Feuerwerk Die K-Frage: Knallen oder nicht knallen?

Nordwalde -

Knallen oder nicht knallen? Die Meinungen zum Thema Silvesterknaller sind so vielfältig wie die Farben am Himmel zum Jahreswechsel. Eine Umfrage zeigt, wie die Nordwalder denken.

Von Pjer Biederstädt
Beschlagnahmtes Silvester-Feuerwerk aus Polen liegt in einem speziellen Container beim Hauptzollamt in Frankfurt (Oder). Uwe Schmitz von der Nordwalder Feuerwehr empfiehlt dringend, beim Kauf auf Gütresiegel und Zertifikate zu achten, um Unfälle zu vermeiden.
Beschlagnahmtes Silvester-Feuerwerk aus Polen liegt in einem speziellen Container beim Hauptzollamt in Frankfurt (Oder). Uwe Schmitz von der Nordwalder Feuerwehr empfiehlt dringend, beim Kauf auf Gütresiegel und Zertifikate zu achten, um Unfälle zu vermeiden. Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Meinungen zum Thema Silvesterknaller sind so vielfältig wie die Farben am Himmel zum Jahreswechsel. Raketen und Böller gehören auf jeden Fall dazu sagen die einen, die anderen finden die Knallerei zu laut, zu teuer und zu umweltschädlich. Eine kleine Facebook-Umfrage dieser Zeitung zeigt, dass auch die Nordwalder das ganze Meinungsspektrum abbilden.

„Um das neue Jahr zu begrüßen und das alte zu feiern, ist das eine coole Tradition, die aufrecht erhalten bleiben muss“, schreibt Tim Waltring und trifft damit den Nerv vieler. Besonders Haustierbesitzer, wie etwa Stefanie Bertram, wünschen sich gewisse Eingrenzungen: „Etwas Rücksicht auf andere wäre schon ganz schön. Also nur nach 0 Uhr und dann ist gut. Aber nicht Tage lang. Das ist zu viel.“ Viele finden vor allem das Böllern Tage vor und nach dem eigentlichen Fest unnötig.

137 Millionen Euro für Böller und Raketen

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern ist in diesem Jahr offiziell vom 28. bis 30. Dezember erlaubt. In der Zeit setzen die Deutschen Feuerwerkskörper im Wert von 137 Millionen Euro um, schätzt der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI). In 2016 wurde ebenso viel Geld für Knaller und Co. ausgegeben

Das sagen Nordwalder auf Facebook

Conny Schmidt: „Wenn man Tiere zu Hause hat und erlebt, wie die tagelang Panik haben, verliert man den Spaß daran. Schade ums Geld ist es und die Luft wird nicht gerade besser.“

Frank Unewisse: „Nach der Tradition soll es die bösen Geister verjagen. Auch wenn man nicht daran glaubt, macht es Spaß sich den Himmel um Mitternacht anzusehen.“

Sarah Wallkötter: „Mein Partner fährt sogar einen Tag vorher extra zu einer Firma nach Neuenkirchen, weil dort alle Böller probeweise abgeschossen und präsentiert werden.“

Mathias Elshoff: „Jeder so wie er meint. Ich brauche das nicht mehr. Gefährlich wird es zudem, wenn stark angetrunkene Personen mit Böllern und Raketen hantieren.“

Monika Greiwe: „Man stelle sich vor es ist Silvester, alle gehen um Mitternacht raus, um das neue Jahr zu begrüßen – und dann kein Feuerwerk. Da würde was fehlen, oder?"

Stefanie Betram: "Meine Tochter mag Böller nicht. Ein Jugendlicher hat ihr mal einen vor die Nase geschmissen. Seitdem hat sie Angst."

Für viele ist das eine gute Investition, „schade ums Geld“, schreibt hingegen Conny Schmidt auf Facebook . Das sehen auch andere so: Mit dem in Deutschland für Silvesterböller ausgegebenem Geld könnten beispielsweise im Südsudan rund 2,4 Millionen Menschen ein Jahr lang gesundheitlich betreut werden, rechnet die Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) vor.

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Zur Versorgung der Bedürftigsten veranschlagt die WHO für das kommende Jahr 133 Millionen Euro, wie Wynne Boelt von der WHO-Abteilung Noteinsätze der Deutschen Presse-Agentur sagte.

„Dreck weg machen“

Auch kirchliche Organisationen rufen mit Aktionen wie etwa „Brot statt Böller“ dazu auf, das Geld für karitative Zwecke zu spenden. Doch so ganz ohne Feuerwerk, so der Tenor unter den Nordwaldern, macht es auch keinen Spaß.

„Also ich finde Raketen und Wunderkerzen gehören absolut dazu. Allerdings kann auch jeder spätestens am Neujahrsmorgen den Dreck wieder weg machen, den er produziert hat“, sagt Silke Laukötter.

Drei Fragen an Uwe Schmitz, Sprecher der Nordwalder Feuerwehr

Worauf sollte man beim Abbrennen von Feuerwerk achten?

Uwe Schmitz: Man sollte Abstand zum nächsten Gebäude halten, vor allem wenn man Feuerwerksraketen in Wohnsiedlungen abfeuert. In den letzten Jahren war das immer mal wieder die Ursache für Dachstuhlbrände im Ort.

Was raten Sie Eltern, die mit ihren Kindern Feuerwerk anzünden wollen?

Schmitz: Das sollte immer unter Aufsicht geschehen. Schnell ist man im Gespräch versunken und trinkt ein Gläschen. Dabei muss man immer im Auge behalten, dass Kinder keine Feuerwerkskörper alleine abbrennen. Und für alle gilt: Abstand zum Knallkörper nehmen.

Wie bereitet sich die Feuerwehr auf Silvester vor?

Schmitz: Die Dienstpläne sind geschrieben, wir werden zehn Mann in Bereitschaft haben. Der Saunabrand zuletzt war nicht lustig und hat gezeigt, dass wir auch an Silvester wachsam sein müssen.

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