Prozess um Schlägerei bei Halloween-Party
Wer hat dem 19-Jährigen ins Gesicht getreten?

Steinfurt/Nordwalde -

Wer hat dem 19-jährigen Emsdettener bei der Halloween-Party im Scheddebrock so brutal ins Gesicht getreten, dass er einen blutenden Nasenbeinbruch davontrug? Auch beim zweiten Verhandlungstag vor dem Steinfurter Amtsgericht gab es auf diese prozessentscheidende Frage keine Antwort.

Donnerstag, 01.02.2018, 18:02 Uhr

Prozess um Schlägerei bei Halloween-Party: Wer hat dem 19-Jährigen ins Gesicht getreten?
Symbolbild Foto: dpa

Der 21 Jahre alte Angeklagte aus Borghorst blieb am Donnerstag bei seiner Aussage: Ja, zugeschlagen habe er einmal. Getreten, das habe er nicht.

Tritt will keiner gesehen haben

Und die neuen Zeugen aus den Freundeskreisen von mutmaßlichem Täter und dem Opfer konnten ebenfalls wenig Licht in das Dunkel des 1. November 2016 bringen. Gegen 3.15 Uhr ist es offensichtlich draußen auf dem abgesperrten Festgelände zu einer größeren Rangelei gekommen, an deren Ende das Opfer blutend auf dem Boden lag, beschützt von einem Security-Mann. Den entscheidenden Tritt, den hatte aber keiner der jungen Männer im Zeugenstand gesehen.

Zwei Zeugen schwänzen Verhandlung

Da am Donnerstag zwei der geladenen Zeugen die Verhandlung geschwänzt hatten, zahlen sie jetzt jeweils ein Ordnungsgeld über 200 Euro, teilen sich die entstandenen Gerichtskosten und müssen bei dem dritten angesetzten Termin Ende Februar trotzdem aussagen. Notfalls werden sie durch die Polizei vorgeführt.

Der Security-Mann, der schon zum Prozessauftakt den Angeklagten „1000-prozentig“ als Täter identifiziert haben will, erneuerte an Tag zwei seine Aussage. Allerdings wieder mit dem Zusatz, dass der junge Mann blonde Haare gehabt habe. Der Angeklagte ist aber offensichtlich dunkelhaarig und will noch nie blond gewesen sein.

Vermeintliche Erinnerungslücken

Die gehörten Zeugen betonten allesamt, dass es ihnen schwer fällt, sich an die Halloween-Party zu erinnern. „Das ist so lange her. Außerdem hatte ich etwas getrunken. Schon am nächsten Morgen wusste ich nicht mehr alles“, sagte ein 18-jähriger Freund des Opfers. Er konnte sich nur noch an die Situation erinnern, als sein Kumpel „schräg vor mir“ plötzlich umgefallen sei. Erst am nächsten Tag habe man ihm erzählt, dass der 19-Jährige getreten worden sei.

Auch ein 19 Jahre alter Installateur aus Borghorst, ein guter Freund des Angeklagten, will nur beobachtet haben, wie der von mehreren Partygästen bedrängt wurde. „Er wurde hin- und hergeschubst“, erinnerte sich der Zeuge. Dass der aber dann irgendwann einmal zugetreten haben, „dass habe ich nicht gesehen“.

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