Klimaschutz-Förderung
Zwei Stücke vom Kuchen, bitte

Nordwalde -

Zusammen mit 19 weiteren Kommunen des Kreises Steinfurt hatte sich Nordwalde um eine Förderung für Klimaschutzmaßnahmen bemüht. 15 Millionen Euro wurden bewilligt. Doch wie viel bekommt Nordwalde?

Mittwoch, 20.12.2017, 17:12 Uhr

Strom tanken in Nordwalde? Vielleicht ist das bald an mehreren Stellen möglich. Mit Hilfe einer Landesförderung möchte die Gemeinde ihren Fuhrpark elektrifizieren. Dazu sollen auch drei Ladestationen errichtet werden.
Strom tanken in Nordwalde? Vielleicht ist das bald an mehreren Stellen möglich. Mit Hilfe einer Landesförderung möchte die Gemeinde ihren Fuhrpark elektrifizieren. Dazu sollen auch drei Ladestationen errichtet werden. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Für Klimaschutzmanager Christian Lohmann und Claus Ufermann , Stabsstelle, kam ein Teil der Bescherung schon ein paar Tage vor dem Weihnachtsfest. Zusammen mit 19 weiteren Kommunen des Kreises Steinfurt hatte sich Nordwalde beim Wettbewerb Kommunaler Klimaschutz.NRW um eine Förderung für Klimaschutzmaßnahmen bemüht. Der Bescheid des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie über 15 Millionen Euro flatterte kürzlich ins Kreishaus. Nordwalde hofft jetzt auf zwei Stücke vom Kuchen.

Zwei Maßnahmen hatte die Gemeinde auf ihren Wunschzettel geschrieben. Zum einen möchte man den kommunalen Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umrüsten, zum anderen soll die Gangolf-Grundschule energetisch saniert werden. Kostenpunkt: über eine Million Euro.

Photovoltaikanlage für die Gangolfschule?

Drei Ladestationen, einen Elektro-Pritschenwagen, zwei kleinere E-Autos, einen Feuerwehr-Mannschaftswagen sowie drei E-Bikes (eins davon als Lastenfahrrad) möchte Nordwalde anschaffen, um seinen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität zu leisten. „Durch die Anschaffung der E-Pkw können künftig 79 000 Kilometer pro Jahr an Dienstwegen klimaneutral durchgeführt werden“, heißt es in der Projekt-Beschreibung von Lohmann, die er bereits im Juni im Ausschuss der Politik vorgestellt hatte.

343 000 Euro hat der Fachmann für die Umrüstung auf E-Mobilität veranschlagt. Knapp 700 000 Euro stehen unter dem Strich bei der Kostenaufstellung für die energetische Sanierung der Gangolfschule. LED-Leuchten sollen 538 konventionelle Lampen ersetzen, was den Strombedarf laut Konzept um ein Drittel reduzieren würde. Außerdem sollen 60 Prozent des Strombedarfes mit Hilfe einer Photovoltaikanlage durch Solarenergie gedeckt werden. Durch eine umfassende Dämmung des Gebäudes will die Gemeinde 40 Prozent des Gasverbrauches an der Schule einsparen. Außerdem sollen eine Lüftungsanlage mit integrierter Wärmerückgewinnung und ein Gründach in­stalliert werden.

Wer bekommt wie viel?

So weit die Wünsche. Ob die Vorhaben vollständig finanziert werden, steht aber noch in den Sternen. Weil der Antrag des Kreises mit den 77 Maßnahmen einen Umfang von 23 Millionen Euro hatte, davon aber „nur“ 15 Millionen Euro – immerhin die höchste vergebene Summe aus dem 100-Millionen-Euro-Topf – bewilligt wurde, muss jetzt entschieden werden, welche Gemeinde wie viel vom Kuchen abbekommt. „Das entscheiden die Bürgermeister im neuen Jahr“, so Ufermann.

Es kann also sein, dass Maßnahmen gar nicht, oder nur teilweise berücksichtigt werden. Und auch der Kriterienkatalog stehe nicht fest, erklärte Christian Lohmann. „Denkbar ist es, dass nach Umsetzungsfähigkeit entschieden wird“, mutmaßte Claus Ufermann. Und weil die Nordwalder Maßnahmen einfach umzusetzen (E-Mobilität) und gut vorbereitet (Sanierung Gangolfschule) sind, rechnen sich Lohmann und Ufermann gute Chancen aus. Grünes Licht gibt am Ende für jedes einzelne Projekt die Bezirksregierung. Erneut gut für Nordwalde: Durch die Haushaltssicherung steht eine 90-prozentige Förderung der Maßnahmen in Aussicht, die anderen Kommunen müssen größere Anteile selbst tragen.

Besonders überzeugt hat die Jury bei dem Auswahlverfahren „die interkommunale Bündelung der Maßnahmen“ (Ufermann). Unter der Führung des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat der Kreis 77 Projekte aus den 20 kreisangehörigen Kommunen in einem Wettbewerbsbeitrag zusammengefasst. „Ohne die Unterstützung der Kreis-Mitarbeiter, vor allem von Sara Vollrodt, hätten wir den Förderantrag nicht in dieser Zeit und Qualität stellen können“, betonte Ufermann im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn als das Verfahren anlief, war Klimaschutzmanager Christian Lohmann, der sich federführend um die Anträge kümmert, noch gar nicht im Amt.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5372014?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Wie können wir gegen Schweden gewinnen?
Umfrage zur Fußball-WM: Wie können wir gegen Schweden gewinnen?
Nachrichten-Ticker