Garten
Schon jetzt an den Rasen denken

Metelen -

Egon Pott ist Experte für Rasenpflege. Der Ibbenbürener weiß genau, was ein gepflegtes Grün benötigt. Er gibt sein Fachwissen im Rahmen eines Rasenseminars in der kommenden Woche weiter. Wir sprachen schon vorab mit ihm über das Thema.

Mittwoch, 14.02.2018, 11:02 Uhr

Wer im Sommer seinen Rasen genießen will, sollte sich schon jetzt Gedanken über dessen Pflege machen, rät Rasen-Experte Egon Pott.
Wer im Sommer seinen Rasen genießen will, sollte sich schon jetzt Gedanken über dessen Pflege machen, rät Rasen-Experte Egon Pott. Foto: dpa

Der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Und wer sich schon in den Tagen, in denen der Frost das Land noch im Griff hat, mit dem Thema Garten beschäftigt, wird durch planvolles Handeln den berühmten Grünen Daumen zusätzlich befördern. Davon ist jedenfalls Egon Pott überzeugt. Der Rasen-Experte aus Ibbenbüren gibt in der kommenden Woche sein Fachwissen an Freizeit-Gärtner aus dem Ort weiter. Redakteur Dieter Huge sive Huwe sprach vorab mit ihm.

Ihr Fachgebiet ist die Rasenpflege. Wie sind Sie dazu gekommen?

Egon Pott: Ich arbeite für ein Familienunternehmen aus Ulm, das natürliche Dünger und Bodenhilfsstoffe herstellt. Es betreibt beispielsweise die letzte Hornmühle in Deutschland. Im Rahmen meiner Vertriebstätigkeit vermittle ich mein Wissen auch im Form von Workshops an die Endverbraucher.

Sie sind also unterwegs für besseres Grün im Garten?

Pott: Wenn Sie so wollen. Letztlich geht es beispielsweise bei dem Rasenseminar in Metelen darum, zu vermitteln, wie das Grün richtig zu pflegen ist, damit der Gartenbesitzer auch Freude daran hat.

Und das bedeutet, dass er schon jetzt starten muss?

Pott: März und April sind hier die richtigen Monate. Aktuell sollte man darauf achten, den Rasen vor allem nicht zu betreten. Die noch gefrorenen Halme brechen dann leicht und an den Schadstellen entstehen gelbe Stellen.

Also warten, bis der Frost vorüber ist.

Pott: Genau, der Boden muss sich erwärmt haben. Und um ihn, nämlich den Boden, sollte sich der Gärtner auch zuerst kümmern. Es reicht nicht, allein an den Rasen zu denken. Im Boden sitzen die wichtigen Mikroorganismen, und die haben nach dem Winter förmlich Hunger. Ein Bodenaktivator verbessert den pH-Wert bei sauren Böden und ersetzt auch das Kalken im Frühjahr. Letztlich wird so die Voraussetzung geschaffen, damit die Rasenwurzeln wieder tief ins Erdreich vordringen können.

Wunderbar. Und wann wird der Rasenmäher gestartet?

Pott: Nicht zu früh. Anfang April ist nur eine Faustregel. Zehn Grad warm sollte es sein. Wichtig ist allerdings, dass man die eigentliche Rasenpflege nicht mit dem Vertikutieren beginnt. Zuvor sollte der Rasen zweimal gemäht worden sein und zwar mit einer Schnitthöhe von vier bis fünf Zentimetern. Der Rasen sollte also vor dem Vertikutieren schon wieder in der Wachstumsphase sein.

Vertikutieren ist das Stichwort. Dazu gibt es ja viele Meinungen.

Pott: Richtig. Als Faustregel gilt allerdings, nicht zu tief zu vertikutieren. Dabei sollte sowohl in Längsrichtung als auch quer gearbeitet werden. So werden abgestorbene Gräser und auch Moosreste aus dem Rasen entfernt.

Und danach?

Pott: Der Rasen braucht im Anschluss Erholung. Außerdem muss man wissen, dass Rasen grundsätzlich ein Nährstofffresser ist. Wichtig ist also nun die Düngung. Dies kann man übrigens ideal kombinieren, um eine gute Rasensaatmischung per Streuwagen mit auszubringen. Sie bessert schadhafte oder zu lichte Stellen aus. Gedüngt werden sollte übrigens dreimal jährlich: zum Start im Frühjahr, im Juli oder August und nochmals zum Ende der Wachstumsphase im Herbst.

Warum dann noch?

Pott: Weil so ein Nährstoffdepot angelegt wird, damit der Start im Frühjahr optimal erfolgt. Moos wird dank des raschen und kräftigen Wachstums verdrängt.

Schauen wir auf den Sommer. Wie bewässert man richtig?

Pott: Ideal ist es, früh am Morgen oder früh am Abend den Rasen zu wässern, niemals in der Mittagssonne.

Und wie sieht der ideale Rasenmäher aus? Auch hier gibt es ja unterschiedliche Philosophien.

Pott: Genau. Beim üblichen Elektro- oder Benzinmäher wird der Grashalm praktisch mit dem rotierenden Messer abgeschlagen, während er mit einem Spindelmäher eher geschnitten wird. Wesentlicher ist da schon der Punkt, dass die Messer in jedem Fall scharf sein müssen – das kann man übrigens schon jetzt in der kalten Jahreszeit gut vorbereiten.

Beliebt sind auch Mähroboter.

Pott: Während man den Rasen konventionell einmal pro Woche mähen sollte, und den Rasenschnitt entsprechend einsammelt, fahren die Roboter viel öfter über die Fläche. Sie mulchen den Schnitt ganz fein. Dieser Mulch bietet wiederum das Futter für die Mikroorganismen im Boden, da er so fein ist, dass er zwischen die Rasenhalme fällt.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5523550?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F
Hammerharter Meilenstein - Jan Delay begeistert den Domplatz
Stadtfest "Münster mittendrin": Hammerharter Meilenstein - Jan Delay begeistert den Domplatz
Nachrichten-Ticker