Hanse Steinfurt
Fremde Welt ohne Computer

Nordwalde -

Die Namen sind nicht unbedingt schmeichelhaft: Christoban das Schandmaul und Zonia die Maßlose. Die Namen sind aber nicht das Wichtigste beim Duo „Speellüe“, das sind die Töne, die die beiden mit ihren alten Instrumenten erzeugen.

Dienstag, 30.01.2018, 17:01 Uhr

Das Duo „Speellüe“ aus Haselünne: Christoban, das Schandmaul und Zonia, die Maßlose waren bei der Mittelaltergruppe „Hanse-Steinfurt“ zu Gast.
Das Duo „Speellüe“ aus Haselünne: Christoban, das Schandmaul und Zonia, die Maßlose waren bei der Mittelaltergruppe „Hanse-Steinfurt“ zu Gast. Foto: Sigrid Terstegge

Die Töne von Dulcimer, Maultrommel und Tagelharpa lockten am Sonntag Interessenten auf den Bispinghof. Die Mittelaltergruppe „Hanse-Steinfurt“ hatte das Duo „Speellüe“ aus Haselünne zu Besuch. Christoban das Schandmaul (Christian Hitzemann ) und Zonia die Maßlose (Sonja Krampitz ) begleiteten das Infotreffen der Hansegruppe mit mittelalterlicher Musik auf alten Instrumenten. Mitgebracht hatte Christoban auch eine mehr als hundert Jahre alte Laute, die er auf dem Sperrmüll gefunden und repariert hatte.

Während einige Menschen sich mit Hilfe des Computers in ferne Welten versetzen, machen die Mittelalterfreunde das im richtigen Leben. Kurt Jendryke als Initiator der Gruppe ist als reisender Kaufmann unterwegs. Da im Hoch- und Spätmittelalter aus Sicherheitsgründen kaum jemand alleine wanderte, können seine Begleiter in fast jede Rolle schlüpfen und mit ihm reisen. Da gibt es Söldner, Handwerker, Kräuterfrauen oder auch mal Spielleute, die sich anschließen. In Süd- und Norddeutschland ist das eine recht beliebte Freizeitgestaltung, bei der als Gruppe dann echte Mittelalterlager besucht werden.

Für die Interessenten, die sich am Sonntag im Speicher einfanden, gab es Informationen über die Gruppe. Dazu erzählten die „Speellüe“ noch Geschichten aus dem Leben des fahrenden Volkes. „Wenn einer von uns umgebracht wurde, dann ist niemand dafür belangt worden“, schilderte Christoban das harte Leben. Es sei keine strafbare Tat gewesen. Die Kirche habe noch einen großen Einfluss gehabt und alles, was laut und schrill war, wurde als Teufelswerk verflucht. Ein Dudelsack ist dann wirklich des Teufels. Den Beweis lieferte Christoban direkt. „Die sanften Flötentöne und Kastratengesang galt dagegen als gottgefällig“, sagte Christoban.

► Weitere Informationen gibt es unter www.hanse-steinfurt.de und www.spielleute-emsland.de.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5470938?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Kanzlerin beruft Karliczek und Spahn
Zwei Minister aus dem Münsterland: Kanzlerin beruft Karliczek und Spahn
Nachrichten-Ticker