DRK-Familienzentrum „Das Wetterhäuschen“ Basteln, klettern, spielen

Nordwalde -

Als Mama hat Sabrina Esseling es selbst erlebt: Angebote für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern sind schwer zu finden. Als die 34-Jährige ihre Elternzeit beendete, hat sie reagiert – und selber Angebote geschaffen.

Von Vera Szybalski
Freuen sich, dass die Angebote gut angenommen werden: Elisabeth Fleige (l.), Dietmar Brockmeyer und Sabrina Esseling. Die Kinder spielen in den „Wickelrocker“-Kursen schon mal mit Quark (kl. Bild l.), in der „Krümelkiste“ wird geturnt.
Freuen sich, dass die Angebote gut angenommen werden: Elisabeth Fleige (l.), Dietmar Brockmeyer und Sabrina Esseling. Die Kinder spielen in den „Wickelrocker“-Kursen schon mal mit Quark (kl. Bild l.), in der „Krümelkiste“ wird geturnt. Foto: Vera Szybalski

Sabrina Esseling kennt es aus eigener Erfahrung: Angebote für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern zu finden, ist nicht einfach. Die Kleinen im Matsch spielen lassen, mit ihnen Basteln oder sich einfach mit anderen jungen Müttern und Vätern austauschen – der Bedarf danach ist groß, hat Esseling festgestellt. Und reagiert: Seit vergangenem Sommer bietet das DRK-Familienzentrum „Das Wetterhäuschen“ drei verschiedene Angebote für Kinder im Alter von zehn Wochen bis zweieinhalb Jahren an.

Während es den „Windelrocker“-Kurs schon lange gibt, wurden mit den „Minirockern“ und der „Krümelkiste“ zwei neu geschaffen. Betreut werden alle Angebote von Esseling. Von 2004 bis Ende 2013 arbeitete sie als Erzieherin in der Einrichtung, anschließend ging Esseling in den Mutterschutz. „Ich habe als Mama selber festgestellt, dass ich Kurse machen wollte, aber nicht konnte“, sagt die 34-Jährige. Nach ihrer Rückkehr in den Berufsalltag wurde sie aktiv, übernahm zunächst die „Windelrocker“ und ging dann in die weitere Planung­: „Ich habe überlegt, wie man das Ganze ausbauen kann.“

Innerhalb des Kindergartens ist Esseling heute für das Familienzentrum verantwortlich. „Das Familienzentrum sollte ein eigenständiges Gesicht bekommen“, sagt Dietmar Brockmeyer , Vorsitzender des Ortsvereins vom Kindergarten-Träger DRK . „Mit Sabrina Esseling haben wir das gefunden.“ An drei Vormittagen in der Woche bietet die zweifache Mutter in den Räumlichkeiten des Familienzentrums die Kurse an.

„Die werden unheimlich gut angenommen“, ist Esseling zufrieden mit der Resonanz. Von August bis Dezember des vergangenen Jahres haben 136 Kinder plus Eltern teilgenommen. „Die Nachfrage in Nordwalde ist sehr groß“, hat Familienzentrum-Leiterin Elisabeth Fleige festgestellt. Das scheint in anderen Kommunen nicht viel anders zu sein. Denn auch aus Altenberge, Borghorst, Emsdetten und sogar aus Münster kommen Familien, um an den Kursen teilzunehmen.

Die nächsten Angebote bis zum Sommer hat Esseling schon geplant. Und das Interesse scheint nicht abzureißen. Es sind noch Plätze frei, aber eine Mindestzahl an Anmeldungen ist schon erreicht, sodass klar ist, dass alle Kurse stattfinden. Die „Windelrocker“ für Babys ab zehn Wochen finden mittwochvormittags in zwei Gruppen mit je sieben Teilnehmern statt. Gleiches gilt für die „Minirocker“, eine Art Folgekurs für Kinder ab einem halben Jahr, am Dienstagvormittag. Die „Krümelkiste“ für Kinder von einem bis zweieinhalb Jahre findet donnerstagvormittags in zwei Gruppen mit je zehn Kindern statt. Die Kosten für einen Kurs à zehn Termine betragen 60 Euro. Finanzschwache Familien können sich an das Familienzentrum wenden, um Möglichkeiten einer Finanzierung zu besprechen.

Die Angebote sind offen für alle. In den Kursen für die kleineren Jungen und Mädchen lernen die Eltern unter Anleitung von Sabrina Esseling Handgriffe, wie man den Kindern beim Drehen hilft, lässt sie im Planschbecken rummatschen oder die Eltern tauschen sich untereinander aus. In den Kursen für Kinder ab einem Jahr wird in der Turnhalle gespielt, geklettert oder gebastelt.

Was in den Kursen gemacht wird, ist keineswegs in Stein gemeißelt. Esseling ist offen für Ideen und lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen. Bleibt die Nachfrage unverändert groß, könnte über eine Erweiterung des Angebots nachgedacht werden. Auch ob in dem Fall ein externer Raum zu finden sei, haben die Verantwortlichen diskutiert. Denn klar ist: Die Kindergarten-Kinder haben Vorrang. Eine Erweiterung des Angebots innerhalb der Räumlichkeiten des Familienzentrums ist schwer möglich. Das ist aber Zukunftsmusik. Schließlich ist unklar, wie die Nachfrage künftig aussehen wird. Esseling: „Wir beobachten, wie es weiter geht.“

Zum Thema

Informationen und Anmeldung bei Sabrina Esseling per E-Mail an kurse@drk-familienzentrum-nordwalde.de oder montags bis freitags von 9.30 bis 12 Uhr unter Telefon 01 57 / 89 15 51 73.

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Das Familienzentrum sollte ein eigenständiges Gesicht bekommen. Mit Sabrina Esseling haben wir das gefunden.

Dietmar Brockmeyer

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