Körperverletzung beschäftigt Amtsgericht
Streit ums Flaschenpfand eskaliert

Metelen/Steinfurt -

Der Amtsrichter in Steinfurt muss entscheiden: Hat der Angeklagte seinen Mitbewohner geschlagen oder ihn nur geschubst?

Donnerstag, 01.02.2018, 16:02 Uhr

Körperverletzung lautete die Anklage, wegen der sich am Donnerstag ein 25-jähriger Marokkaner aus Metelen vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten musste.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm in der Anklageschrift vor, im März des vergangenen Jahres einen Mitbewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Metelen mit Faustschlägen und Tritten verletzt zu haben. Danach sei es in dem Gebäude wegen einiger Pfandflaschen zu einem Streit zwischen dem Geschädigten und dem Angeklagten gekommen. Dieser Geschädigte sei stark angetrunken gewesen, habe sich während der Auseinandersetzung übergeben und überdies in das Treppenhaus uriniert.

Der Angeklagte sagte aus, er habe den Geschädigten heftig geschubst und dann sein Zimmer aufgesucht, das er verschlossen habe. Später habe er gesehen, dass der Verletzte offensichtlich beim Reinigen des Treppenhauses das Gleichgewicht verloren habe und die Treppe herunter gestürzt sei.

Der Richter hielt dem Angeklagten Aussagen vor, die Zeugen bei den polizeilichen Ermittlungen zu Protokoll gegeben hatten. Danach sei der Angeklagte handgreiflich geworden, habe den Geschädigten beschimpft, geohrfeigt und ihm schließlich einen Faustschlag auf die Nase versetzt, der ihn zu Fall brachte. Mit Tritten an den Kopf, ins Gesicht und den Brustkorb seien dem Opfer noch weitere Verletzungen zugefügt worden.

Da die geladenen Zeugen nicht vor Gericht erschienen waren und der Anklagte bei seiner Darstellung blieb, den Geschädigten lediglich geschubst zu haben, sah es der Vorsitzende Richter als erforderlich an, die Zeugen erneut zu laden und ihre Aussagen zu hören. Es sei allerdings nicht ganz sicher, ob diese Zeugen noch greifbar seien, weil sie möglicherweise bereits abgeschoben seien. Dennoch käme eine Einstellung des Strafverfahrens nicht in Frage. Der Richter beraumte daher einen neuen Verhandlungstermin an. Am 22. Februar (Donnerstag) werde die Strafsache erneut aufgenommen.

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