Konzertreihe „Bach 1720“ Mitreißender Bach

Nordwalde -

Klasse Klassik! Der Projektchor „P 17“ und „Venestra Musica“ gaben mit Solisten und Instrumentalisten in der Pfarrkirche St. Dionysius ein hervorragendes Konzert. Wer steckt dahinter? Wer wohl...

Von Rainer Nix
Ein feines Klassikkonzert unter Leitung von Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst boten die Chöre „P17“ und „Venestra Musica“ zusammen mit Solisten und Orchester.
Ein feines Klassikkonzert unter Leitung von Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst boten die Chöre „P17“ und „Venestra Musica“ zusammen mit Solisten und Orchester. Foto: Rainer Nix

Das halbe Jahr Probenzeit war vortrefflich investiert. Der Projektchor „P 17“ und „Venestra Musica“ gaben am Sonntagnachmittag gemeinsam mit den Solisten Katharina Brodesser (Sopran) Judit Westhues (Alt), Stephan Hinssen (Tenor) und Arndt Winkelmann (Bass) sowie Instrumentalisten in der Pfarrkirche St. Dionysius ein hervorragendes Klassikkonzert. Dirigiert wurden sie von Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst.

Auf dem Programm standen zwei Beispiele aus der christlichen Bestattungsliturgie. Zunächst brachten die Interpreten die Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“, auch bekannt als „Actus tragicus“, von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) zu Gehör. In jungen Jahren von Bach komponiert ist es zwar ein tiefernstes Werk, vermittelt aber dennoch Trost und Optimismus. Die Instrumentierung wird aus heutiger Sicht als eher zurückhaltend betrachtet: Zwei Blockflöten, Bratschen im Austausch zu den ehemals Gebräuchlichen Viola da Gambias, sowie Cello, Kontrabass und Cembalo.

Brillantes „Ave Maria“

Das Publikum durchlebte während des 20-minütigen Stückes mehrere Stimmungswechsel – eindrucksvoll umgesetzt von dem Ensemble. „Der Tod ist letztlich nur eine Zwischenstation auf unserer Reise, der Anfang dessen, was auch immer danach kommen mag.“ So formuliert es der britische Dirigent und Chorleiter John Eliot Gardiner. In dieser Weise auf den Punkt gebracht kann das Werk Bachs durchaus als hoffnungsvoll interpretiert werden.

Brillant und vom Publikum mit reichlich Beifall bedacht war das mit Violine und Harfe instrumentierte „Ave Maria“ in seiner bekanntesten Form. Mit glasklarem Strich und starkem Einfühlungsvermögen spielte Clara Tan die Geige, begleitet von Verena Volkmar an der Harfe. Das Ave Maria wurde von Charles Gounod im Jahr 1852 als „Meditation sur le premier prélude de Bach“ – Meditation über ein Präludium von Bach – komponiert.

Mit Pauken, ohne Trompeten

Zweites Chorwerk an diesem Spätnachmittag war das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré, eine Komposition für Sopran- und Bariton-Solo, Chor und Orchester. Die Totenmesse wurde erstmals 1888 in der Pariser Kirche „La Madeleine“ zur Bestattung eines berühmten Architekten aufgeführt. In der ursprünglichen Besetzung mit einem etwa 30 Sänger starken Chor sowie Bratschen, Celli, Kontrabass, Solovioline, Harfen, Pauken und Orgel wurde es auch diesmal präsentiert.

Faszinierend in seiner Klangfülle empfand das Publikum die Darbietung als besonderen Höhepunkt des Abends.

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