimmt. Die Ergebnisse werden im Einzelnen auf der Homepage der Stadt Ochtrup veröffentlich.   | www.ochtrup.de

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